Formel 1 2012 von

Der Trainer Alexander Wurz

Bei Williams Berater für die Fahrer. "Brauche nicht zu sagen, wie man Auto fährt."

Formel 1 2012 - Der Trainer Alexander Wurz © Bild: GEPA/Trienitz

Bruno Senna und Pastor Maldonado sollen besser werden - dank Alexander Wurz. Der Österreicher ist für Williams als Berater im Einsatz, verfolgte das Training in Melbourne aus unterschiedlichen Kurven, um die Lage der Autos zu analysieren. "Ich brauche ihnen nicht zu sagen, wie man Auto fährt", erklärt Wurz, warum er während Qualifying und Rennen weiterhin für den ORF im Einsatz ist. In diesen Situationen könne er ohnehin nicht helfen.

"Aber auch Spitzensportler wie Tiger Woods oder Roger Federer haben mehrere Coaches, die ihnen helfen, die Effizienz herauszuholen", zieht Wurz Parallelen zu anderen Sportarten. Das macht er mit gezielten Hinweisen vor den Sessions. "Ich gebe ihnen ausgefilterte Informationen, wenn sie sie brauchen. Ich will mich aber nicht wichtig machen", betonte der Niederösterreicher. Denn Hochleistungssportler sind im Grenzbereich besonders sensibel. "Wenn man mir jemanden vorgesetzt hätte, wäre ich eventuell sogar auf die Barrikaden gestiegen", erinnerte der 38-Jährige. "Als Motorsportler bist du extrem egoistisch."

69 Grand Prix hat Wurz für Benetton, McLaren und Williams bestritten. Dazu hat der Österreicher, der hauptberuflich noch in der Langstrecken-WM für Toyota fährt, jahrelange Erfahrung als Testpilot. "Alex ist so erfahren, er kann uns helfen, unsere Leistungen zu verbessern", meinte der Venezolaner Maldonado. "Es ist positiv, einen weiteren Fahrer im Team zu haben, der die Sache von außen sieht. Im Cockpit ist es schwierig, alles mitzubekommen."

Senna profitiert von Wurz
Auch Senna lobte Wurz' Arbeit. "Er ist lange genug dabei, um Dinge zu wissen, von denen wir profitieren können", erklärte der Brasilianer. "Ich werde ihn so viel wie möglich verwenden." Bei 15 der 20 Saisonrennen wird Wurz dabei sein. "Es braucht Zeit, bis ein Vertrauensverhältnis aufgebaut ist", meinte der zweifache Le-Mans-Sieger. "Er hat absolut freie Hand, wie er seinen Job anlegt", ergänzte Williams-Geschäftsführer Adam Parr.

In den ersten Trainings landete Maldonado (8. und 17.) zweimal vor Senna (14. und 19.). Letzterer steht nach seinem Wechsel zu Williams in dieser Saison besonders im Mittelpunkt, war sein legendärer Onkel Ayrton Senna doch 1994 in Imola in einem Auto des englischen Traditionsteams tödlich verunglückt. Dennoch habe seine Familie die sich bietende Gelegenheit unterstützt, versicherte der Neffe des dreifachen Weltmeisters.

Senna über Gerhard Berger
"Ich hoffe, dass es ein schönes, neues Kapitel wird", erklärte der 28-Jährige. "Der Anfang von einer großen Geschichte." Ayrtons früherer Teamkollege Gerhard Berger hatte ihn vor einigen Jahren für Nachwuchsrennen nach Europa gebracht. "Er war der Schlüssel für meine Karriere", sagte Bruno Senna einmal. Nun soll ihm mit Wurz ein anderer Österreicher dabei helfen, ein neues Level zu erreichen.