Malaysia von

Niki Lauda fordert Flugdaten
des vermissten Flugzeugs

Könnten Frage beantworten, was mit der verschollenen Boeing-777 passiert ist

Niki Lauda © Bild: GEPA pictures

Luftfahrt-Experte und Airline-Gründer Niki Lauda fordert im Fall der verschwundenen Boeing-777 der Malaysia Airlines die Auswertung der Flugdaten. Die könnten die Frage beantworten, was mit der Maschine passiert ist, die bei besten Wetterbedingungen einfach vom Radar verschwand.

Wie kann ein Flugzeug einfach verschwinden? Ist so etwas überhaupt möglich?
Ich gehe davon aus, dass es auf der Strecke vor Vietnam kein Bodenradar gibt. Wenn es ein solches gäbe, dann wäre ein Mensch vor dem Schirm gesessen und hätte die Maschine wie alle anderen auf der Luftstrecke gesehen. Wenn in Europa irgendwo eine Maschine zu Boden geht, dann kann man am Radarschirm zusehen, wie das passiert. Da es vor Vietnam wie auch über dem Atlantik aber kein Bodenradar gibt ist die Suche nach dem Flugzeug so schwierig und das Suchgebiet muss immer weiter ausgedehnt werden.

Eine Boeing 777 ist aber doch kein Propeller-Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern ein High-Tech–Flugzeug, das ständig mit der Basis Daten austauscht.
Richtig, und ich verstehe nicht, warum man bei Malaysia nicht davon spricht. Jedes moderne Flugzeug, und eine Boeing 777 ganz besonders, sendet laufend Daten an die Basis. Wenn wir mit Lauda von Australien nach Wien geflogen sind, wurden alle Daten nach Wien geschickt. Der Öldruck, die Turbinen-Leistung, was auch immer. Das ist wichtig, besonders wenn ein Fehler auftritt. Dann macht das die Maschine auch sofort, denn anhand der Fehlermeldungen kann das Wartungspersonal am Zielflughafen den Fehler beheben. Sogar wenn eine Toilette ausgefallen ist wird das gemeldet.

Die Maschine der Malaysia Airlines ist aber bei bestem Wetter und in sicherer Reisehöhe verschwunden und es gibt anscheinend keine Daten.
Die Maschine muss Daten nach Kuala Lumpur geschickt haben. Als die Air France Maschine vor fünf Jahren vor Brasilien abgestürzt ist, hat man auch den Flight Recorder nicht gefunden. Es war aber möglich, den Absturz mit Hilfe der Daten, die die Maschine nach Paris geschickt hat, genau zu rekonstruieren. Das ist ein mühseliges Puzzle, aber es ist möglich.

In Malaysia ist dennoch nichts von den Flugdaten bekannt.
Weil alle nur von der Suche sprechen und niemand nach den Daten fragt. Dabei wäre die Antwort auf die Frage so wichtig. Auch im Sinne der Angehörigen. Die haben ein Recht zu wissen, was geschehen ist, denn so wie es derzeit aussieht, kann die Suche noch lange dauern. Wichtig wären die Daten aber noch aus einem weiteren Grund. Weltweit sind derzeit 1178 Boeing 777 in Betrieb. Was ist, wenn bei der abgestürzten Maschine ein Fehler aufgetreten ist, der auch bei den anderen Maschinen behoben werden muss? Die Daten aus Malaysia müssen zur Verfügung gestellt werden.

Kennen Sie die den Flughafen von Kuala Lumpur und die dortigen Kontrollen? Was sagen Sie dazu, dass an Bord zumindest zwei Personen mit falschen Reisepässen waren? Ist das nicht verdächtig?
Den Flughafen kenne ich nicht, aber es ist natürlich interessant, wer diese Personen waren. Die Frage sollte aber mit den modernen Mitteln der Überwachung auf Flughäfen einfach zu beantworten sein. Alle Passagiere müssen durch Kontrollen und den Zoll. Mit Videoaufnahmen und über die Datenbanken von Interpol sollte deren Identität leicht zu bestimmen sein.

Es heißt, dass fünf Passagiere mit gültigen Flugtickets nicht an Bord waren. Ist so etwas normal?
Das ist eine wichtige Information, die wieder Fragen aufwirft, die man in Kuala Lumpur unbedingt stellen muss. Wenn eine Person nicht an Bord geht, dann muss man kontrollieren ob diese Gepäck eingecheckt hat. Wenn das der Fall ist, dann muss das wieder ausgeladen werden. Prinzipiell wird jedes Gepäckstück – egal ob es als Handgepäck eingecheckt wird oder nicht – am Flughafen gescreent, nach Bomben, Sprengstoff und Gefahrengut. Man muss den Verantwortlichen in Kuala Lumpur die Frage stellen, ob das geschehen ist und ob das Gepäck der Passagiere, die nicht an Bord waren, wieder ausgeladen wurde.

Vielen Dank an die Kollegen von format.at!

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"Schlampen, pfuschen und vertuschen", unter dieser Überschrift beschreibt Tim van Beveren in seinem Buch "Runter kommen sie Immer" den Absturz der "Mozart" in Bangkok. Luftfahrt-Experte ???

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