Flugverspätung kann ein Stornogrund sein:
Urlauber müssen Schikanen nicht hinnehmen

Bei Pauschalreisen steigt man immer besser aus Schon am 4 Stunden Wartezeit eine Preisminderung

Flugverspätung kann ein Stornogrund sein:
Urlauber müssen Schikanen nicht hinnehmen

Urlauber, die von ihrer Fluglinie stundenlang "sitzen gelassen" werden, müssen die Verkürzung ihrer Ferien nicht einfach hinnehmen. Pauschaltouristen dürfen nur Verzögerungen von bis zu vier Stunden zugemutet werden, dann können sie schon eine Preisminderung verlangen. Der Verlust eines ganzes Urlaubstages ist ein Stornogrund, berichtete der ÖAMTC.

Bei Linienflügen hingegen muss man meist auf die Kulanz der Fluglinie hoffen, sagte ÖAMTC-Juristin Gabriele Pfeiffer. "Ein Individualreisender ist in erster Linie auf das Warschauer Abkommen bzw. das Montrealer Übereinkommen angewiesen, das auf internationale Beförderungen anwendbar ist", erklärte Pfeiffer. Demnach hat die Fluggesellschaft einen entstandenen Schaden zu ersetzen - vorausgesetzt, sie trifft ein Verschulden. Das Geltendmachen sei aber oft schwierig, zumal Haftungsbeschränkungen zu beachten sind.

EU-Verordnung
Unabhängig davon, ob ein Schaden entstanden ist, sieht eine EU-Verordnung seit 17. Februar 2005 bei größeren Verspätungen Betreuungsleistungen wie Mahlzeiten, Erfrischungen, Telefonate bzw. Hotelunterbringung vor. Bei Verzögerungen von über fünf Stunden kann der Ticketpreis zurückverlangt werden.

Bei Annullierung
Diese Verordnung sei auch auf Annullierungen von Flügen anwendbar, ausgenommen der Kunde wurde früher als 14 Tage vor dem geplanten Abflug informiert. Außerdem sind für solche Fälle pauschalierte Ausgleichszahlungen von 250 bis 600 Euro vorgesehen, es sei denn, die Absage eines Fluges geht auf höhere Gewalt zurück wie Wetter oder Terroranschläge.

Frankfurter Tabelle
Die Pauschaltouristen schon ab vier Stunden Wartezeit zustehende Preisminderung errechnet sich gemäß der so genannten Frankfurter Tabelle für jede weitere Stunde der Verspätung mit fünf Prozent des anteiligen Reisepreises für einen Tag. Ergibt sich die Verspätung schon beim Hinflug, kann der Kunde in krassen Fällen seinen Rücktritt von der Reise erklären. "Eine Verspätung von sechs Stunden kann bei einem zweiwöchigen Cluburlaub vielleicht noch als geringfügig bezeichnet werden, bei einem Wochenendurlaub aber zu einem Rücktritt berechtigen", erläuterte Pfeiffer.

Storno
Der Verlust eines ganzen Urlaubstages ist immer Grund für ein kostenfreies Storno. Der Kunde erhält den gesamten Reisepreis zurück. Trifft den Veranstalter bzw. die Fluggesellschaft ein Verschulden, ist zusätzlich der entstandene Schaden zu ersetzen, wie Impf- oder Visumkosten.
(apa/red)