Formel 1 von

Die Neuerungen der
kommenden F1-Saison

Formel 1 - Die Neuerungen der
kommenden F1-Saison © Bild: APA/AFP/JOSE JORDAN

Am 25. März startet die neue Formel-1-Saison im australischen Melbourne. Wir präsentieren die Neuerungen der Saison 2018.

Cockpitschutz "Halo"

Die Optik bleibt gewöhnungsbedürftig. Die erste große Aufregung um den neuen Formel-1-Cockpitschutz hat sich aber schon gelegt. "Es ist nicht schön, aber alles andere ist fein", meinte Daniel Ricciardo, der mit einer Tagesbestzeit in die Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya gestartet war.

© APA/AFP/JOSE JORDAN Daniel Ricciardo in Montmelo

"Du kannst dich dran gewöhnen", befand sogar der Deutsche Nico Hülkenberg, bekennender Kritiker des sogenannten Heiligenscheins ("Halo"). Als "grässlich" bezeichnet ihn der Renault-Pilot jedoch weiterhin. Als störend beim Fahren hat Hülkenberg die Bügelkonstruktion aber ebenso wenig empfunden wie Ricciardo oder der zweifache Ex-Weltmeister Fernando Alonso von McLaren.

© APA/Margret Schmitt

Die Strebe, die den Titanbügel mit dem Chassis in der Mitte vor dem Cockpit mit dem Bügel verbindet, nimmt auch er praktisch nicht wahr, wenn er im Wagen sitzt. "Beim Fahren fokussierst du eine längere Distanz", erklärte Alonso. "Es mag seltsam klingen, aber ich habe ihn nicht bemerkt", betonte Ricciardo.

"Halo" soll besser bei Unfällen schützen

Halo soll die Fahrer bei Unfällen vor allem vor herumfliegenden größeren Teilen schützen. Allerdings hält die Konstruktion nebenbei auch Regen ab, was die Einschätzung der Streckenbedingungen für die Fahrer erschwert. Es habe geregnet, das Visier sei aber völlig trocken gewesen, meinte Hülkenbergs spanischer Teamkollege Carlos Sainz.

"Haifischflosse" und T-Flügel sind weg

Die Formel-1-Autos haben künftig keine "Haifischflossen" mehr. Mit Ausnahme von McLaren haben sich alle Rennställe darauf verständigt, dass die großen Heckfinnen in der kommenden Saison nicht mehr erlaubt sein sollen.

© APA/AFP/Giuseppe CACACE Die "Haifischflossen" von 2017 (hier bei Bottas und Hamilton) sind Geschichte

Die Königsklasse des Motorsport war nach einer Reglement-Reform seit 2017 mit breiteren, schnelleren Autos unterwegs. Aus aerodynamischen Gründen stach auch eine mehr oder weniger große Finne am Heck bei den 2017er-Boliden ins Auge. Red-Bull-Teamchef Christian Horner war von Beginn ein Kritiker dieser "Haifischflossen" und plädierte für "Ästhetik vor Aerodynamik". Da sich diese Position nun offenbar durchgesetzt hat, wird die Haifisch-Optik zum "one-season wonder".

Der T-Flügel ist auch verboten. Unmittelbar vorm Heck hatten die Teams ihren Autos noch diesen weiteren Flügel verpasst. Spötter nannten ihn auch Kleiderbügel.

Weniger Motoren, mehr Reifenmischungen

Künftig muss jeder Fahrer mit drei statt vier Motoreinheiten pro Saison auskommen. Bei den Reifen dürfen die Teams 2018 aus sieben statt wie bisher aus fünf Mischungen wählen, Lieferant Pirelli verspricht damit noch mehr Spektakel. Neu eingeführt werden biometrische Handschuhe, die unter anderem den Puls der Fahrer messen und diese Daten übermitteln, um Rettern bei Unfällen die Einschätzung der Situation zu erleichtern.

Strafsystem wurde vereinfacht

Das Strafensystem wurde vereinfacht. Teilweise mussten Fahrer in den zurückliegenden Jahren theoretisch 45 Plätze am Start zurück - bei nur 20 Plätzen. Wer dann noch wo stand, wurde zu einem großen Rechenspiel. Nun kommt jeder Fahrer, der 15 und mehr Positionen zurückversetzt wird, ans Ende des Feldes. Betrifft das mehr als einen Fahrer, wird die Reihenfolge nach der zeitlichen Abfolge der verhängten Strafen festgelegt.

"Grid Kids" statt "Grid Girls"

Die berühmten "Grid Girls" sind ab dieser Saison Geschichte. Die Führung der Rennserie begründete dies mit dem gesellschaftlichen Wandel, denen der Aufmarsch leicht bekleideter Mädchen als Grid Girls neben den Rennautos widerspreche. "Wir glauben nicht, dass dieser Brauch passend oder bedeutend für die Formel 1 und ihre bisherigen und künftigen Fans in aller Welt ist", wurde Formel-1-Marketingchef Sean Bratches zitiert.

© APA/AFP/GETTY IMAGES/CLIVE ROSE "Grid Girls", wie hier beim Rennen im Oktober 2017 in Mexiko, sind Geschichte

Die "Grid Girls" werden ab Melbourne von "Grid Kids" ersetzt. Auf die Burschen und Mädchen, die vom lokalen Grand-Prix-Ausrichter ausgewählt werden sollen, warte laut Marketing-Chef Sean Bratches ein "unvergessliches Erlebnis". Einen besseren Weg, die nächste Generation Formel-1-Helden zu inspirieren, gebe es nicht, wurde der US-Amerikaner zitiert.

Neue Startzeiten der Grand Prix'

In der aktuellen Saison beginnen die Rennen immer um zehn Minuten nach und nicht wie bisher zur vollen Stunde. In Europa starten die meisten Grand Prix - auch der von Österreich am 1. Juli auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg - jetzt zudem rund eine Stunde später, also um 15.10 Uhr. Auch das Rennen in Brasilien beginnt erst um 15.10 Uhr, der Grand Prix von Frankreich am 24. Juni in Le Castellet wird sogar erst um 16.10 Uhr gestartet. Auch alle Training-Sessions und das Qualifying werden eine Stunde später beginnen.

© APA/AFP/Giuseppe CACACE Gestartet wird künftig erst um 15.10 Uhr

Die Veränderungen wurden mit dem Zuschauerinteresse begründet. Untersuchungen hätten ergeben, dass in Europa und Brasilien später am Nachmittag mehr Menschen erreicht werden könnten. Der Start um zehn Minuten nach der vollen Stunde sei besser, weil bisher viele TV-Sender erst ab der vollen Stunde übertragen hätten. Die Formel 1 hoffe nun, dass mehr von der Atmosphäre vor dem Start zu sehen ist.

21 Rennen - von Melbourne bis Abu Dhabi

Die heuer 21 Rennen umfassende Formel-1-Saison beginnt am 25. März mit dem Grand Prix von Australien in Melbourne. Der erste WM-Lauf in Europa wird am 13. Mai in Montmelo bei Barcelona gefahren. Das WM-Finale steigt am 25. November in Abu Dhabi.

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