FORMAT: Erstmals werfen Frauen die Kugel:
Weibliche Groupiers bei den Casinos Austria

Und wieder einmal fällt eine Domäne der Männer Unter den 50 neuen Mitarbeitern sind 21 Frauen

FORMAT: Erstmals werfen Frauen die Kugel:
Weibliche Groupiers bei den Casinos Austria

Und wieder ist eine Domäne der Männer gefallen. Erstmals in der Geschichte der Casinos Austria beschäftigt das Glücksspielunternehmen weibliche Croupiers. Der Grund für die erstaunlich lange Absenz des schönen Geschlechts hinter den Spieltischen: Seit über zehn Jahren wurden keine neuen Mitarbeiter in diesem Bereich aufgenommen, und davor war die geschlechtsneutrale Ausschreibung des Jobs kein Thema. Doch eine unerwartete Belebung des Geschäfts machte nun eine Aufstockung des Personals notwendig. Unter den über 50 neuen Mitarbeitern sind immerhin 21 Frauen.

Ausbildner und Chef des Wiener Casinos auf der Kärntner Straße, Edmund Gollubits: "Früher war das Nachtarbeitsgesetz nachteilig für Frauen, daher wurde der Croupier zum reinen Männer-Job." Doch das Publikum hat sich an Rock statt Hose rasch gewöhnt. Katharina Binder, eine der Novizinnen am Filz: "Anfangs waren die Stammgäste noch etwas verwirrt, doch mittlerweile sind wir akzeptiert, und die Reaktionen sind eher positiv."

Dass die Damen schließlich doch zum Zug kamen, verdanken sie nicht zuletzt einem überhasteten Personalabbau. In den vergangenen Jahren haben die Casinos angesichts rückläufiger Umsätze zahlreiche Croupiers gekündigt, oft sogar mit Golden Handshake. Dennoch könnte sich Kündigung und Neuanstellung ausgezahlt haben, denn die aktuellen Gehälter liegen deutlich unter denen der früheren Beschäftigten. So beginnt das so genannte Praktikumsgehalt bei 1.600 Euro brutto. Dass dieses schmale Salär durch generöse Trinkgelder noch weiter aufgebessert wird, ist übrigens eine irrige Annahme. Das traditionelle Tip "für die Angestellten" verbleibt im Säckel des Casinos. (FORMAT Nr. 32/2006)