FORMAT - Boom beim digitalisierten Alltag:
Marke & Komfort bei Heimelektronik gefragt

Umsätze im ersten Halbjahr um 7 Prozent gewachsen "Convenience" als neues Zauberwort für die Industrie

FORMAT - Boom beim digitalisierten Alltag:
Marke & Komfort bei Heimelektronik gefragt © Bild: Philips

Schon mal überlegt, mit Schallwellen die Zähne zu putzen? Sollte Ihnen der Zahnarzt beim nächsten Termin ein solches Produkt empfehlen, können Sie sicher gehen, in den aktuellen Höchststand der Zahnpflegetechnologie zu investieren. Dem "Wachstum durch Innovation" hat sich die Elektronik-und Haushaltsgerätebranche verschrieben und arbeitet hart daran, neue Marktsegmente oder Produkte zu erfinden.

In Österreich scheint das wieder gut zu funktionieren, wie anlässlich der Leit-messe Futura verlautet wurde. Im ersten Halbjahr 2006 waren die Umsätze um sieben Prozent auf 310 Millionen Euro gewachsen. Wobei der Fernsehmarkt mit 40 Prozent den Löwenanteil in der Unterhaltungselektronik bestreitet und die Fußball-Weltmeisterschaft den Herstellern ein sommerliches Weihnachtsgeschäft bescherte. Plus 52 Prozent für Flachbild-TVs, 38 Prozent mehr Umsatz bei MP3-Playern und ein Viertel mehr bei DVD-Recordern.

Die drahtlose Welt für zuhause
Das Spiel mit dem Konsumenten ist in der Unterhaltungselektronik auch immer eines mit Versuch und Irrtum. Scheinbare Innovationen werden von den Käufern nicht oder erst später, als von den Hersteller erhofft, angenommen. Die echten Innovationen von Marketingmascherln zu unterscheiden, ist nicht immer einfach, wie sich gerade an der Digitalisierung des Wohnzimmers zeigt.

Der Zentralrechner im Wohnzimmer und das drahtlose Heimnetzwerk sind Konzepte, die von IT-und Unterhaltungselektronik-Herstellern seit Jahren forciert werden und nun endlich ein massenmarktfähiges Stadium erreicht haben: Die digitalisierte Bild-und Tonbibliothek wird für den ganzen Haushalt zentral untergebracht, und die Dateien können drahtlos an verschiedenen Punkten - zentral gesteuert - wiedergegeben werden. Für diese Home-Media-Netzwerke gibt es derzeit noch verschiedene Standards, wer bei einer Marke bleibt oder sich nach Kompatibilität erkundigt, kann sich heute seine Heimanlagen zusammenstellen. Das viel beschworene Zusammenwachsen von PC und Unterhaltungselektronik ist in vollem Gange. Flat-TVs, die über WLAN vom PC angesteuert werden können, Küchenradios, die über Funkverbindung die MP3-Files oder Internet-radiostationen abspielen, Miniserver, die, im Keller stehend, die komplette DVD-Sammlung via Fernbedienung in allen Räumen zugänglich machen.

Marke und Komfort punkten noch vor dem Preis
Neben der aufgegebenen Kaufzurückhaltung investieren die Österreicher wieder mehr und legen dabei ein geändertes Kaufverhalten an den Tag. "Am spannendsten sind die Produkte, die modernste Technik und einfache Bedienung vereinen", sagt Franz Schlechta, Sprecher des Forums Hausgeräte. Mehr als der billigste Preis um jeden Preis zählen offenbar wieder die Marke, verbindlicher Service, aber vor allem der gesteigerte Komfort. "Convenience" nennen es die Engländer, und mit nichts anderem als Bequemlichkeit, gepaart mit einer gehörigen Portion Lifestyle, lässt sich der aktuelle Run auf die Kaffee-und Espressomaschinen erklären.

Die Gastronomie hält im Miniaturformat zuhause Einzug, und selbst der "altmodische" Filterkaffee wird von Herstellern wie Philips wieder reanimiert. Und der Kreativität in den Forschungslabors sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Selbst Produkte wie Rasierer, denen der Normalverbraucher kaum Innovationspotenzial zutraut, werden von den Produktdesignern ständig weiter gedreht, um so in dem vom neuen Körperbewusstsein und Wellnessboom getriebenen Konsumenten Kaufimpulse auszulösen.

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