Formel 1 muss laut Max Mosley handeln: Existenz durch den Klimawandel bedroht

FIA-Chef fordert umweltschonende Änderungen

Der Präsident des Internationalen Automobilverbandes FIA, Max Mosley, hat erneut auf die starke Gefährdung der Formel 1 durch das weltweite Klimaproblem hingewiesen. "Wenn wir nicht handeln, ist die Existenz der Formel 1 bedroht", sagte Mosley in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". Es gehe um alles oder nichts. Wenn der Grand-Prix-Sport überleben wolle, habe er keine andere Möglichkeit als sich zu verändern und umzudenken.

"Wir leben in der Formel 1 nicht auf einem anderen Planeten und müssen uns den Realitäten stellen", sagte der FIA-Chef, der die Formel 1 mit einem umweltschonenderen Programm in eine neue Ära führen will. Seien es das so genannte Einfrieren der Motorenentwicklung, die begrenzten Testkilometer oder aber die Einführung des Einheitsreifens: Die bisher vereinbarten Maßnahmen zur Kostensenkung in der "Königsklasse" des Motorsports brachten noch nicht die erwünschten Erfolge.

"Wir haben festgestellt, dass nur zwei Hersteller ihre Budgets verkleinert haben", sagte Mosley. Nun werde in einem Millimeterbereich mit demselben Millionenaufwand nach drei oder vier PS mehr geforscht. "Das ist ein Wahnsinn." Sollte man nun nicht handeln, würden die Kosten weiter inflationär steigen. Vor allem den hohen Energieverbrauch stellte der britische FIA-Boss in Frage. "Autos, die 75 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen, sind nicht mehr cool."

Man könne in der Formel 1 nicht fröhlich und unbekümmert an den Start gehen, wenn die Menschen kein Benzin mehr bekommen, um zur Arbeit zu fahren. "Die Formel 1 lebt auf des Messers Schneide", sagte Mosley. Daher soll ab 2011 die Menge des zur Verfügung stehenden Treibstoffs für Rennen und Training - wie bei den Reifen bereits geschehen - begrenzt werden. Zudem soll dem handelsüblichen Treibstoff Bio-Treibstoff hinzugefügt und dieser Anteil stetig erhöht werden. Den Herstellern gibt Mosley bis zum Jahresende Zeit, ihrerseits Vorschläge zum Konzept einer "grünen Formel 1" zu machen.

(apa/red)