FORMAT präsentiert Münchner Wohnsinn - Kare eröffnet Flagshipsstore in der Sale City

Vösendorfer Sale City Süd leidet an Kundenschwund Dank Möbel-Gigant soll Einkaufs-Welt wieder florieren

FORMAT präsentiert Münchner Wohnsinn - Kare eröffnet Flagshipsstore in der Sale City

Das deutsche Einrichtungshaus Kare eröffnet einen Flagshipstore in der Sale City in Vösendorf - damit fällt der Startschuss zu einer rasanten Expansion.

Maurizio Totta war nicht nach Reden. Das Telefonat würde nur sehr kurz dauern, kündigte er gleich zu Beginn des Gesprächs an. Wie der Chef der Vösendorfer Shopping City Süd (SCS) meinte, wäre es nicht klug, zum jetzigen Zeitpunkt Auskünfte über die Zukunft der stark angeschlagenen Sale City Süd zu geben. Erstaunlicherweise wurden es dann doch gut fünf Minuten, in denen Totta vom traurigen Schicksal des ebenfalls von ihm gemanagten Shoppingzentrums erzählte. "Die angrenzende SCS zieht leider zu viel Kaufkraft ab, für die Sale City läuft es dementsprechend schlecht", gesteht Totta, dessen dortige Mieter aufgrund schwächelnder Umsätze jüngst das Feld räumten.

KARE - Retter in der Not?
Totta weiß, dass nur ein Label von immenser Zugkraft die rund 10.000 Quadratmeter große Shoppingmall zu retten vermag. Und ein ebensolches glaubt der Manager in Kare gefunden zu haben. So soll im Herbst auf mehr als 4.000 Quadratmetern das weltweit größte Geschäft der Münchner Einrichtungskette entstehen. Mit FORMAT sprachen Kare-Gründer und Alleineigentümer Peter Schönhofen, 50, und Jürgen Reiter, 49, über ihre ambitionierten Expansionspläne.

Echte Schnäppchen - Fehlanzeige
Natürlich stehe der Name Kare für "kaum Reklamationen" und der Slogan "Kare die zwei Wohnsinnigen" von jeher für das Unternehmen. Dass Kare auch "mehr Geschmack als Geld" garantiere, ist Peter Schönhofen aber nicht so schnell abzukaufen. Denn bei Kare ist der Einkauf nicht billig. So gibt es einfache Bürodrehstühle erst ab 364 Euro, Regale für Flatscreens etwa um 479 Euro. Dennoch meint Kurt Lang, Einrichtungsexperte der WKÖ, die Kare-Ware sei nicht überteuert, zumal es sich um echte Designerware handle.

Rasende Vermehrung
Was 1981 mit einem winzigen Laden in München begann, ist heute ein weltweit tätiges Unternehmen, das per Jahresende neunzig Millionen Euro umsetzen dürfte. Schönhofen und Reiter betreiben mittlerweile zwölf Stores in Eigenregie, davon neun in Deutschland und drei in Österreich. Rund 300 Mitarbeiter sind in den von ihnen direkt geführten Läden tätig. Damit nicht genug: Vierzig weitere Shops werden von Franchisepartnern gemanagt, ein Großteil davon befindet sich in europäischen Ländern, etwa in Italien und der Schweiz. Fünfzig zusätzliche Verkaufsstellen sind Shops in Shops so wie jener bei Leiner auf der Mariahilfer Straße.

KARE - Olè!
Darüber hinaus vertreiben mehr als 1.200 Großhändler das Label in insgesamt 91 Ländern. "Wir stehen zudem unmittelbar vor dem Opening unseres ersten Geschäfts in Spanien", verrät Schönhofen. Noch heuer will das Unternehmerduo zehn weitere Stores vornehmlich in Europa eröffnen, bis 2010 sollen es gar hundert neue Läden auch an fernöstlichen Standorten wie Bangkok und Tokio sowie in Beirut sein.

Internationale Designer
Die Ware stammt zu einem Gutteil aus Indien und Südostasien, aber auch aus Italien, Frankreich und Osteuropa. "Wir haben weder eigene Fabriken noch kaufen wir im Großhandel", erzählt Reiter. Die Ware werde ausschließlich bei internationalen Designern erworben. Dass Totta mit Kare also die Sale City wiederbeleben will, ist keineswegs so abwegig. Seit 1994 Mieter im zur SCS gehörenden Multiplex, gilt Kare als verlässlicher Kundenbringer.

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