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Formel 1: Hamiltons 5. Sieg in Folge
USA-GP für Rosberg "enttäuschend"

Brite steuert auf WM-Titel zu - Entscheidung erst in Abu Dhabi - Mercedes will Fairness

Lewis Hamilton Maske © Bild: Mark Thompson/Getty Images

Lewis Hamilton feierte beim Formel-1-Grand-Prix der USA in Austin seinen fünften Sieg in Folge. Der Brite ließ seinem Teamkollegen und WM-Widersacher Nico Rosberg in Texas keine Chance und liegt weiter auf Titelkurs. Nach dem 32. GP-Sieg seiner Karriere wirkte der Mercedes-Pilot gelöst und zufrieden und setzte sich lässig den Cowboy-Hut des US-Motorsport-Idols Mario Andretti auf.

"Das ist ein unglaublicher Lauf. Diese ganze Saison ist schon unglaublich", erklärte Lewis Hamilton am Sonntagabend freudestrahlend. Der 29-jährige Engländer, der schon 2012 bei der Premiere auf dem Circuit of The Americas erfolgreich geblieben war, hat nach seinem bereits zehnten Saisonsieg alle Trümpfe in der Hand. Hamilton ist nun seit seinem Triumph am 7. September in Monza ungeschlagen. Und bis zum Finale in Abu Dhabi will er das auch bleiben.

"Ich konnte sogar die Reifen schonen"

"Ich habe von Beginn weg an diesen Sieg geglaubt", bemerkte Hamilton, der in Runde 24 an seinem aus der Pole Position gestarteten Teamkollegen vorbeizog. "Von Anfang an wusste ich, dass ich ihn (Nico, Anm.) erwischen werde. Und nachdem ich ihn überholt hatte, konnte ich mich sogar ein wenig entspannen und die Reifen schonen."

Lewis Hamilton mit Cowboyhut
© Mark Thompson/Getty Images Lewis Hamilton mit Mario Andretti

Für Rosberg blieb damit wieder einmal nur Platz zwei. Der Deutsche muss nun auf ein kleines Wunder hoffen. Trotz seiner 13. Pole Position reichte es für den 29-Jährigen wieder nicht zum Sieg, zum dritten Mal in Serie kam der Sohn des finnischen Ex-Champions Keke Rosberg hinter Hamilton ins Ziel. "Es ist nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe", gestand Rosberg. Er habe zu spät den Rhythmus gefunden. "Das ist mega-enttäuschend."

Noch keine Entscheidung in der WM

24 Punkte Rückstand hat Rosberg nun in der Fahrerwertung. Immerhin kann Hamilton am Sonntag in Brasilien im vorletzten Saisonrennen noch nicht den WM-Titel perfekt machen. "Der Ansatz bleibt der gleiche: voller Einsatz, volle Attacke, versuchen die Pole zu holen und in Interlagos zu gewinnen. Es gibt noch eine Menge Punkte zu holen und eine Menge kann passieren", betonte Rosberg.

Mercedes-Doppelführung in Austin
© GEPA pictures/ Ross Burton Mercedes fuhr von Beginn an vorne weg

Die Entscheidung fällt erst im Finale am 23. November in Abu Dhabi, wo es erstmals in der Geschichte doppelte Punkte gibt. Und sie fällt auf jeden Fall zwischen Hamilton und Rosberg, denn Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo kann nach Platz drei in Austin nicht mehr Weltmeister werden.

Mercedes will Zweikampf bis zum Schluss

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff forderte einen fairen Zweikampf zwischen Hamilton und Rosberg bis zum Schluss. "Wir wollen, dass es ein cleaner Weltmeister wird. Das ist vielleicht die neue Regel, dass es sauber und fair und clean zwischen den beiden bis zum Ende zugehen muss", gab der Wiener nach dem US-Grand-Prix zu Protokoll. "Wir wollen keine Senna-Prost-Situation haben. Das ist unser Anspruch."

Brasiliens Formel-1-Legende Ayrton Senna und der vierfache Weltmeister Alain Prost hatten 1989 ihre "Team-Feindschaft" bei McLaren auf die Spitze getrieben und waren im vorletzten Rennen in Suzuka kollidiert. Prost schied damals aus, während Senna das Rennen fortsetzte und gewann. Nachträglich wurde der Südamerikaner allerdings disqualifiziert und Prost dadurch vorzeitig vor Senna Weltmeister.

Meiste GP-Siege

1.Michael SchumacherGER91
2.Alain ProstFRA51
3.Ayrton SennaBRA41
4.Sebastian VettelGER39 *
5.Fernando AlonsoESP32 *
5.Lewis HamiltonGBR32 *
7.Nigel MansellGBR31
8.Jackie StewartGBR27
9.Jim ClarkGBR25
9.Niki LaudaAUT25

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