Flüchtlingsdrama vor australischer Küste: Dutzende Bootsflüchtlinge hilflos ertrunken

Bei heftigem Wellengang an den Klippen zerschellt Rund 30 Personen wurden von Marineschiff geborgen

Flüchtlingsdrama vor australischer Küste: Dutzende Bootsflüchtlinge hilflos ertrunken © Bild: AP/ABC

Nach dem Untergang eines Flüchtlingsschiffs in stürmischer See vor der australischen Küste sind offenbar Dutzende Migranten ertrunken. Ein Augenzeuge berichtete, er habe zahlreiche Menschen ertrinken sehen, nachdem ihr Schiff bei heftigem Wellengang an den Klippen von Christmas Island zerschellt war. Einige Überlebende seien gegen die Felsen geworfen worden.

Rund 60 Menschen hätten sich im Wasser befunden, doch nur etwa 30 hätten von einem zur Rettung geeilten Marineschiff geborgen werden können, indessen die Einwohner der Insel hilflos von den Klippen aus zusahen, sagte der Augenzeuge.

"Wir warfen Leinen und Schwimmwesten aus, doch niemand konnte die Leinen ergreifen", sagte ein Mitglied des Bezirksrats der Insel, Kamar Ismail, der Zeitung "The West Australian". "Welle auf Welle traf ein und das Meer war sehr, sehr rau. Die Felsen sind dort sehr scharf und die Klippen sehr steil." Es sei eine schreckliche Situation gewesen, doch trotz aller Anstrengungen sei es nicht gelungen, viele der Opfer zu retten.

Christmas Island (Weihnachtsinsel) liegt rund 350 Kilometer südlich der indonesischen Insel Java und etwa 1.500 Kilometer nordwestlich der australischen Festlandsküste. Wegen ihrer Nähe zu Indonesien ist die Insel immer wieder Ziel von Asylsuchenden. Auf der Insel befindet sich daher eines von Australiens wichtigsten Aufnahmelager für Flüchtlinge.

(apa/red)