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Fünf Siege in sechs Rennen

Vettels Überlegenheit hinterlässt ratlose Rivalen. Ist der RB7 überhaupt zu schlagen?

Formel 1 - Fünf Siege in sechs Rennen © Bild: GEPA/Charniaux

Eine Wahnsinns-Bilanz wie Sebastian Vettel nach den ersten sechs Rennen, hat zuletzt Jenson Button 2009 geschafft. Danach war der Engländer auch Weltmeister geworden, obwohl die Konkurrenz im Lauf der Saison die anfängliche Dominanz der Brawn-GP bald gebrochen hatte. Nach dem bisherigen Erfolgslauf Vettels im überlegenen RB7 fragen sich nun auch diesmal die hinterherfahrenden Rivalen, wann die Vorherrschaft von Red Bull Racing zu Ende gehen kann.

Wirklich absehbar ist sie nicht, denn der von Adrian Newey durchdachte RB7 scheint als Gesamtpaket noch überlegener zu sein als seinerzeit der Brawn. "Bisher gab es keine Strecke, auf der wir nicht konkurrenzfähig waren", gab auch Red Bulls Motorsportdirektor Helmut Marko zu, warnte aber im gleichen Atemzug. "Die Strecken, die uns weniger liegen, kommen noch."

Marko ist zu sehr Realist, um nicht genau zu wissen, dass schon bald alles ganz anders sein kann. "Irgendwann wird dieser Positiv-Lauf vermutlich abreissen", fürchtete Marko vor den nun folgenden Rennen in Kanada und Valencia. "Irgendwann läuft auch bei uns einmal mehr schief als diese Boxenstopps in Monaco. Und dann bist du gleich hintendran", stieg der Steirer daher noch im Fürstentum auf die Euphorie-Bremse.

Schadet die Regeländerung?
In der Tat droht erstes Ungemach womöglich bereits von der Entscheidung hinsichtlich des von Auspuffgasen ständig angeblasenen Diffusors, einem der Geniestreiche Neweys. Der englische Design-Guru erklärte dieses Sytem in Monaco aber für "legal" warnte davor, dass ein Verbot eklatante Probleme für die Standfestigkeit des Renault-Motors ergeben könnte.

Aber selbst wenn dieses mittlerweile ohnehin vom Großteil der Konkurrenz verwendete System verboten werden sollte: Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Gesamtpaket des RB7 noch längere Zeit überlegen sein sollte.

Dazu kommt, dass Vettel auch sportpolitisch wesentlich geschickter agiert als sein Hauptrivale Lewis Hamilton. Während der Brite auch in Monaco wild auf die Stewarts schimpfte, engagiert sich Vettel zwei Tage nach dem Monaco-Triumph bei der Demonstration elektronischer Fahrerassistenzsysteme durch die österreichische FIA-Vertretung ÖAMTC in Teesdorf. "Sehr g'scheit von ihm", lobte Ex-Rennfahrer Alexander Wurz die Positiv-Aktion Vettels.