Flugpreise bereits in schwindeligen Höhen: Erhöhung für Treibstoffzuschläge geplant

Drastischer Ölpreisanstieg belastet auch Flugbranche Lufthansa, Air Berlin und Air France müssen reagieren

Flugpreise bereits in schwindeligen Höhen: Erhöhung für Treibstoffzuschläge geplant © Bild: APA

Urlauber und Geschäftsleute müssen für Flugreisen immer tiefer in die Tasche greifen. Angesichts der drastisch gestiegenen Ölpreise kündigten die Lufthansa und Air Berlin am Mittwoch eine weitere Erhöhung der Treibstoffzuschläge an. Auch Air France zog Konsequenzen aus den steigenden Kerosinkosten und hob den Spritzuschlag an.

Auch bei der Austrian Airlines-Gruppe wird eine Anhebung der Kerosinzuschläge nicht ausgeschlossen. "Wir beobachten derzeit den Markt", erklärte eine AUA-Sprecherin auf Anfrage. Die AUA verlangt derzeit Zuschläge von 21 (Kurz-/Mittel-) bzw. 82 Euro (Langstrecke). In der Vergangenheit hatte die AUA Erhöhungsrunden bei den Treibstoffzuschlägen der anderen Airlines mit einer gewissen Verzögerung nachvollzogen.

11 Euro teurer
Für Lufthansa-Flugscheine, die ab 16. Juni ausgestellt werden, steigt der Zuschlag für innerdeutsche und grenzüberschreitende Flüge in Europa um 3 auf 24 Euro pro Strecke. Bei Langstrecken werden 10 Euro mehr auf 92 Euro fällig. Zuletzt hatte der deutsche Branchenprimus am 14. Mai die Zuschläge erhöht.

Air Berlin zieht nach
Die Nummer 2 der deutschen Branche, Air Berlin, zog nach: Auf den innerdeutschen und europäischen Städteverbindungen wird der Zuschlag für einen einfachen Flug von 22 auf 25 Euro angehoben, auf der touristischen Mittelstrecke von 32 auf 35 Euro. Bei Flügen nach Ägypten, Madeira und auf die Kanaren steigt der Zuschlag von 40 auf 45 Euro, auf den Langstrecken von 85 auf 95 Euro.

Air-Berlin-Chef Joachim Hunold kündigte jüngst ein Maßnahmenpaket an, zu dem Kapazitätsanpassungen und Streichungen vor allem bei den Langstrecken gehören. Ein Teil der gestiegenen Kosten müsse auf die Preise übertragen werden. "Da kommt keiner dran vorbei", sagte er.

Spritzuschlag bei Air France
Auch Kunden anderer Unternehmen müssen mehr zahlen oder sich mit weniger Komfort abfinden. Air France, die unabhängig von ihrem niederländischen Partner KLM operiert, erhöhte ihren Spritzuschlag zum 18. Mal. Ab Freitag würden Kurzstreckenflüge um 2 Euro, Mittelstreckenflüge um 4 und Langstreckenflüge um 10 Euro teurer, erklärte die Gesellschaft. Seit er vor vier Jahren eingeführt wurde, ist der Spritzuschlag bei Air France auf 111 Euro pro Langstreckenflug gestiegen. Auch bei British Airways mussten Reisende eine Serie von Erhöhungen der Kerosinzuschläge hinnehmen.

Anderer Kurs bei Ryanair
Einen anderen Kurs verfolgt der Billigflieger Ryanair. Firmenchef Michael O'Leary betont immer wieder, dass es bei ihm keine Treibstoffzuschläge geben werde. Kräftig gestiegen sind dafür aber die verschiedenen Zuschläge, die Ryanair unter anderem für das Einchecken, für den Gepäcktransport oder die Verwendung von Kreditkarten verlangt und die den Preis für einen laut Anzeige kostenlosen Flug leicht auf 50 Euro bis 75 Euro treiben.

Branche unter Druck
Die Branche steht wegen der hohen Treibstoffkosten massiv unter Druck. So rechnet der Luftverkehrsverband IATA damit, dass die Fluggesellschaften weltweit in diesem Jahr einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) einfliegen werden. Ursprünglich hatte die IATA, die mehr als 240 Airlines vertritt, einen Gewinn von 4,5 Mrd. Dollar (2,85 Mrd. Euro) vorhergesagt.

(apa/red)