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Flughafen Wien schrieb 2013 Gewinn

Dank eisernem Sparkurs blieben 73,3 Millionen. Für 2014 Spielraum nach oben.

Terminal "Check-In 3" am Flughafen Wien. © Bild: APA/Helmut Fohringer

Ein Sparprogramm von rund 60 Mio. Euro jährlich hat dem Flughafen Wien 2013 den Gewinn gerettet. Unterm Strich stieg der Gewinn um 1,3 Prozent auf 73,3 Mio. Euro. Zum Vergleich: Im Dezember 2010 sei man für 2013 noch von einer "schwarzen Null" ausgegangen, sagte Vorstand Günther Ofner am Dienstag in der Bilanzpressekonferenz. Auch bei den Personalkosten drückte die Chefetage auf die Bremse.

Ofner hat nach seinem Antritt vor zweieinhalb Jahren als Flughafen-Vorstand gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Julian Jäger ein Sparpaket mit einem Mitarbeiteraufnahmestopp geschnürt. Bei den Personalkosten würden seitdem rund 10 Mio. Euro jährlich eingespart - trotz Lohnerhöhungen und verdoppelter Terminalfläche aufgrund des Check-In 3 (Skylink). Ofner sprach von "harten Entscheidungen". Demnächst stehen Kollektivvertragsverhandlungen an. Als Trost für den Sparkurs nannte er die höhere Dividende, die von 1,05 auf 1,30 Euro pro Aktie steigen soll. Davon würde auch die Belegschaft des Airports profitieren, die über die Mitarbeiterstiftung 10 Prozent der Aktien hält. Der Vorstand will künftig mindestens 40 Prozent des Gewinns ausschütten.

Nettoverschuldung gesunken

Bei den Finanzierungskosten hat der Flughafen-Vorstand 20 Mio. Euro jährlich eingespart. Die Nettoverschuldung sank um 86 Mio. Euro auf 633,4 Mio. Euro. Die Sachkosten seien um 30 Mio. Euro jährlich gekappt worden. Das Resultat des insgesamt rund 60 Mio.-Euro-Sparprogramms zeige sich vor allem, wenn man den Umsatz mit dem operativen Ergebnis für Abschreibungen (Ebitda) vergleicht. Hier stieg die Gewinnspanne (Ebitda-Marge) von 31,5 Prozent im Jahr 2010 auf 36,5 Prozent im Jahr 2012 und nunmehr auf 38,8 Prozent.

Flughafen-Vorstand Günther Ofner.
© APA/Georg Hochmuth Flughafen-Vorstand Günther Ofner präsentierte die Zahlen

Neue Airlines sollen mehr Passagiere bringen

Die "Kostenkontrolle" würde auch erklären, warum der Wiener Airport trotz rückläufiger Passagierzahlen mehr Gewinn geschrieben hat, so Jäger. Heuer dürften die Passagierzahlen wieder steigen, der Vorstand geht von 1 bis 3 Prozent aus. Neue Airlines wie Jet2.com, Air Algerie oder Air China geben Anlass zu Optimismus. Auch Ethiopian dürfte aller Voraussicht nach im Sommer in Wien landen. Jäger zeigt sich bei den Äthiopiern zuversichtlich, auch wenn es noch keine Bestätigung für die Flüge nach Addis Abeba gibt. Bei den Flugbewegungen wird für 2014 allerdings eine Stagnation bei plus minus 1 Prozent vorausgesehen.

Für 2014 Spielraum nach oben

Zum Ausblick sagte Finanzvorstand Ofner, dass er beim für 2014 angepeilten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) "ein schönes Stück" Spielraum nach oben sieht. Die offizielle Prognose lautet beim Ebitda auf 240 Mio. Euro, obwohl bereits im Vorjahr 241,5 Mio. Euro erzielt worden sind. Die Investitionen sollen von 72,9 Mio. Euro im Jahr 2013 auf 110 Mio. Euro steigen. Geplant sind unter anderem ein neuer Wartungshangar und ein zweites Flughafen-Hotel. Bei den Schadenersatzforderungen nach dem Bauskandal beim Terminalneubau Skylink seien "alle wesentlichen" Verfahren abgeschlossen, so Jäger. Der Bau habe nach aktuellem Stand 725 Mio. Euro gekostet. Rechnet man Schnittstellenprojekte wie die Gepäcksanlage, die auch für die anderen Terminals gilt, dazu, käme man auf 820 Mio. Euro an Baukosten.

Börsenwert verdoppelt

In den letzten zwei Jahren hat dank des Sparkurses auch der Aktienkurs der Flughafen Wien AG kräftig zugelegt. Er stieg seit Februar 2012 um 129 Prozent und damit deutlich stärker als die Aktien des Frankfurter oder Züricher Flughafens. Der Börsenwert hat sich auf 1,38 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Jäger erklärt das damit, dass die Skylink-Kostenexplosion und die ungewisse Zukunft der AUA nicht mehr auf den Kurs drücken würden. Auf die heutige Zahlenvorlage hat die Flughafen-Wien-Aktie aber nur wenig reagiert. Nach einem leichten Plus am Vormittag lag der Titel zu Mittag bei 65,31 Euro mit 0,14 Prozent im Minus.

Bilanz Flughafen Wien.
© APA/Martin Hirsch

Kommentare

Zufall.
Auch am Flughafen ist man ohne Parteibuch von SPÖ oder ÖVP nicht ausreichend qualifiziert. Bauen dann diese Parteigünstlinge, wie beim Skylink, hohe Kostenüberschreitungen will Häupl und Pröll davon nichts mehr wissen.

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