Flüchtlingszentrum in Judenburg geplant? Steirischer LH Voves dementiert entrüstet

"Charakterlose Verunsicherung der Bevölkerung" Bürgermeisterin Gruber: "Ort denkbar ungeeignet"

Flüchtlingszentrum in Judenburg geplant? Steirischer LH Voves dementiert entrüstet © Bild: APA/Leodolter

Im Zusammenhang mit dem von Innenministerin Fekter angekündigten und im Koalitionspapier vereinbarten "Erstaufnahme-Zentrum Süd" ist das steirische Judenburg ins Spiel gebracht worden. "Gerüchte" und "ein denkbar ungünstiger Standort", winkt Bürgermeisterin Gruber entrüstet ab, Landeshauptmann Voves ließ schroff wissen: "Eine charakterlose Verunsicherung der Bevölkerung kommentiere ich nicht".

Berichte in der "Kleinen Zeitung" und der "Murtaler Zeitung" gehen unter Bezugnahme auf Informationen der Jungen ÖVP davon aus, dass - trotz offizieller Dementis - Judenburg als Standort für das zusätzliche Erstaufnahmelager vorgesehen sei. Lokalisiert soll die Flüchtlingseinrichtung in einer ehemaligen Habsburger Sommerresidenz werden, in der derzeit das Bezirksgericht und eine Außenstelle der Justizanstalt Leoben untergebracht sind.

Bürgermeisterin dementiert
Bürgermeisterin Gruber beteuert, dass mit ihr noch nie über eine Schließung des Bezirksgerichtes gesprochen worden sei. Auch hält sie den Standort mitten in der Stadt für "denkbar ungeeignet". Sollte es tatsächlich Pläne geben, müsse man mit dem Widerstand der Stadt rechnen.

Voves dementiert
Landeshauptmann Voves wollte die Berichte nicht kommentieren und verwies auf seine Aussagen anlässlich der Landeshauptleutekonferenz. Damals hatte er zwar Überlegungen des Justizministeriums bestätigt, in Leoben ein "Kompetenz-Zentrum für aufenthaltsbeendende Maßnahmen" zu errichten, über ein Erstaufnahme-Zentrum sei aber nicht gesprochen worden. Ein solches lehne er für die Steiermark strikt ab.

Sowohl gegen ein Erstaufnahme- als auch gegen ein Schubhaft-Zentrum in der Steiermark sprachen sich BZÖ und FPÖ aus. Die KPÖ verwahrte sich in einer Aussendung gegen die Schließung des Bezirksgerichts und forderte die Umwidmung leerstehender Areale im Judenburger Stadtgebiet für den sozialen Wohnbau.

(apa/red)