Formel-1-Boss Ecclestone: Endgültige Einigung mit Herstellern steht bevor

"Mehr oder weniger glückliche Übereinkunft erreicht"

Die endgültige Einigung der Hersteller mit Bernie Ecclestone über die Zukunft der Formel 1 ist nur noch eine Formsache. "Sie sind offen und ich denke, dass wir im Bezug auf die kommerzielle Seite mehr oder weniger eine glückliche Übereinkunft mit allen erreicht haben", sagte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone im Vorfeld des WM-Auftakts in Bahrain. "Aber was die technische Seite betrifft, denke ich, dass sie weiterhin mit der FIA sprechen müssen", meinte der 75-jährige Brite.

Am 26. Februar hatten sich die Vertreter der Herstellervereinigung GPMA, der neben Mercedes und BMW noch Renault, Toyota und Honda angehören, getroffen. "Sie wissen, dass sie einen Weg finden müssen, um die hohen Ausgaben zu stoppen", betonte Ecclestone. "Aber sie wissen auch, dass sie dabei einen Weg finden müssen, um den Fortschritt im technischen Bereich der Formel 1 nicht zu hemmen."

Den Werksteams eine Budget-Grenze zu setzen, hält Ecclestone für nicht möglich. "Wie soll man jemandem ein Limit setzen, der in der Lage ist Geld auszugeben? Ich kann nicht einmal meiner Frau ein Limit setzen, was sie ausgibt."

Vielmehr müssten Wege gefunden werden, "damit wir die Notwendigkeit verringern, Geld auszugeben, um wettbewerbsfähig zu sein". Was Ecclestone nicht will, ist eine weitere Beschneidung der Technologie in der Königsklasse des Motorsports. "Das dürfen wir nicht tun, denn die Formel 1 ist High Tech, die auf Straßenautos übertragen wird", erläuterte der Engländer.

Unterschrieben ist zwar noch nichts, doch auch von Seiten der einstigen Wortführer der Konkurrenzserie kommen versöhnliche Töne. "Wir sind auf einem guten Weg. Die Chance auf eine Verständigung auf der kommerziellen Seite ist sehr groß", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Der Vorstand des bayrischen Automobilherstellers, Burkhard Göschel, hatte lange Zeit den heftigsten Widerstand geleistet.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sprach ebenfalls von der "richtigen Richtung". Die Investorengruppe CVC, deren Teilhaber und Geschäftsführer Ecclestone ist, habe allergrößtes Interesse an einem Konsens. "Ich denke, dass alle, die jetzt in der Formel 1 sind, auch 2008 in der Formel 1 sein werden", pflichtete McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis bei und sprach von einem "sehr konstruktiven Meeting". Letztlich sei eine eigene Rennserie nie das Ziel gewesen.

Ebenfalls für einen weiteren gemeinsamen Weg mit Ecclestone plädierte bereits Renault-Teamchef Flavio Briatore. Die restlichen sechs Teams hatten sich bereits zu dem neuen Concorde Agreement bekannt. Ferrari hatte als erstes Team schon vor über einem Jahr unterschrieben. Es folgten Red Bull, die Scuderia Toro Rosso, Midland F1, Williams und Super Aguri.

Offen ist dagegen der Ausgang der Auseinandersetzung zwischen dem FIA-Präsidenten Max Mosley und den Herstellern. Der Verbandschef setzte den Teams bereits eine Nennfrist für die WM 2008 und möchte die Entwicklung vor allem im Motorenbereich einfrieren. Ziel: Neben einer besseren Kontrolle vor allem geringere Ausgaben. Mit einem Budget von 100 Millionen Euro sollen die Teams seiner Meinung nach auskommen müssen.

Zum Vergleich: Angeblich gibt Toyota 425 Millionen Euro pro Jahr aus, Honda als Nummer zwei auch noch 400 Mio. "Die Japaner wollen die technische Freiheit", sagte Haug. Der Mercedes-Motorsportchef sprach sich dagegen für "grundsätzliche Restriktionen" aus.

(apa/red)