Flugverbot für "fliegende Särge": Unsichere
Airlines dürfen nicht mehr in Europa fliegen

Europäische Kommission erstellte Schwarze Liste NACHSEHEN: Diese Fluglinien sollten Sie meiden

Die Europäische Kommission hat eine Schwarze Liste von unsicheren Fluglinien vorgelegt. Für die rund 300 Flugzeuge, die sich auf der Liste finden, gilt ab sofort ein EU-weites Flugverbot, kündigte Verkehrskommissar Jacques Barrot an.

Damit die Fluglinien die Verbote nicht einfach umgehen, indem sie ihren Namen ändern, soll nach Plänen der Kommission jede Fluglinie außerhalb Europas eine Lizenz der Europäischen Agentur für Flugsicherheit benötigen. Die Schwarze Liste soll mindestens alle drei Monate aktualisiert werden.

Durch diese Maßnahme würden die europäischen Fluggäste besser geschützt. Außerdem verhindere die EU damit einen ungleichen Wettbewerb. Die Kommission gehe gezielt gegen "fliegende Särge" und Billigflaggen vor, erklärte Barrot. Außerdem würden die Schutzmaßnahmen der einzelnen Staaten vereinheitlicht. So setze man Praktiken ein Ende, dass Fluglinien, die in einem Land keine Genehmigung erhalten, auf einen anderen EU-Staat ausweichen.

Airlines aus Afrika, Asien und Nahem Osten betroffen
Auf der Liste finden sich ausschließlich Fluglinien aus Afrika, aus dem Nahen Osten und aus Asien. Im gesamten Kongo etwa gibt es nach Einschätzung der EU-Behörden nur ein einziges sicheres Flugzeug, weil laut Barrot ein Großteil zu Charter-Fliegern umgebaute Militärmaschinen sind. Komplettverbote gibt es außerdem für Sierra Leone, Liberia und Swasiland. Für Urlaubsreisende relevant: Flugverbote für die Linie Air Service Comores auf den Komoren und die thailändische Phuket Airlines, die in den nächsten Wochen aber noch einmal angehört werden wird.

Der Verkehrskommissar hofft, dass der neue EU-Sanktionsmechanismus auch das Sicherheitsbewusstsein bei den europäischen Fluglinien erhöhen wird. Dass auf dem Index selbst vorerst keine europäischen Airlines stehen - auch nicht in Reaktion auf den Absturz einer Passagiermaschine der zypriotischen Fluglinie Helios -, begründet die Kommission damit, dass sie ausschließlich auf Basis der bestehenden nationalen EU-Listen geprüft habe. Dabei habe man sich jedoch auf "objektive und transparente Kriterien" gestützt - "im Wesentlichen auf die Ergebnisse der auf europäischen Flughäfen durchgeführten Inspektionen", versicherten die Behörden in Brüssel.

Wie viele der 93 Airlines und 300 Flugzeuge bisher Europa angeflogen haben, konnte die Kommission nicht beantworten. Sollten Kunden aber noch ein Ticket haben, dass durch das Flugverbot jetzt verfällt, könnten sie die Kosten bei ihrem Reiseveranstalter zurückverlangen, sagte Barrot. (apa/red)