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In 70 Tagen um die Welt

40.000 Kilometer muss der Tross bis noch zurücklegen. "Das wird hart", weiß Vettel.

Formel 1 - In 70 Tagen um die Welt © Bild: GEPA/XPB

Phileas Fogg, der Held in Jules Vernes Roman, hat 80 Tage für seine Reise um die Erde benötigt. Die Formel 1 schafft das bis zum Saisonende in 70. Innerhalb von zehn Wochen legen die Teams nämlich über 40.000 Kilometer zurück. Es geht nach Singapur, Japan und Südkorea, Indien und Abu Dhabi, nach Texas in den USA und von dort zum Finale nach Brasilien.

"Wir reisen in der Welt herum, von einer Seite zur anderen. Das wird hart, und es wird wichtig sein, die Konzentration aufrechtzuerhalten", betonte Vettel am Rande des Grand Prix von Belgien, dem vorletzten WM-Lauf auf dem alten Kontinent in diesem Jahr. "Das ist für jeden eine Herausforderung", pflichtete WM-Spitzenreiter Fernando Alonso eine Woche vor dem Ferrari-Heimspiel in Monza bei.

Es sind nicht nur die unzähligen Stunden über den Wolken, die die Fahrer im Gegensatz zu manchem Teammitglied in entsprechendem Luxus der gehobeneren Klassen verbringen: Die Reise über drei Kontinente bedeutet auch immer wieder die Anpassung an andere Zeitzonen und teilweise extreme klimatische Bedingungen. Sei es die Schwüle der Nacht in Singapur oder der brasilianische Spät-Frühling in Sao Paulo, während in Mitteleuropa der Herbst schon für Regen, Sturm und Nachtfrost sorgen kann.

Fitness besonders wichtig
"Ein wichtiger Punkt wird die Fitness sein", betonte Vettel mit Blick auf die Piloten und die gesamte Crew. Der deutsche Doppel-Weltmeister ist sich zwar sicher: "Die Jungs sind auf der Höhe." Es sei aber eine neue Situation.

Als wäre die Saison mit erstmals 20 Rennen nicht schon strapaziös und Vettels Kampf um den historischen Titel-Hattrick als dritter Pilot nach Juan Manuel Fangio aus Argentinien und Rekordweltmeister Michael Schumacher nicht schon schwer genug. "Wir haben die WM zwei Phasen unterteilt, eine bis Juli und die andere ab September", erklärte Kontrahent Alonso seine Strategie.

Ersatzteile sind weit weg
Ein Problem dürfte die Weiterentwicklung der Boliden sein, denn es geht Schlag auf Schlag. Wer wichtige Ersatzteile braucht, muss weite Wege dafür zurücklegen. Denn sowohl das Japan-Rennen in Suzuka als auch der Südkorea-Grand-Prix in Yeongam, Indien und Abu Dhabi sowie die USA und Brasilien sind allesamt WM-Läufe, zwischen denen es kein Wochenende Pause gibt. Und Flüge nach Europa, wo alle Teams ihre Zentralen haben, kosten schlichtweg Zeit.

Als reiche der Kampf mit erstmals sechs Weltmeistern im Feld als Herausforderung nicht schon aus - möglicherweise steht der Titelträger 2012 erst 252 Tage nach dem Saisonauftakt fest. Die WM-Trophäe wird am Ende nur einer in Händen halten, die Länderstempel im Reisepass werden für alle anderen kein Trost sein.

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