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Formel 1: Vettel als fairer Verlierer: "Hat den besseren Job gemacht"

Deutscher zerknirscht: "Insgesamt waren sie einfach das bessere Team"

Nun ist es amtlich, und der glücklose Formel-1-Star Sebastian Vettel muss seine Wunden lecken. Nach dem drittletzten Saisonrennen in Mexiko-Stadt würdigte der Ferrari-Pilot Lewis Hamilton als verdienten Weltmeister. "Alles in allem war er der bessere Mann und hat den besseren Job gemacht. So einfach ist das", sagte der 30-Jährige am Sonntag.

Der Brite Hamilton hatte sich mit einem neunten Rang vorzeitig seinen vierten Titel gesichert. Vettels vierter Rang reichte nicht, um die Krönung des 32-Jährigen noch einmal zu verschieben. Der Deutsche war in Mexiko von der Pole Position gestartet, verlor seinen Platz sofort nach dem Start an den späteren Sieger Max Verstappen im Red Bull. Wenige Meter dahinter kollidierten Vettel und Hamilton. Beide fielen weit zurück und mussten sich noch einmal nach vorkämpfen.

Er sei natürlich niedergeschlagen. Es sei schwer, "über die Ziellinie zu fahren und zu erkennen, dass man nicht mehr im Kampf ist", meinte Vettel. "Es ist der Tag von Lewis. Er wurde zum Weltmeister gekrönt, und das hat er verdient." Hamilton hat nun gleich viele Titel gewonnen wie Vettel, dem seine vier Meisterschaften mit Red Bull gelungen waren.

Im kommenden Jahr will Vettel einen erneuten Versuch starten, endlich mit Ferrari Weltmeister zu werden. Auch dann wird Hamilton der Hauptrivale sein. "Ich fürchte ihn nicht", sagte Vettel über Hamilton, der mit dem Hessen nach Titeln gleichzog. "Ich liebe es, mit ihm Rennen zu fahren."

Vettel war heuer in Melbourne mit einem Sieg optimal in die Saison gestartet und führte das Klassement bis Monza im September an. Doch während Hamilton und Mercedes nach der Sommerpause im August mit fünf Siegen durchstarteten, verglühten die Hoffnungen Ferraris spätestens in Suzuka, wo eine Zündkerze in Vettels Motor nicht funktionierte. "Insgesamt waren sie einfach das bessere Team", gestand Vettel ein.

Auch Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene gratulierte Hamilton, der Italiener meinte aber, dass Ferrari beim Mexiko-Grand-Prix nicht das wahre Potenzial zeigen konnte. "Aber bis ganz zum Ende hat das Team um die Chance gekämpft, diese Weltmeisterschaft zu gewinnen", konstatierte Arrivabene. "Wir werden wieder unser Bestes in den vergangenen zwei Rennen zeigen, werden sie mit dem gleichen Level an Konzentration und Entschlossenheit angehen."

Für Vettel werden es noch zwei Rennen, die er mit Würde hinter sich bringen muss. "Jetzt haben wir ein paar Tage frei, dann versuchen wir, die Saison so zu Ende zu bringen, wie es das Team verdient hat", sagte der 30-Jährige, der zur Saison 2015 von Red Bull zur Scuderia gewechselt war. "Was das nächste Jahr bringt, weiß ich nicht."

2018 wird der Wahl-Schweizer möglicherweise nicht nur gegen Hamilton, sondern auch gegen Max Verstappen im Red Bull kämpfen müssen. Das 20-jährige Ausnahmetalent hat mit seinem Sieg in Mexiko und dem Überholmanöver gegen Pole-Setter Vettel gleich nach dem Start erneut seine Klasse gezeigt.

Trotzdem sorgte das Wochenende auch für Sorgenfalten bei den Verantwortlichen von Red Bull, da Motorenbauer Renault offensichtlich erhebliche Probleme mit der Zuverlässigkeit hat. Gleich vier Fahrer mit Renault-Motoren im Heck ihrer Wagen schieden aus, dazu gehörte auch der Australier Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull. "Wir haben bis zum Schluss gezittert. Max ist nur so schnell gefahren wie nötig", berichtete Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko.

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