Flugverkehr über Österreich ist gestiegen:
Schwechat kämpft mit Kapazitätsproblemen

Dritte Piste ist in den nächsten Jahren fix eingeplant Umsatz nimmt zu, Bilanzergebnis sinkt aber deutlich

Flugverkehr über Österreich ist gestiegen:
Schwechat kämpft mit Kapazitätsproblemen © Bild: Reuters/Bittar

Der Flugverkehr über Österreich hat im Vorjahr erneut zugenommen. Die für die heimische Flugsicherung zuständige Austro Control hat insgesamt rund 1,17 Millionen Flugbewegungen verzeichnet, was einem Plus von 8,1 Prozent entspricht (2006: 1,08 Millionen). Mit dieser Zuwachsrate liege Österreich über dem europäischen Schnitt, sagte Generaldirektor Christoph Baubin. Im ersten Quartal 2008 konnte die "positive Entwicklung" fortgesetzt werden. Zwischen Jänner und März sei ein Verkehrszuwachs von 7,6 Prozent verzeichnet worden.

Diese Ergebnisse seien einerseits eine "gute Nachricht", da sich die Flugbranche gut entwickelt habe und die Umsatzerlöse gewachsen seien, aber andererseits seien Kapazitätsprobleme verursacht worden, erklärte Baubin. Vor allem am Flughafen Wien in Schwechat komme es zu Problemen, erklärte Baubin. Die maximale Kapazität der Pisten werde zu Spitzenzeiten schon erreicht, sagte Baubin. In den nächsten Jahren ergebe es sich daher "arithmetisch zwingend", dass eine dritte Piste gebaut werde, betonte der Generaldirektor.

Mehr Fluglotsen müssen her
Um den Flugverkehr optimieren zu können, werde die Austro Control den Personalaufbau "konsequent" fortsetzen, sagte Baubin. Bis 2008 werde die Zahl der Lotsen im An- und Abflugbereich Wien um 6 Prozent erhöht. Aktuell beschäftigt die Austro Control 948 Mitarbeiter, davon rund 300 Lotsen.

Umsatz steigt, Bilanzergebnis sinkt
Die Umsätze der Austro Control legten im Vorjahr um 6,5 Prozent auf 216,1 Mio. Euro zu. Das Bilanzergebnis sank hingegen von 1,5 Mio. Euro auf minus 1,9 Mio. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sank von 1,5 Mio. Euro auf 100.000 Euro. Die außerordentlich hohen Personalkosten, insbesondere durch Überstunden zur Verkehrsbewältigung und die hohen zusätzlichen Rückstellungen zur Absicherung der Sozialverbindlichkeiten hätten das Ergebnis belastet, erklärte Baubin. (apa/red)