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Sebastian Vettel ist nicht zu stoppen

Auch die Boxen-Panne kann den Weltmeister momentan nicht aufhalten.

Formel 1 - Sebastian Vettel ist nicht zu stoppen © Bild: GEPA/Davenport

Fünfzehnter Grand-Prix-Sieg, fünfter in diesem Jahr, erster in Monaco! Sebastian Vettel fährt in der Formel-1-WM weiterhin "phänomenal", wie es Teamchef Chris Horner nach dem Premieren-Triumph seines Jungstars an der Cote d'Azur ausdrückte. Nur eine Woche nach seinem vermeintlich besten Karriere-Rennen in Barcelona demonstrierte der 23-Jährige im Fürstentum, wie ausgebufft er bereit ist.

Denn nachdem sein Red-Bull-Team vom frühen Boxenstopp Jenson Buttons und seltsamen Funkpannen überrascht worden war, verlor Pole-Mann Vettel schon in der 16. von 78 Runden seine sicher scheinende Führung. Statt Platz drei zu retten nahm Vettel auf eigene Verantwortung volles Risiko und fuhr das Rennen mit nur einem Boxenstop zu Ende. 56 Runden mit nur einem Reifensatz, das hätten sich in dieser Situation nicht viele getraut.

"Ich hätte auch nicht gedacht, dass sich das ausgeht. Aber draußen zu bleiben war die einzige Chance, doch noch den Sieg zu holen", erklärte ein spitzbübisch grinsender Vettel nach dem turbulenten Rennen, an dessen Ende ihm auch noch das Glück des Mutigen hold war.

Jäger mit frischen Reifen
Gejagt von den zwei bzw. gleich drei Mal mit frischen Pirelli-Pneus ausgerüsteten Fernando Alonso und Button lief das innerhalb einer Sekunde liegende Führungs-Trio kurz vor Schluss auf das Feld auf. Der fast logische Massen-Crash folgte ebenso wie die rote Flagge, die selbst viele TV-Experten zu dem Trugschluss veranlasste, das Renen sei vorzeitig zu Ende.

Vettel aber konnte in der 21-minütigen Unterbrechung letztlich doch noch einmal neue Reifen montieren lassen und beendete den "flotten Dreier" souverän für sich. "In den letzten sechs Runden war es relativ leicht, die Situation im Griff zu behalten. Aber bis dahin war es alles andere als ein Spazergang im Park", so Vettel.

Was ihm "geblüht" hätte, brachte Alonso auf den Punkt. "Ich hatte nichts zu verlieren, er alles. Ich hätte ihn ohne den Abbruch ganz sicher attackiert, auch wenn es gekracht hätte", gab der zweitplatzierte Spanier nach dem besten Saisonergebnis für Ferrari unverblümt zu. Vettel hingegen strahlte. "Es war ein verrücktes Rennen, in dem der Sieg schon ganz weit weg schien. Wir haben riskiert und sind belohnt worden", sagte der Deutsche, bevor er wie das Gros seines Teams im Swimming Pool der Energy Station landete.

Der Motorsport verneigt sich
"Prinz des Felsens" wurde Vettel am Montag von der Sportzeitung L'Equipe getauft noch ehe diese den Abstieg des AS Monaco betrauerte. "Liberation" hielt fest, dass der erste deutsche Monaco-Sieger seit zehn Jahren nun zu einer gewissen Aristokratie gehöre. "As" schrieb von einem der besten Monaco-Rennen aller Zeiten.

Auch die Fachwelt verneigte sich vor der Leistung des erst 23-jährigen Vettel, der einen weiteren Meilensten abhaken kann. "Diesmal hat sich das Roulette am Samstag zu drehen begonnen und bis zum Ende des Rennens nicht mehr aufgehört. Es ist eine Riesenehre, dass mein Name nun hier auf einer Liste mit Ayrton Senna steht", war Vettel mächtig stolz.

Auch Red Bulls Motorsport-Direktor Hemut Marko bezeichnete Vettels Leistung als "grandios" und "weltmeisterschaftswürdig". Selbst Alonso vergab "zehn Punkte" für Vettel. 58 Punkte liegt der bei 143 Zählern haltenden Titelverteidiger nun schon vor dem nach sechs Rennen bereits entnervt wirkenden Haupt-Verfolger Lewis Hamilton (85) im McLaren.

Wie so oft war Monaco auch die Stunde der Außenseiter. Kamui Kobayashi wurde im Sauber Fünfter, Adrian Sutil im Force India Siebenter. Und obwohl der ungestüme Hamilton den auf Platz sechs fahrenden Pastor Maldonado aus dem Rennen nahm, sorgte Routinier Rubens Barrichello für die ersten Saison-Punkte des Williams-Teams