Formel 1 Melbourne von

Jenson Button im Training vorn

Hamilton folgt auf dem zweiten Platz. McLaren als erster Herausforderer von Red Bull.

Formel 1 Melbourne - Jenson Button im Training vorn © Bild: GEPA/Charniaux

Gleich im ersten Training der neuen Formel-1-Saison lassen die Herausforderer die Muskeln spielen. Vize-Weltmeister Jenson Button sicherte sich im Albert Park von Melbourne die Trainingsbestzeit von 1:27,560 schon im ersten Durchgang. Dahinter folgt sein Teamkollege Lewis Hamilton, Rekordweltmeister Michael Schumacher im Mercedes und Ferrari-Superstar Fernando Alonso. Rückschlüsse lassen sich wegen des wiederkehrenden Regens aber aus den Sessions kaum ziehen.

Weltmeister Sebastian Vettel gab sich mit den Rängen elf und zehn zufrieden, war danach aber nicht wirklich beunruhigt. "Wir müssen noch ein bisschen zulegen und mehr über das Auto lernen", meinte der 24-jährige Deutsche. Sein Teamkollege Mark Webber landete auf den Plätzen fünf und elf. "Wir haben aerodynamische Sachen ausprobiert", erklärte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko.

McLaren dürfte weiterhin erster Herausforderer der im Vorjahr überlegenen Bullen sein. "Aber auch Mercedes ist sehr stark", erinnerte Marko. Schumacher erzielte am Nachmittag, nachdem eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn ein Wolkenbruch niedergegangen war, in 1:29,183 Bestzeit. In der ersten Session war der Deutsche auf auftrocknender Strecke sogar bereits 1:28,235 gefahren, Button war aber noch einmal mehr als sechs Zehntelsekunden schneller.

Mercedes greift in die Trickkiste
Der Aufschwung von Mercedes - im Vorjahr nicht ein einziges Mal unter den ersten vier - ist auch einem technischen Trick geschuldet, den der Automobil-Weltverband (FIA) in Melbourne für regelkonform erklärt hat. Mit der Überholhilfe DRS aktiviert sich dabei ein Luftschacht durch das Auto, der für einen Strömungsabriss und mehr Topspeed sorgt. Andere Teams dürften zum Nachrüsten gezwungen werden. "Darüber zu reden, ist aber noch zu früh", meinte Marko.

Mercedes verteidigte seine Bauweise. "Innovation ist ein großer Teil der Formel 1", betonte Teamchef Ross Brawn, dessen Rennstall schon 2009 den für Button WM-bringenden Doppeldiffusor gebaut hatte. "Dieses System ist kein so massiver Vorteil", sagte Brawn. "Es ist außerdem nicht wirklich kompliziert." Für Schumacher reicht es aber, erstmals nach seiner Rückkehr in die Königsklasse wieder ernsthaft mit einem Podestplatz spekulieren zu dürfen.

Stallgefährte Nico Rosberg war mit deutlich mehr Sprit an Bord unterwegs, kam auf die Ränge sechs und neun. "Wir haben gesehen, dass wir bei verschiedenen Bedingungen konkurrenzfähig sind", freute sich Schumacher. Aufschlüsse auf trockener Strecke erhielten die Teams kaum. "Dieser Tag fehlt allen", meinte Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda. Schumacher allerdings wolle es noch einmal wissen. Lauda: "Er braucht ein gutes Auto. In den ersten beiden Jahren hat er keines gehabt, jetzt hat er es."

Mercedes vor Ferrari?
Zugetraut wird Mercedes damit sogar mehr als Ferrari - trotz zweier vierter Trainingsränge von Superstar Fernando Alonso. Dessen Domestik Felipe Massa verabschiedete sich im ersten Training gleich ins Kiesbett. Rückkehrer Kimi Räikkönen, in den Tests der Schnellste, fuhr im Lotus auf die Plätze 9 und 18. Aufschlüsse über das wahre Kräfteverhältnis dürfte aber erst das Qualifying am Samstag (7.00 Uhr MEZ) bringen.