Flüchtlingsstrom nimmt kein Ende: Bereits 10.000 Menschen haben Libyen verlassen

Italien: Forderung nach diplomatischer Lösung UNO ruft EU und NATO zur Hilfe für Flüchtlinge auf

Flüchtlingsstrom nimmt kein Ende: Bereits 10.000 Menschen haben Libyen verlassen © Bild: Reuters/Parrinello

Es werden immer mehr, und es ist kein Ende in Sicht. Seit Beginn des Libyen-Kriegs haben 10.000 Flüchtlinge das Land verlassen, um Süditalien zu erreichen. Diese Zahl nannte der italienische Innenminister Maroni. "Wir rechnen, dass 50.000 Flüchtlinge nach Italien gelangen werden. Wenn der Krieg nicht bald aufhört, werden wir sie alle in Italien behalten müssen, weil wir Kriegsflüchtlinge aus humanitären Gründen nicht abschieben können."

Maroni warnte, dass Millionen von Menschen Libyen verlassen wollen. Er forderte eine diplomatische Lösung für Libyen. "Die Gefahr ist, dass Libyen zu einem neuen Afghanistan wird", erklärte der Minister.

Etwa 1.000 Migranten, die in den vergangenen Tagen Lampedusa erreicht hatten, haben an Bord eines Schiffes die Insel in Richtung Festland verlassen. Bereits am Montagabend hatte ein weiteres Schiff 1.300 Flüchtlinge nach Genua gebracht.

Ansuchen um Hilfe der EU
Der italienische Präsident Napolitano hat inzwischen die EU erneut aufgerufen, Italien bei der Bewältigung des humanitären Notstands wegen der Flüchtlingswelle aus Nordafrika nicht alleinzulassen. Ganz Europa müsse die Verantwortung für die Flüchtlingsnotlage übernehmen, denn die Migrationswelle könne nicht allein eine Angelegenheit der EU-Mittelmeerländer sein. Die EU müsse Initiativen in die Wege leiten, um den nordafrikanischen Ländern eine neue Perspektive zu geben. "Angesichts von Krisen muss die EU schneller reagieren", sagte Napolitano.

Auch Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen haben die EU und die NATO um Hilfe gebeten. "Unsere klare Botschaft ist: Wartet nicht auf ein Notsignal, fahrt sofort hin, schaut, ob die Menschen Hilfe brauchen und rettet sie", sagte die Sprecherin des UN=-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Melissa Fleming, in Genf.

Ihr Kollege Jean-Philippe Chauzy von der Internationalen Organisation für Migration ergänzte, man habe Hinweise, dass viele Menschen, die in Booten aus Libyen säßen, in die Boote gezwungen und ihrer gesamten Habe beraubt worden seien. Dies gelte vor allem für Menschen aus dem südlichen Afrika. Viele Flüchtlinge seien Opfer von Menschenschmugglern, sagte Fleming.

UNO ruft EU und NATO zur Hilfe für Libyen-Flüchtlinge auf
Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen rufen angesichts des nicht enden wollenden Stroms von Bootsflüchtlingen aus Libyen die Europäische Union und die NATO eindringlich zur verstärkten Hilfe auf. "Unsere klare Botschaft ist: Wartet nicht auf ein Notsignal, fahrt sofort hin, schaut, ob die Menschen Hilfe brauchen und rettet sie", sagte die Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Melissa Fleming, am Dienstag in Genf. Insgesamt sind seit Beginn der Kämpfe zwischen Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi und Oppositionstruppen nach UN-Angaben bereits 750.000 Menschen aus Libyen geflohen. In Süditalien sind davon laut der Regierung in Rom bisher rund 10.000 eingetroffen.

(apa/red)

Kommentare

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Libysche Flüchtlinge Anstatt dem Verursacher dieser Massenflucht und seinen Schergen Einhalt zu gebieten und damit den Grund für diese Flucht auszuräumen wird darüber nachgedacht was wir in Europa mit diesen Menschen machen sollen. Damit hat Gadaffi genau das erreicht was er zu Beginn angedroht hat: er überflutet uns mit Flüchtlingen und transportiert damit sein Problem nach Europa. Und die Schwachköpfe in der NATO und der EU fallen voll drauf rein. Nicht zu fassen.

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Re: Libysche Flüchtlinge An und für sich ja, aber ich würde meinen die falsche Wortwahl.
Er überflutet Europa nicht, sondern er hindert einfach niemanden mehr daran die Schiffe zu besteigen, denn er hat jetzt keinen Grund mehr dazu.

Und ja in der EU und der NATO gibt es Schwachköpfe, denn das Interessante ist ja, dass man sich nicht entblödet,den senilen Halunken für Schiffskatastrophen verantwortlich zu machen,weil er die Abfahrt zulässt,aber dann Leute in Seenot langsam verrecken lässt und anschließend frech leugnet. Und den Verdurstenden wird ja nicht auf wundersame Weise die Fata Morgana eines französischen Kriegschiffs erschienen sein, denn das sind Landratten und wenn sie es nicht gesehen hätten, könnten sie es ebensowenig beschreiben wie ich.

Aber es geht ja um den Schutz von Zivilisten,nicht wahr?

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Re: Libysche Flüchtlinge Schon richtig, dazu muß man verstehen warum die Menschen flüchten. Aus Angst vor dem Krieg, Angst vor Gadaffi, oder nur reine Wirtschaftsflüchtlinge. Letztere haben hier ohnehin nichts zu suchen (wir haben genug Arbeitslose in Europa), und für die ersten beiden Gründe gibt es einen gemeinsamen Nenner: Gadaffi.

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