Fakten von

Diese Despoten versetzten
unsere Flüchtlinge in Todesangst

Die Hauptverantwortlichen für die Flüchtlingswelle nach Europa

Flüchtlinge © Bild: DIMITAR DILKOFF/AFP/Getty Images

Die Flüchtlingskrise verschärft sich täglich und die Reaktionen der Politik werden immer verzweifelter. Nach Österreich schaffen es derzeit vor allem Syrer, Iraker und Afghanen - mehr als die Hälfte der Asylanträge kommen von Staatsbürgern dieser drei Länder. Doch wer sind die Drahtzieher hinter der Flüchtlingswelle? Fast immer sind es Diktatoren, Terroristenanführer oder sogar Staatspräsidenten, die die Menschen so sehr in Todesangst versetzen, dass sie alles zurücklassen und eine lebensgefährliche Flucht antreten. Die Hauptverantwortlichen und die ärgsten Krisenherde im Überblick.

1. Syrien: Baschar al-Assad - Präsident

Bashar al-Assad
© FAYEZ NURELDINE/AFP/Getty Images

Der 49-jährige Diktator und dreifache Vater ist in Syrien seit dem Jahr 2000 an der Macht. Dass sein Land seit vier Jahren durch einen Bürgerkrieg verwüstet wird, ruft bei ihm keine übermächtigen Selbstzweifel hervor - obwohl ganze Städte in Trümmern liegen und bisher mehr als 230.000 seiner Landsleute getötet wurden. Der weltgewandt auftretende und mehrsprachige "Kronprinz" wurde nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2000 ohne Gegenkandidat zum neuen Präsidenten gewählt. Zunächst schürte Assad Hoffnungen auf einen Reformkurs. Doch dann wurde jede aufkeimende Opposition fortan unterdrückt, Arbeitslosigkeit und Korruption fachten den Volkszorn zusätzlich an. Die EU beschloss gegen ihn und seine Familie im Jahr 2011 Sanktionen als Reaktion auf sein gewaltsames Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung. Doch Assad weigert sich zurückzutreten.

2. Syrien: Abu Bakr al-Baghdadi - Anführer des IS

IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi
© APA/EPA/ISLAMIC STATE VIDEO / HANDOUT

Der 44-jährige IS-Chef hat 2014 den sogenannten "Islamischen Staat" ausgerufen. Details über die Biografie des selbst ernannten Kalifen sind mit Vorsicht zu genießen. Sie lassen sich häufig nicht verifizieren. Wie er heute aussieht, ist unbekannt, da es nur zwei Fotos von ihm gibt. Abu Bakr al-Baghdadi befehligt ein Heer von Gotteskriegern. Seine IS-Miliz brachte Teile des Iraks und Syriens unter ihre Kontrolle und beansprucht nun die Herrschaft über die eroberten Gebiete. Baghdadi ist einer der meist gesuchten Terroristen der Welt und steht auf Washingtons Fahndungsliste. Wo sich der Anführer der Jihadisten versteckt, ist nicht bekannt.

Bürgerkrieg in Syrien

Verschiedene Oppositionsgruppen kämpfen seit 2011 gegen die Regierung unter Baschar al-Assad. Assad droht mit Fassbomben und Giftgasangriffen immer wieder seiner eigenen Bevölkerung. Assad kontrolliert nur noch etwa die Hälfte des Landes, ein Drittel haben radikale Islamisten erobert, wie etwa die Terrororganisation "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (ISIS, auch IS) unter der Führung von Baghdadi.

Der Bürgerkrieg in Syrien hat laut dem Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) mehr als vier Millionen Menschen aus dem Land vertrieben. Bis Ende des Jahres rechnet die UNO mit insgesamt 4,27 Millionen syrischen Flüchtlingen. Hinzu kommen 7,6 Millionen Binnenflüchtlinge in Syrien. Die nach Europa eingereisten Flüchtlinge sind in den Zahlen ebenso wenig erfasst wie diejenigen Flüchtlinge, die sich nicht registrieren ließen. Die Organisation World Vision erklärte, die syrische Flüchtlingskrise sei die "größte" seit dem Zweiten Weltkrieg.

Gesamtzahl Flüchtlinge 2014 (Quelle: UN): 3,88 Millionen

3. Afghanistan: Akhter Mansour - Taliban-Chef

Mullah Akhtar Mansoor
© Handout

Mullah Akhter Mohammad Mansoor (auch "Mansur" und "Masour") ist der neue Anführer der Taliban. Er ist der ehemalige Stellvertreter und Nachfolger von Mullah Mohammed Omar, dessen Tod vor zwei Jahren erst kürzlich Woche publik gemacht wurde. Zwischen 1996 und 2001 war Omar de facto Staatschef des nicht anerkannten Taliban-Regimes in Afghanistan. Er war zudem ein enger Vertrauter des 2011 von den USA getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden. Laut UNO begingen die Taliban bei der Konsolidierung ihrer Macht systematisch Massaker, die "alle auf das Verteidigungsministerium oder Mullah Omar persönlich zurückzuführen" waren.

Afghanistan-Krieg

Die bewaffneten Konflikte in Afghanistan dauern seit 1978 an. Als Reaktion auf die durch Mitglieder der Al Qaida ausgeführten Anschläge vom 11. September 2001 wurde die Talibanregierung durch eine US-geführte Intervention gestürzt. Dies sollte den Weg zu einer demokratisch legitimierten Regierung ebnen. Die Taliban versucht jedoch weiterhin mit Selbstmordattentaten, Entführungen und Überfällen Teile Afghanistans unter ihre Kontrolle zu bringen. Der NATO-Kampfeinsatz lief Ende vergangenen Jahres aus. Die USA gehen weiterhin mit Spezialkräften und Luftangriffen gegen Extremisten vor.

Seit 2009 verzeichnete UNAMA 52.653 zivile Opfer, darunter 19.368 Tote und 33.285 Verletzte. Die UN machten die Taliban und andere Aufständische für 70 Prozent der zivilen Opfer im Afghanistan-Krieg verantwortlich. Auf das Konto von Regierungskräften gingen demnach 15 Prozent. Internationale Truppen verantworteten ein Prozent.

Gesamtzahl Flüchtlinge 2014 (Quelle: UN): 2,59 Millionen

4. Somalia: Abu Ubaidah - Anführer der Al-Shabaab-Terrormiliz

Chef der radikal-islamischen, extremistischen Al-Shabaab ist seit 2014 Ahmed Umar, der zuvor ein Kommandant in der Miliz bzw. ein enger Vertrauter des getöteten ehemaligen Anführers Godane war. Er ist ein weltweit gesuchter Terrorist. Es gibt nur wenige Informationen über ihn, nicht einmal ein offizielles Foto. Seine Terroristengruppe herrscht über weite Teile in Mittel- und Südsomalia nach den strengen Gesetzen der Scharia. Anfang April verübte Al-Shabaab einen Anschlag auf die Universität von Garissa in Kenia, bei dem 148 Menschen ums Leben kamen.

Somalischer Bürgerkrieg

Hass auf die westliche Kultur und Terror gegen Christen und gemäßigte Muslime - seit Jahren kämpft die Al-Shabaab-Miliz für einen Gottesstaat am Horn von Afrika. Ihre Heimat ist Somalia, ihre Kämpfer schlagen aber auch jenseits der Grenzen zu, etwa in Kenia. Ein Kommando der Extremisten überfiel im September 2013 ein Einkaufszentrum in Nairobi, mehr als 60 Menschen wurden dabei getötet. Die Gruppe hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Sie kooperiert in Afrika auch mit den radikal-islamischen Extremisten von Boko Haram, die im Norden Nigerias blutigen Terror verbreiten und im April mehr als 200 Mädchen verschleppten.

Gesamtzahl Flüchtlinge 2014 (Quelle: UN): 1,11 Millionen

5. Südsudan: Salva Kiir - Präsident

Salva Kiir
© Getty7AFP/ZACHARIAS ABUBEKER

Der Südsudan als Afrikas jüngster Staat hat Salva Kiir Mayardit 2013 zum ersten Präsidenten gewählt. Der 62-jährige Christ ist verheiratet, sein Markenzeichen sind ein schwarzer Cowboy-Hut und sein Vollbart. Er gehört der größten Volksgruppe des Landes, den Dinka, an. Sein größter politischer Rivale Riek Machar ist als Lou Nuer Mitglied des zweitgrößten Volkes. Die beiden Gruppen verbindet eine Geschichte blutiger Konflikte. Machar, der im Juli von Kiir als Vizepräsident entlassen wurde, wirft dem Präsidenten "diktatorische Tendenzen" und Intoleranz vor.

6. Südsudan: Riek Machar - Mitglied der Rebellengruppe SPLM

Riek machar
© Getty/AFP/ALI NGETHI

Bis Juli 2013 war Riek Machar Vize-Regierungschef des Südsudan, dann wurde er von Präsident Salva Kiir entlassen. Seit seine Rebellengruppe im Dezember mehrere Ölregionen an der Grenze zum Sudan besetzt hat, hält sich Machar versteckt. Die Regierung wirft ihm Umsturzversuche vor, international wird der Ausbruch eines neuen Bürgerkriegs zwischen verschiedenen Ethnien befürchtet. Machar gehört zum Volk der Nuer, die der zahlenmäßig überlegenen Ethnie der Dinka Dominanz im Land vorwirft. Kiir ist Dinka.

Südsudanesische Unruhen

Seit Mitte Dezember 2013 findet im Südsudan ein bewaffneter Konflikt um die politische Führung des Landes statt. Präsident Salva Kiir und sein langjähriger Rivale und früherer Stellvertreter Riek Machar liefern sich dort einen blutigen Machtkampf. Das Land hat seit 1991 keine funktionierende Zentralregierung mehr. Laut UN sind mittlerweile mehr als 10.000 Menschen in dem Bürgerkrieg getötet worden.

Knapp eine Million Somalis sind vor der anhaltenden Gewalt in ihrer Heimat am Horn von Afrika in Nachbarländer geflohen. Erst kürzlich hatte die UNICEF von der Ermordung von rund 130 Kindern im Bundesstaat Unity berichtet. Ihnen wurden die Kehlen durchgeschnitten, manche Opfer wurden in brennende Häuser geworfen. Buben wurden kastriert und Mädchen im Alter von acht Jahren mehrfach vergewaltigt. Ein weiteres Problem stellen aus Sicht der UN die Kindersoldaten im Land dar.

Gesamtzahl Flüchtlinge 2014 (Quelle: UN): 616.200

Irak: Abu Bakr al-Baghdadi - IS-Chef (siehe Syrien)

Irak-Krieg

Abgesehen von Syrien versucht der IS auch immer mehr Gebiete im Irak zu erobern. Im Juni 2014 brachte die Terrororganisation die Millionenstadt Mossul und die Nachbar-Provinz Ninive in ihre Gewalt. Während der Kämpfe mit dem IS sind im Irak seit Anfang 2014 mindestens 15.000 Zivilisten getötet worden. Zudem wurden seit Jänner vergangenen Jahres knapp 30.000 Menschen verletzt und teilweise systematisch ermordet, weil sie dessen extremistische Ideologie nicht teilten oder aber vermeintliche Verbindungen zur irakischen Regierung hatten. Auch Mitglieder ethnischer und religiöser Minderheiten würden vom IS verfolgt - genauso wie Journalisten, Rechtsanwälte oder Ärzte.

Gesamtzahl Flüchtlinge 2014 (Quelle: UN): 370 000

7. Eritrea: Isayas Afewerki - Präsident

Isaias Afewerki
© 2013 AFP/Getty/GettyImages-455464541.jpg

Nachdem die beiden großen Rebellenbewegungen 1991 das Regime des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie gestürzt hatten, wurde Zenawi äthiopischer Regierungschef. Zähneknirschend entließ er Eritrea als Dank in die Unabhängigkeit, mit Afewerki als Präsidenten. Afewer ist Staats- und Regierungschef in einer Person. Seine Herrschaft wird als autoritär bezeichnet. Die "NGO Reporter ohne Grenzen" stufte Afewerki 2010 als größten Feind der Pressefreiheit in Afrika ein. Machthaber Isaias Afewerki baute demnach in den vergangenen 22 Jahren ein repressives System auf, in dem Menschen willkürlich festgenommen, inhaftiert, gefoltert und getötet werden oder verschwinden.

Eritrea-Zustände

Eritrea hatte sich 1991 nach einem drei Jahrzehnte dauernden Unabhängigkeitskrieg von Äthiopien losgelöst. Im Juni legte eine UNO-Kommission einen Bericht vor, wonach in dem abgeschotteten Land am Horn von Afrika Folter, Misshandlungen und andere systematische Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind.

Neben dem Bürgerkriegsland Syrien ist Eritrea eines der Hauptherkunftsländer der Flüchtlinge, die versuchen, über die gefährliche Mittelmeerroute nach Europa zu gelangen. Dem UNO-Bericht zufolge fliehen jeden Monat 5.000 Eritreer ins Ausland - obwohl die Grenze mit Stacheldraht und Minen gesichert ist und Grenzposten angehalten sind, auf Flüchtlinge zu schießen. Die Verteilung von 40.000 Flüchtlingen von Italien und Griechenland auf andere EU-Staaten, die vereinbart worden ist, betrifft neben dem Bürgerkriegsland Syrien auch Eritrea.

Gesamtzahl Flüchtlinge 2014 (Quelle: UN): 330.500

8. Nigeria: Abubakar Shekau - Boko-Haram-Sprecher

Abubakar Shekau
© Wikicommons/VOA

Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staates im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen nach UN-Angaben mehr als 15.000 Menschen. Abubakar Shekau ist der Sprecher einer einflussreichen Splittergruppe der Terrororganisation Boko Haram und schwören dem IS Treue.

Scharia-Konflikt in Nigeria

Rund 15.000 Nigerianer sind wegen des blutigen Terrorfeldzugs von Boko Haram in Nachbarländer geflohen, vor allem in den Niger und nach Kamerun. Rund 1,4 Millionen Menschen sind aus dem Nordosten Nigerias, wo die sunnitischen Extremisten wüten, in andere Landesteile geflohen. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Boko Haram seit Anfang 2014 in Nigeria mindestens 2.000 Mädchen und Frauen entführt.

Gesamtzahl Flüchtlinge 2014 (Quelle: UN): 54.500

Kommentare

Praetorianer

es gibt so viele Geheimdienste von CIA bis zum Mossad.. und keiner kann diese Tiere ausschalten? Oder verdient man doch gut damit Waffe an Diktatoren und Rebellen zu verkaufen! Diese Welt wird nicht mehr lange so sein wie sie jetzt ist. Es brodelt schon sehr gewaltig auf unserer Erde,heute Kinder in die Welt setzten muss gut überlegt sein. Unsere Zukunft schaut nicht rosig aus!

Oberon
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WIE ist es zu erklären, dass vorwiegend Männer flüchten?! Sind Männer ängstlicher? Halten Frauen mehr aus?

Frauen genießen in den vorwiegend islamischen Herkunftsländern der Flüchtlinge wohl kaum eine
bevorzugte Stellung, was kann da alles passieren, wenn sie keinen Ehemann haben, der sie beschützt!
Haben diese Männer gar kein schlechtes Gewissen, ihre Frauen und Kinder ...

Oberon
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... in ihren gefährlichen Ländern zurück zu lassen?!

susikaernten melden

Diese Männer und Burschen haben sehr wohl ein Gewissen. Stell dir mal die Frage, wie weit eine Frau und Mutter mit Ihren Kindern kommen würde. Das ist alles erst der Anfang. Wir müssen uns auf eine Landflucht der nächsten Jahre einstellen. Egal ob des Krieges wegen, der Wirtschaft wegen, oder auch des Klimas wegen! Eine Lösung muss her. Damit ein Zusammenleben für ALLE möglich ist.

Oberon
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Eine Flucht ist anstrengend, kräfteraubend und kann an die Substanz gehen, das verstehe ich. Das kleinere Übel dürfte deswegen - trotz großer Angst der Menschen - sein, dass die Frauen lieber zu Hause bleiben. Sorry, das verstehe ich nicht und werde es auch NIE verstehen. Sollten sie das freiwillig tun, fällt mir dazu nur ein Grund ein, den ich hier nicht anführen möchte. Fällt unter Tabu!!.....

Oberon
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... Männer flüchten gezielt quer über den Globus in Länder, die einen hohen sozialen Standard aufweisen.
Wäre das nicht so, dürfte theoretisch keiner je öst. Boden betreten.
In meinen Augen sind DAS ernstzunehmende Flüchtlinge, die mit ihrer Familie(!) ins nächste sichere Nachbarland flüchten!

strizzi1949
strizzi1949 melden

@Oberon: Da maßt sich einer (der mit seinem Arsch im sicheren Österreich sitzt) an, über Flüchtlinge zu urteilen! Affiger gehts gar nicht mehr! Aber so sind sie halt, die Obergscheiten, keine Ahnung von der Materie, aber blöd reden!

Oberon
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@strizzi1949, ich bedanke mich für Ihr posting. Da mir Ihr Schreibstil nicht zusagt, möchte ich jedoch nicht weiter darauf eingehen. Schönen Tag noch, Herr Strizzi!

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