Formel-1-Streit geht in die nächste Runde: Mosley lässt Hoffnung auf Frieden platzen

Neues Concorde Agreement bis 12. Juni 'unrealistisch' FIA geht damit auf Neo-Konfrontationskurs mit FOTA

Formel-1-Streit geht in die nächste Runde: Mosley lässt Hoffnung auf Frieden platzen © Bild: Reuters

Im Formel-1-Machtkampf hat Weltverbandschef Max Mosley die Hoffnung auf einen schnellen Frieden platzen lassen. Die von den Rennställen bis 12. Juni geforderte Unterzeichnung einer neuen "Formel-1-Verfassung" nannte der Präsident des Internationalen Automobilverbands (FIA) "unrealistisch".

"Ein Concorde Agreement, dessen Entwurf man erst so spät bekommen hat, kann man nicht bis zum 12. Juni unterschreiben", sagte Mosley dem Fachblatt "Motorsport aktuell". Die Teams hatten im Streit um das Reglement für 2010 den schnellen Abschluss eines neuen Concorde Agreements, das unter anderem die Verteilung der Gelder regelt, zur Bedingung für ihren Start im kommenden Jahr gemacht.

Seit Wochen ringen die Rennställe und die FIA um die Zukunft der Königsklasse. Erst in letzter Minute hatten sich die revoltierenden Teams um Protestführer Ferrari am vergangenen Freitag für die neue Saison eingeschrieben, allerdings nur unter Vorbehalt. So fordert die Teamvereinigung FOTA, dass die vom Dachverband beschlossene optionale Budgetgrenze von 40 Millionen Pfund (46,2 Mio. Euro) zumindest um ein Jahr verschoben wird.

Steigen Teams wieder aus?
Zudem soll die FIA einem bis 2012 gültigen Vorschlag der FOTA für ein Concorde Agreement zustimmen. Sollte sich der Verband weigern, wollen die verbliebenen FOTA-Mitglieder nicht mehr starten. "Dann sind die Meldungen der neun Teams ungültig", lautete die unmissverständliche Warnung von Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali an die Adresse des FIA-Präsidenten.

Mosley aber will sich nicht überrumpeln lassen. "Jetzt haben wir den Konflikt, und wir werden sehen, wer sich durchsetzt", sagte der Brite. Die FIA werde sich keine Bedingungen diktieren lassen. "Ich sage: Wenn ihr die Regeln gestalten wollt, dann könnt ihr eure eigene Meisterschaft ausrichten", erklärte der 69-Jährige. "Aber wir haben die Formel-1-WM. Für die machen wir die Regeln. Damit haben wir vor 60 Jahren begonnen, und das werden wir weiter so machen."

Mosley warf der FOTA in dem Disput eine Hinhaltetaktik vor. "Es scheint ziemlich offensichtlich, dass sie versuchen wollten, die Einschreibefrist so lange hinauszuzögern, dass es zu spät für neue Teams wird", sagte der FIA-Chef.

(apa/red)