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Niki-Pleite: Insolvenzverwalter sieht gute Chancen für Rettung

Aber enger Zeitplan

Nini © Bild: APA/Georg Hochmuth

Der Niki-Insolvenzverwalter ist optimistisch, dass die Rettung der Fluglinie gelingen kann. "Ich schließe aus der großen Nachfrage im Investorenprozess, dass die Chance für eine Rettung von Niki gut ist – trotz des großen Zeitdrucks", sagte Lucas Flöther der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe). Es gebe ein enormes Interesse. Der Zeitplan sei allerdings eng.

"Wir haben zunächst eine Sieben-Tages-Frist, die aber von den österreichischen Behörden auch noch bis nach den Feiertagen verlängert werden könnte", so Flöther. Nach Firmengründer Niki Lauda, dem Reiseveranstalter Thomas Cook und dem Billigflieger Ryanair warf ein Bieterkonsortium um den Berliner Logistiker Zeitfracht und die Wartungsfirma Nayak am Wochenende den Hut in den Ring. Niki hatte Insolvenz anmelden müssen, weil die Lufthansa ihre Offerte für die Fluglinie wegen wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission zurückzog.

Angebote bis Donnerstag möglich

Im Bieterrennen um die insolvente österreichische Airline Niki müssen Interessenten bis Donnerstagmittag ein verbindliches Angebot angeben. Diese Frist sei am Montag gesetzt worden, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Bisher habe noch niemand ein verbindliches und durchfinanziertes Angebot vorgelegt. Es gebe jedoch mehrere ernsthafte Interessenbekundungen. Konkrete Namen wollte Flöther unter Verweis auf die zugesicherte Vertraulichkeit nicht nennen.

Als Interessenten gelten Medienberichten zufolge der frühere Rennfahrer und Niki-Gründer Niki Lauda, die Billigfluglinie Ryanair, die Thomas-Cook-Linie Condor und ein Konsortium um den Berliner Logistiker Zeitfracht.

"Ganz neue Situation"

"Mit der Insolvenz haben wir eine ganz neue Situation. Für Bieter wird die Fluggesellschaft interessanter, weil Nachteile wie bestehende Verträge damit kündbar sind", so Flöther. Auch die zweistellige Millionensumme, die die Lufthansa in Niki gesteckt hat, muss nicht zurückgezahlt werden, da sie eine Insolvenzforderung geworden ist."

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Lauda attackiert Lufthansa

Indes wird der Ton zwischen Gründer Niki Lauda und der Lufthansa schärfer. Lauda teilt hart gegen den deutschen Marktführer aus: Er warf der Lufthansa vor, die Rückgabe zunächst übernommener Jets zu blockieren, um bei der Neuvergabe von Start- und Landerechten günstig zuschlagen zu können. Der Konzern wies dies entschieden zurück.

Niki hatte Mitte der Woche den Flugbetrieb eingestellt, nachdem die Lufthansa die bis dahin geplante Übernahme der Airline nach Bedenken der EU-Kommission wegen der Wettbewerbslage im Luftverkehr abgesagt hatte. Zahlreiche Urlauber versuchen seitdem, mit anderen Anbietern rechtzeitig zu Weihnachten nach Hause oder an ihre Ferienorte zu gelangen. Für Niki werden unter Hochdruck neue Interessenten gesucht, die Frist lief über das Wochenende weiter. Neben Ryanair und der Thomas-Cook-Linie Condor ist der frühere Rennfahrer Lauda im Spiel.

Lauda sieht Chancen schwinden

Lauda sieht seine Chancen mittlerweile jedoch schwinden - und begründet dies mit dem aus seiner Sicht unfairen Verhalten der Lufthansa nach deren Rückzieher. Der Konzern hatte Rechte an Niki-Jets von Leasing-Firmen übernommen, will sie nun aber wegen der Haltung Brüssels nicht mehr. Der "Bild am Sonntag" sagte Lauda, die Lufthansa weigere sich, die Maschinen herauszugeben. Gibt es keinen neuen Investor, könnten wertvolle "Slots" für Starts und Landungen an Flughäfen neu vergeben werden. "Das ist ein durchschaubares Spiel", meinte Lauda. "Lufthansa will Niki zerstören." Ähnlich äußerte er sich im "Handelsblatt" sowie in den österreichischen Zeitungen "Kurier" und "Der Standard".

Lufthansa dementiert

Die Lufthansa dementierte eine solche Taktik nachdrücklich. Es sei klar geregelt, dass die EU-Kommission ihr schon während der Prüfphase ausnahmsweise erlaubt habe, Niki-Jets zu erwerben - und zwar im Interesse einer Aufrechterhaltung des Flugbetriebs. Nur so habe "die Überlebensfähigkeit der Niki sichergestellt" werden können.

Falls die Übernahme durch Lufthansa nicht genehmigt würde, sei vereinbart gewesen, dass gekaufte oder geleaste Flugzeuge einem Erwerber "zu Marktkonditionen zur Verfügung gestellt werden müssen. Selbstverständlich wird sich die Lufthansa Gruppe an diese Vorgaben halten. Sie hat dies bereits Air Berlin und Niki mitgeteilt."

Lauda, der 2011 bei Niki ausgestiegen war, will erst Anfang der Woche sein weiteres Vorgehen festlegen, sobald er alle Daten des Insolvenzverwalters habe. Die Firma Zeitfracht, die ebenso Interesse an Niki haben soll, wollte sich am Wochenende nicht weiter äußern.

Andere Airlines hatten angeboten, bis zu 40.000 sitzengebliebene Passagiere mit ihren eigenen Maschinen zurückzuholen - teils gratis, teils mit Rabatten. Viele Kunden haben gute Aussichten auf Erstattung ihrer Tickets. "Die Inhaber der 200.000 direkt bei Niki erworbenen Tickets erhalten - sofern sie ihre Tickets nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin Mitte August 2017 erworben haben - den Reisepreis voraussichtlich voll erstattet", hieß es aus der Insolvenzverwaltung. Bei Pauschalurlaubern müssen sich Reisekonzerne um Ersatz kümmern.

Unklar ist dagegen noch, was genau aus dem Kredit der staatlichen Förderbank KfW an Air Berlin wird, den der Bund verbürgt hatte. Das deutsche Wirtschaftsministerium bekräftigte am Sonntag seine Einschätzung, dass das Darlehen womöglich nur zum Teil zurückgezahlt werden könnte. Denn die schon einkalkulierten Erlöse aus dem unerwartet geplatzten Niki-Verkauf fehlten jetzt. Berichte, wonach nur die Hälfte des Kredits an den Staat zurückfließen könne, wies das Ressort von Ministerin Brigitte Zypries (SPD) aber zurück.

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