Formel 1 von

Ferrari will mit
neuem Motor auftrumpfen

Formel-1-Weltmeister Vettel: "Wir versuchen alles, um die Lücke zu schließen"

Sebastian Vettel © Bild: imago/Crash Media Group

Ein signifikantes Motorenupdate soll Ferrari in der Formel-1-WM näher an Spitzenreiter Mercedes herangebracht haben. "Wir sind hier, um zu kämpfen", versicherte der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel vor dem Grand Prix von Kanada. Mercedes sei aber immer noch der klare Favorit. Vettel: "Die Aufgabe, sie einzuholen, ist riesig. Aber wir versuchen alles, um die Lücke zu schließen."

Die Hoffnung liegt auf einem überarbeiteten Triebwerk, das Ferrari im Zusammenspiel mit einem verbesserten Sprit mehr als 20 zusätzliche PS bringen soll. Mercedes dagegen hat seine Antriebseinheit nur im Standfestigkeitsbereich weiterentwickelt. Zuviel will sich Vettel vom neuen Motor dennoch nicht erwarten. "Es ist ein kleiner Schritt", sagte der Deutsche. "Hoffentlich bringt er Leistung. Ich kann aber nicht sagen, wie viel."

Ferrari will Siege sehen

Den Angriff ließ sich Ferrari drei sogenannte Tokens kosten. Mit diesen Jetons müssen die Teams in dieser Saison Entwicklungen am Motor bezahlen. Mercedes hat schon im Winter mehr davon aufgewendet als die Konkurrenz. Wie Ferrari haben die Silberpfeile noch sieben Stück davon übrig, verriet der WM-Zweite Nico Rosberg. Eingesetzt werden dürften sie aber erst in der zweiten Saisonhälfte.

Ferrari dagegen versucht alles, um demnächst um Siege zu fahren. In Montreal ist bereits der dritte von vier pro Saison erlaubten Motoren im Auto. "Wenn du nicht vorne liegst, musst du aggressiv sein. Das ist aber für alle gleich", erklärte Vettel. Die Entwicklung entspreche dem Plan, den man sich im Winter zurechtgelegt habe. "Es sollte eine kleine Verbesserung sein. Ich hoffe, sie hilft uns, Mercedes zu jagen. Der Abstand ist immer noch da."

Probleme mit den Reifen

Vor allem im Qualifying ist die Scuderia - trotz aller Fortschritte, die man mit Neuzugang Vettel im Vergleich zum verkorksten Vorjahr gemacht hat - noch nicht ganz auf der Höhe. Die Reifen kommen nicht schnell genug auf Temperatur. "Wir wissen, was uns fehlt. Das macht die Sache einfacher", meinte Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen. "Wir müssen uns im Qualifying verbessern."

Die Updates spielte der Finne herunter: "Das sind ganz normale Dinge, die wir im Lauf des Jahres machen." Eines Jahres, in dem Ferrari in sechs Rennen schon sechs Podestplätze geholt hat - dreimal so viele wie in der gesamten vergangenen Saison. "Die Erwartungen wurden schon in vielerlei Hinsicht übertroffen", sagte Vettel. "Wir wissen aber auch, dass wir noch nicht da sind, wo wir sein wollen. Da fehlt uns noch ein bisschen."

Regelmäßige Rennsiege sind das Ziel. "Wir sind hier, um zu gewinnen", betonte Vettel. An Motivation mangle es der Scuderia nicht. "Aber wir wissen auch, dass das nicht von heute auf morgen geht. Dafür ist der Abstand zu groß. Da müssen wir ein bisschen Geduld haben." In Montreal sind noch die Silberpfeile die Gejagten. Der Rückstand von Vettel auf WM-Leader Lewis Hamilton beträgt derzeit 28 Zähler.

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