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Flughafen Wien 2017 mit Passagierrekord

2018 weitere deutliche Steigerung erwartet

Der Flughafen Wien hat 2017 trotz Insolvenz von Air Berlin bzw. deren Tochter Niki einen Passagierrekord erzielt. 24,4 Millionen Passagiere wurden gezählt, um 4,5 Prozent (1 Mio.) mehr als 2016. Vor allem die AUA (+1,4 Millionen) und Eurowings (knapp +1 Mio.) verbuchten mehr Passagiere, teilte Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger am Dienstag in einer Pressekonferenz mit.

2018 soll es ähnlich weitergehen. Zumindest drei Prozent soll das Passagierwachstum betragen, falls es bei Niki "eine tragfähige Lösung" gibt, könnten es auch noch mehr werden. Wobei dem Flughafen Wien jede Lösung recht ist. Man hätte mit Eurowings gut zusammenarbeiten können, habe mit Lauda gute Erfahrungen und auch mit Vueling bereits gute Gespräche geführt, so Jäger. Vueling wolle sieben bis acht Flugzeuge in Wien stationieren, habe ein "ambitioniertes Wachstumsprogramm", eine gute Mischung aus Geschäfts- und touristischen Zielen, wolle in der DACH-Region aktiver werden und sei ein gut etablierter Lowcost-Carrier mit starkem wirtschaftlichen Hintergrund. "Wir könne mit Vueling gut leben", so Jäger.

2018 werden vor allem Lowcost-Carrier wie Wizz Air und Easyjet zum Wachstum beitragen, sie dürften Wien 1,5 Millionen zusätzliche Passagiere bringen.

Obwohl es 2017 in Wien deutlich mehr Passagiere gab, ging die Zahl der Flugbewegungen um 0,8 Prozent zurück. Der Trend, dass größere Flugzeuge eingesetzt werden und diese auch voller sind, habe sich fortgesetzt, so Jäger. In den letzten zehn Jahren sei der Anzahl der Sitze pro Flugzeug um 30 Prozent, die Anzahl der Passagiere sogar um 50 Prozent gestiegen. In den nächsten Jahren werde es aber wieder zu einem Anstieg der Flugbewegungen kommen.

Einen anderen Rekord präsentierte der Flughafen bei der Auswahl, die ihren Passagieren zur Verfügung steht. Es gab 195 Destinationen, die von Wien aus mit 74 Fluglinien erreichbar waren. 2018 kommen "mindestens" elf neue Ziele dazu, insbesondere weil die ungarische Billiggesellschaft Wizz Air in Wien drei Flugzeuge stationiert und fünf neue Ziele in Osteuropa anfliegt - was wieder die CEE-Kompetenz Wiens steigert. Auf der Langstrecke kommen Kapstadt und Tokio dazu.

Mit dem Ausfall von Air Berlin/Niki ist die Dominanz der Lufthansa-Gruppe 2017 auf 64 Prozent aller Passagiere in Wien gestiegen, heuer könnte es sogar noch einen leichten Zuwachs geben. Zuversichtlich ist Jäger auch, dass die Langstrecke ihren Anteil von 13 auf 14 Prozent steigern kann. Wie dieser Vergleich in einem Jahr aussieht, hängt stark von der Lösung für Niki ab.

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