Food-Fotografie von

So machen Sie Ihr Essen fotogen

Tipps vom Profi: Wie man Sushi, Pizza & Co. perfekt in Szene setzt

Essen fotografieren © Bild: iStockphoto

Die einen nervt es, die anderen greifen selbst zum Handy: Sobald das Essen am Tisch steht, wird zuerst mal eine kleine Fotosession eingeschoben. Leider können die Bilder oft nicht mit den perfekten Aufnahmen auf Instagram und Pinterest mithalten. Profis haben uns erklärt, wie man das ändert.

Vor einigen Jahren noch undenkbar, mittlerweile nahezu normal: Sobald das Essen am Tisch steht, wird bei vielen Foodies erstmal zur Kamera oder dem Handy gegriffen, bevor man Gabel und Messer in die Hand nimmt. Vor allem auf Instagram werden dann die wunderbarsten Food-Bilder gepostet.

Wer das Gefühl hat, dass seine Aufnahmen mit den perfekten Insta-Postings nicht mithalten können, kann sich einiges von Profis abschauen. Wir haben bei einem Foodstyling-Workshop des Online-Foodbestellservices Mjam mit dem Foodstylisten Markus Grillenberger und dem Foodfotografen Cliff Kapatais geplaudert und ihnen wichtige Tipps für alle ambitionierten Essensknipser entlockt.

Foodfotografie
© Philipp Lipiarski Grillenberger in Styling-Action

Grillenberger hat uns einerseits verraten, worauf man bei Speisen wie Sushi oder Pizza achten muss, Kapatais hat uns andererseits erklärt, was man beim Fotografieren an sich beachten sollte.

Die 6 wichtigsten Kameratipps

1. Die manuellen Einstellungen kennenlernen
Egal, welche Art von Kamera man benutzt: Blende, ISO und Verschlusszeit bestimmen, wie das Foto aussehen wird. Mit diesen drei Begriffen sollte man sich zumindest ein klein wenig auseinandersetzen, um gelungene Foodbilder zu schießen.

2. Weißabgleich nicht vergessen
Damit das Essen auf dem Bild genauso appetitlich aussieht wie in echt, ist ein Weißabgleich wichtig.

3. Belichtung erhöhen
Wenn man die Belichtung ganz alleine der Kamera überlässt, erhält man beim Fotografieren von Essen meist zu dunkle Bilder. Daher sollte man die Belichtungskorrektur auf +1/3 setzen.

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© Philipp Lipiarski Cliff Kapatais

4. Bildgestaltung beachten
Der Bildaufbau ist für das Endergebnis wesentlich. Daher immer auf den Goldenen Schnitt und den richtigen Bildausschnitt achten.

5. Nicht den eingebauten Blitz verwenden
Durch den Standardblitz wirkt Essen meist fahl und bekommt einen unansehnlichen Farbstich bzw. unvorteilhafte Schatten. Natürliches Licht ist am optimalsten.

6. Croppen statt zommen
Auf keinen Fall den digitalen Handyzoom verwenden. Die Bildqualität verschlechtert sich dadurch massiv. Lieber im Nachhinein einen speziellen Bildausschnitt wählen.

Styling-Tipps nach Foodgruppen

Wer nicht nur im Restaurant fotografiert, sondern für den eigenen Blog oder zum Spaß sein Essen zu hause in Szene setzt, kann der Optik ordentlich auf die Sprünge helfen und zum Stylisten werden.

1. Sushi
Sushi, besonders ein Mix aus Nigiri, Maki und Sashimi, eignet sich für Foodstyling besonders gut, da die "Rohprodukte" viele Farben mitbringen, mit denen man spielen kann. Da Maki & Co. schnell austrocknen, gilt beim Anrichten eine Faustregel: Zügig arbeiten! Dauert es dennoch einmal länger, erzeugt Wasser oder eine Mischung aus Wasser und Öl frischen Glanz .

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© Philipp Lipiarski Wasser und Öl täuschen Frische vor.

Vor dem Styling sollte Sushi unbedingt kaltgestellt und mit einem feuchten Stück Küchenrolle abgedeckt werden. Zwei der beliebtesten Sidekicks zu Sushi sind Wasabi und Sojasauce. Hier sollte darauf geachtet werden, Wasabi erst kurz vor Schluss zu platzieren und die Sojasauce gegebenenfalls mit
etwas Xanthan zu versetzen, damit sie auf dem Teller bleibt. Sushi ist als Foto-Objekt dank seiner Farben und verschiedenen Texturen sehr „dankbar“. Sowohl seitlich als auch von oben fotografiert, entstehen tolle Food-Shots.

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© Cliff Kapatais

2. Burger
Zwei Dinge sind essentiell für das Burger-Styling: kräftige Röstfarben und knackige Salate . Je mehr Ausstrahlung das Gericht bereits vor dem Styling hat, desto weniger muss künstlich erzeugt werden. Röstfarben oder auch Grillstreifen können mit schwarzer Lebensmittelfarbe nachempfunden werden. Ein gleichmäßiger „Brötchen-Teint“ entsteht am besten in der Pfanne mit etwas Öl, zum Fixieren des Brötchens eigenen sich Holzspieße perfekt. Am schönsten wirkt der Salat, wenn er mit etwas Glycerin- oder Xanthan-Wasser besprüht wird – dadurch entstehen Wassertropfen.

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© Philipp Lipiarski Schwarze Lebensmittelfarbe erzeugt optisch Röstaromen.

Marinade oder ein zu heißes Burger Bun sollten vermieden werden, da der Salat sonst zusammenfällt. In Puncto Fotografie bieten sich beim Burger seitliche Aufnahmen an, damit die Schichten bzw. die verschiedenen Ingredienzien des Burgers erkennbar sind. Dieser Look kann noch verstärkt werden, in dem man die oberen Schichten des Burgers etwas nach hinten versetzt. Besonders wichtig für das Auge sind auch Saucen und Käse – hier kann ein Fön dabei helfen, kurz vor dem Shooting die richtige Konsistenz zu erzeugen.

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© Cliff Kapatais

3. Pizza
Pizza ist eine heikle Angelegenheit im Foodstyling. Die Bräunung des Teiges muss perfekt zum Rot der Tomatensauce passen, der Käse muss geschmolzen aussehen, die Zutaten dürfen aber nicht darin versinken. Für Fotografien werden die Zutaten also separat zur Pizza
angerichtet
und gegebenenfalls sogar vorab in einer Pfanne angebraten, bis die Optik stimmt. Beim Belag gilt: Weniger ist mehr , eine überfüllte Pizza spricht das Auge nicht an! Beim Shooting wird ebenfalls auf einige wenige, dafür farblich aussagekräftige Zutaten gesetzt – allen Zutaten voran der „Farbklecks“ Basilikum.

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© Philipp Lipiarski Olivenöl macht Pizza-Bilder fruchtig-frisch.

Olivenöl eignet sich perfekt dazu, den Pizzarand frischer aussehen zu lassen. Aufgrund der runden Form empfiehlt es sich, Pizzen von oben zu fotografieren, daher spielt auch die Unterlage eine Rolle. Beliebt sind beispielsweise Holzbretter oder Marmorunterlagen, diese lassen die rote Farbe der italienischen Köstlichkeit strahlen.

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© Cliff Kapatais

4. Desserts
Gerade bei Desserts darf „gekleckert“ werden – gezielt ist hier allerdings das Zauberwort. Denn "absichtlich gepatzt" lockert beispielsweise Staubzucker jede Süßspeise auf.

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© Philipp Lipiarski

Wird ein Dessert mit Beeren gestylt, so wirken diese noch ansehnlicher, wenn sie mit ein paar Tropfen Wasser beträufelt werden. In der Foodfotografie wird oft auf Close-up Shots gesetzt, besonders, wenn Beeren oder Saucen im Spiel sind.

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© Cliff Kapatais

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