FORMAT: Das Erfolgsmodell Zeitarbeit wird zunehmend zum Sprungbrett in fixe Jobs

Ältere und Berufseinsteiger können sich profilieren Bringt Firmen Flexibilität und Produktionsausgleich

FORMAT: Das Erfolgsmodell Zeitarbeit wird zunehmend zum Sprungbrett in fixe Jobs © Bild: NEWS/Herrgott

Zeitarbeit ermöglicht nicht nur Unternehmen flexibleren Personaleinsatz, sondern wird auch für immer mehr Arbeitnehmer zum Sprungbrett in einen fixen Job.

Für Leute wie den Verkaufsleiter Josef Schmoll, 57, den qualifizierten Facharbeiter Manfred Stütz, 54, oder die Buchhalterin Friederike Heil, 49, ist die Lage am Arbeitsmarkt - trotz des viel beklagten Fachkräftemangels - kein Honiglecken. Einen neuen Job zu finden, egal ob aus eigenem Wunsch oder gezwungenermaßen, ist in ihrem Alter alles andere als einfach. Alle drei haben dennoch den Wechsel in eine neue Fixanstellung geschafft - und zwar über den Umweg Zeitarbeit.

Der Hintergrund: Viele Firmen schrecken vor der Anstellung älterer Mitarbeiter zurück, weil für diese ein verschärfter Kündigungsschutz gilt. Der greift auch dann, wenn weder Arbeitsleistung noch -motivation besonders ausgeprägt sind. Kommen ältere Arbeitnehmer dagegen als Zeitarbeiter in ein Unternehmen, fällt dieses Risiko für den Firmenchef weg. Und hat der sich erst einmal ein paar Monate von den Qualitäten der älteren Newcomer überzeugt, ist auch die Anstellung meist kein Problem.

So auch für Harald Sükar, den früheren Österreich-Chef von McDonald's und seit drei Jahren Eigentümer der Grazer Traditionsbäckerei Hubert Auer. "Manfred Stütz ist über den Personaldienstleister Manpower als Haustechniker zu uns gekommen. Ich habe sofort gesehen, dass er mit seinen vielfältigen Kenntnissen und Erfahrungen ein sehr wertvoller Mitarbeiter für uns sein wird", so Sükar.

Chance für Berufseinsteiger
"Auch Berufseinsteiger wie HAK- oder HTL-Absolventen wählen immer häufiger den Start über einen Personaldienstleister", berichtet Irmgard Prosinger, Prokuristin und Sprecherin von Trenkwalder International. Das Kalkül dahinter: Eine einzige Bewerbung kann die Eintrittskarte für viele attraktive Unternehmen sein. Trenkwalder führt so renommierte Firmen wie Atomic, Magna, Microsoft, Sony, Mobilkom und voestalpine auf der Kundenliste. Und immerhin 35 Prozent aller Zeitarbeitskräfte werden letztlich von den Kunden dauerhaft übernommen.

Für die Firmen stehen beim Thema Zeitarbeit natürlich Flexibilität und Ausgleich von Auslastungsschwankungen im Vordergrund. Skihersteller Atomic, durch einen jahreszeitlichen Produktionsrhythmus und unterschiedlich starke Ski-Saisonen gleich zweifach von Schwankungen betroffen, setzt in seinem Werk in Altenmarkt bereits seit Jahren auf die Dienste von Personalbereitstellern. Rund ein Drittel der 600 Mitarbeiter stehen im Schnitt auf der Payroll von Trenkwalder.

Zahl der Zeitarbeiter verdoppelt
Insgesamt hat sich die Zahl der Zeitarbeiter in Österreich im letzten Jahrzehnt auf rund 67.000 mehr als verdreifacht. Die Wachstumsraten bleiben laut einer europaweiten Studie von Interconnection Consulting hoch. 2010 sollen bereits mehr als 100.000 heimische Arbeitnehmer bei Personaldienstleistern angestellt sein.

Mit rund 1.600 Zeitarbeitsanbietern ist der heimische Markt stark zersplittert. Weltmarktführer Adecco und Manpower, vor wenigen Wochen durch die Fusion Randstad und Vedior von Rang zwei auf drei der Umsatz-Weltrangliste verdrängt, zählen aber auch hierzulande zu den führenden Anbietern. Mit Trenkwalder International verfügt Österreich jedoch auch selbst über das Headquarter eines internationalen Personaldienstleisters, der in mehreren Ländern Zentral- und Osteuropas den weltweiten Top-Playern das Nachsehen gibt.

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