Folter und Grausamkeiten im Irak: USA
sind empört über WikiLeaks-Enthüllungen

Clinton warnt: Veröffentlichung gefährdet Leben Gründer: Berichte offenbaren Kriegsverbrechen

Folter und Grausamkeiten im Irak: USA
sind empört über WikiLeaks-Enthüllungen © Bild: AP/Alleruzzo

109.000 Tote, davon mehr als 60.000 Zivilisten, 15.000 bisher unbekannte Opfer: Diese Bilanz des Irak-Krieges allein in den Jahren 2004 bis 2009 zieht der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange. In London verteidigte er vor Journalisten die Veröffentlichung der knapp 400.000 Dokumente der US-Armee, die von den USA und Großbritannien scharf verurteilt wurde.

Die Dokumente offenbarten klare Beweise für Kriegsverbrechen, sagte Assange in London. Sie seien zudem redaktionell so bearbeitet, dass niemand gefährdet werde. Er reagierte damit auf das Hauptargument der Regierung in Washington, die Veröffentlichung gefährde das Leben von US-Soldaten, aber auch Einheimischer. Außenministerin Hillary Clinton höchstselbst warnte, die Veröffentlichung könne Leben gefährden. Die nationale Sicherheit der USA und anderer stehe auf dem Spiel. Das Pentagon forderte von WikiLeaks, die geheimen Dokumente sofort wieder aus dem Netz zu nehmen. Längst wisse man, dass Terroristen sie nach Brauchbarem für Anschläge durchforsteten. Nichts half: WikiLeaks dokumentiert mit dem jüngsten Coup nicht nur den Krieg, sondern auch die Ohnmacht einer Supermacht im Zeitalter des Internets.

Folter und Barbarei in irakischen Gefängnissen
Die Veröffentlichung ist das größte Informationsleck dieser Art in der Geschichte der USA. Besonders delikat: Viele der Berichte über grausige Zustände, Folter und Barbarei in irakischen Gefängnissen sind noch gar nicht so alt. Und bis Ende 2011 will US-Präsident Barack Obama alle amerikanischen Truppen aus dem geschundenen Land abgezogen haben - nachdem er erst am 1. September nach mehr als sieben Jahren den Kampfeinsatz dort für beendet erklärt hatte.

Die Dokumente über geschlagene, versengte, verätzte, gepeitschte Häftlinge seien in jeder Hinsicht "ein beängstigendes Porträt der Gewalt", befindet die "New York Times", die wie eine Reihe anderer Medien weltweit die Akten sichtete. Sie seien aber "besonders besorgniserregend, weil Iraks Streitkräfte und Polizei zentrales Element von Obamas Plänen für den Abzug sind", merkt das Blatt an.

Söldnerfirmen verschlimmerten Chaos
Laut "New York Times" geht aus den geheimen Militärakten hervor, dass der Einsatz privater Sicherheitsfirmen im Irak das Kriegschaos erheblich verschärft hat. Es habe an Koordinierung mit den Streitkräften gemangelt, berichtete die Zeitung, die neben anderen Medien die knapp 400.000 Dokumente gesichtet hatte, online. Die Söldner "schossen oft ohne große Unterschiede zu machen auf unbewaffnete irakische Zivilisten, irakische Sicherheitskräfte, US-Soldaten und sogar auf andere private Sicherheitsleute - mit wenig oder gar keinen Konsequenzen".

Dokumente: Mehr Zivilisten unter Toten als angenommen
Die Dokumente sollen enthüllen, dass im Irak mindestens 15.000 Zivilisten mehr getötet wurden als bisher bekannt. Zusätzlich wurden Berichte über Folter und Erniedrigung veröffentlicht. WikiLeaks zitierte Augenzeugen mit den Worten: "Die einzigen Grenzen, die es gab, waren die Grenzen der Vorstellungskraft." In der Mehrzahl der Fälle gehe es um Taten von Irakern gegen Iraker.

Im Irak wie auch in Afghanistan handle es sich um "moderne, westliche Kriege", sagte Assange. Die Wahrheit bleibe auf der Strecke, "lange bevor der Krieg beginnt und lange nach seinem Ende". Die Veröffentlichung zeige die "Wahrheit" aus Sicht der US-Armee, sagte er.

(apa/red)

Kommentare

Alles nicht wahr, drum die Empörung Ich habe einen sehr guten Bekannten aus Texas. Wenn man ihm zuhört, wird einem fast schlecht ob dieser ferngesteuerten Menschen, die man sich in U.S.rael herangezüchtet hat. Er ist ein sehr netter Mensch, nur über die USA spricht er nicht. \'Es ist alles wahr, was \'Unsere\' sagen, drum ist die Empörung über WIKI-Leaks verständlich\'. O-Ton Jason. Daß dieses Land Leute mit TV - Serien direkt zur Gewalt hinstößt, fällt keinem auf. Sogar HISTORY und div Channels triefen vor Gewalt unter wissenschaftlichem Deckmäntelchen. Man erkennt das an völlig wirren Clinton Aussagen: \'Das Leben von Soldaten sei durch die Veröffentlichungen gefährdet!\' Kein Wunder - und ganz und gar nicht unbegründet. Warum macht sich die W.Pol jetzt nicht in Nordkorea wichtig? Ah, die könnten ZURÜCKSCHIESSEN, was?

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Gegen die AMIS darf niemand was sagen, das sind alles \"Helden\" ....Das Problem ist: In den Medien wird einfach zu viel Kriegspropaganda für Amerika gebracht. Die andere Seite, also wie es den Menschen geht, die angegriffen werden, hört man nie!
Wenn WikiLeaks sowas veröffentlicht, wird das dann gleich als "Wehrmachtszersetzung" gewertet.... wie im 2.Weltkrieg bei den Deutschen, da hat auch niemand was gegen das Terrorregime der Nazis sagen dürfen!

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Re: Gegen die AMIS darf niemand was sagen, das sind alles \\ Vor allen Dingen darf man nichts über die wahren Drahtzieher sagen, sonst sieht man sich sofort hinter Gittern wieder. Wegen angeblicher Wiederbetätigung.

So eine Frechheit, über die WAHRHEIT zu berichten!!! Was erlaubt sich dieses WikiLeaks eigentlich? Hier die unzensierte Wahrheit einfach so zu veröffentlichen! Jede Meldung, die durch die internationaneln Medien geht, muss schließlich zuerst durch den AMI- Filter. Da bleibt alles hängen, was nicht zur amerikanischen Ideologie des totalitären Kapitalismus passt. Und zum Gedanken, dass amerikansiche Soldaten alles hollywoodtaugliche Superhelden sind. Wenn dann mal ein Teil von diesem "Filterkuchen" an die Öffentlichkleit gelangt, ist das nicht gut für eine scheindemokratische Diktatur wie die USA.....

derpradler

Wie gut, daß man ,wenn das ALLES überhand nimmt, weltweit willige Medien hat um dann wieder auf die NAZI`s abzulenken.
Scheinbar haben die Ami`s nach dem Krieg nicht nur die Technologien gestohlen sondern auch einiges von der Unmenschlichkeit dieses Systems!

Die Demokratie, der Islam von heute "Verbreitet den Glauben mit Feuer und Schwert", das ist doch der zentrale Vorwurf an den Islam.

Doch was tut die Demokratie? Kriege um anderen Völkern die Demokratie zu bringen, Saddam Hussein war ein grausamer Despot, aber unter seiner Herrschaft sind wohl deutlich weniger Zivilisten ums Leben gekommen.

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