Flugzeugabsturz in Venezuelas Anden:
Unglück in 4.500m Höhe fordert 46 Opfer

Zweimotorige Propellermaschine völlig zerstört Bergungstrupp kämpft mit schwerer Zugänglichkeit

Flugzeugabsturz in Venezuelas Anden:
Unglück in 4.500m Höhe fordert 46 Opfer © Bild: Reuter

In Venezuela ist ein Flugzeug an einem Berghang zerschellt und hat alle 46 Menschen an Bord mit in den Tod gerissen. Eine Hubschrauberbesatzung sichtete das Wrack in den Anden in mehr als 4500 Metern Höhe. Der Suchtrupp berichtete, die zweimotorige Propellermaschine vom Typ ATR 42 sei völlig zerstört. Nur noch Trümmerteile seien von der Maschine übrig, berichtete die Zeitung "El Nacional" unter Berufung auf den Direktor der Zivilverteidigung in der Stadt Merida. "Es gibt keine Überlebenden", sagte Noel Márquez.

Für die Angehörigen wurden damit die schlimmsten Befürchtungen Wirklichkeit. Sie hatten fast 24 Stunden zwischen Hoffen und Bangen geschwebt, seit die Maschine auf dem Flug von der Stadt Merida im Westen des Landes in die Hauptstadt Caracas von den Radarschirmen verschwunden war. Als die Todesnachricht kam, brachen viele zusammen, es gab erschütternde Szenen. Ärzte, Psychologen und Priester versuchten, den Menschen beizustehen.

Die Maschine, die nach Angaben der Fluggesellschaft neu und in einwandfreiem technischen Zustand war, befand sich auf einem Kurzstreckenflug, der nur etwa eineinhalb Stunden dauern sollte. Etwa 40 Minuten nach dem Start verschwand das Flugzeug dann plötzlich von den Radarschirmen. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass schlechtes Wetter über den Anden die Maschine zu einer Kursänderung zwang. Einen Notruf habe es jedoch nicht gegeben, teilten die Behörden mit.

Wie der Sender Union Radio berichtete, befanden sich Rettungsmannschaften auf dem Weg zur Absturzstelle auf einer Hochebene der Anden in der Provinz Merida. Das Gebiet in mehr als 4.500 Metern Höhe gilt als schwer zugänglich. Zudem ist es dort derzeit sehr stürmisch, die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt.

In Lateinamerika ereignen sich recht häufig schwere Flugzeugunglücke. Nach einer Statistik des Luftfahrtmagazins Aero International wurden mehr als ein Viertel aller Todesopfer im weltweiten Luftverkehr im vergangenen Jahr in Lateinamerika gezählt. (apa/red)