Fakten von

Flüchtlinge - 23 Prozent mehr Abschiebungen im ersten Halbjahr

Heuer bis jetzt durchschnittlich eine Charter-Rückführung pro Woche

Abschiebung © Bild: APA/Friso Gentsch/dpa

Abschiebungen sind in Österreich kein seltenes Ereignis: Jeden siebenten Tag fand heuer bisher im Schnitt eine Charter-Rückführung statt, zeigt die Statistik des Innenministeriums, die der APA vorliegt. Insgesamt erfolgten im ersten Halbjahr 2016 5.163 sogenannte Außerlandesbringungen. Davon waren fast zwei Drittel freiwillige Ausreisen. Die zwangsweisen Rückführungen stiegen um 23 Prozent.

Die meisten Asylwerber, die freiwillig ausgereist sind oder weggeschickt wurden, waren Iraker (1.015), Afghanen (583) und Iraner (445). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres gab es insgesamt 4.178 Rückführungen, das macht ein Plus von 24 Prozent im heurigen ersten Halbjahr.

62 Prozent dieser Ausreisen waren freiwillig. Verließen von Jänner bis Juni 2015 noch 2.567 Asylwerber freiwillig Österreich, waren es heuer 3.195, die Zahl ist also auch um 24 Prozent gestiegen.

Mehr Abschiebungen aus Österreich
© APA/Martin Hirsch

Ein starker Anstieg um 23 Prozent wurde auch bei den "zwangsweisen Außerlandesbringungen" verzeichnet (von 1.602 auf 1.968). Bei diesen Asylwerbern, die gezwungen werden, Österreich zu verlassen, unterscheidet die Statistik formal Abschiebungen und Überstellungen gemäß dem Dublin-Abkommen, wonach eine anderes EU-Land für das Verfahren zuständig ist: Die Zahl der Abschiebungen ist gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 heuer um elf Prozent gestiegen (von 952 auf 1.057). Sogenannte Dublin-Überstellungen gab es zwischen Jänner und Juni 2016 sogar um 40 Prozent mehr (von 650 auf 911).

Abschiebungen werden auf dem Land- oder am Luftweg durchgeführt. Heuer gab es bereits 28 Charteroperationen, 24 davon per Flug und vier per Bus. Ziel war am öftesten der Kosovo, andere Destinationen waren Bulgarien, Polen, Nigeria, Pakistan, Georgien, Armenien, Russland und Albanien. 2015 fanden insgesamt 32 Charter-Rückführungen statt, also im Schnitt letztlich alle zwölf Tage.

Erste Abschiebung mit Heeresflieger

Das Bundesheer hat am Mittwoch den ersten Abschiebungsflug mit seiner Transportmaschine Hercules durchgeführt: Elf Asylwerber wurden am späten Vormittag nach Bulgarien gebracht. Zwischenfälle gab es keine, hieß es in einer Aussendung des Verteidigungsministeriums. Die Kosten betrugen demnach 10.740 Euro.

Der Flieger des Typs C-130 startete um 11.00 Uhr in Wien und landete nach rund eineinhalb Stunden ohne Vorkommnisse in Sofia. An Bord waren nicht wie ursprünglich geplant 14 männliche Asylwerber, sondern nur elf: Acht Afghanen, zwei Pakistani und ein Iraker, wie das Innenministerium der APA bestätigte. Neben der Bundesheer-Crew flogen noch 37 Begleitpersonen mit, darunter Begleitbeamte, ein Arzt, Sanitäter, Dolmetscher und Menschenrechtsbeobachter.

Die Abschiebung mit der Hercules ist eine Ergänzung zu bereits bestehenden Rückführungsmaßnahmen des Innenministeriums und wurde als Assistenzleistung durchgeführt. Weitere Termine stehen noch nicht fest: Nun soll es eine Evaluierung dieser Rückführung geben, auf deren Basis dann weitere Entscheidungen getroffen würden, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums.

Immer wieder kritisiert wurden die Kosten der Hercules-Flüge. Das Heer betonte am Mittwoch einmal mehr, dass die anfallenden Flugstunden im Jahresflugstundenkontingent des System Hercules beinhaltet und damit budgetär abgedeckt seien. Statt beispielsweise eines Ausbildungsfluges werde eben der Rückführungsflug absolviert. Die erste Abschiebung nach Sofia - hin und retour drei Flugstunden - kostete 10.740 Euro: Der Treibstoff pro Flugstunde kostet laut Ministerium 3.300 Euro, dazu kommen noch Personalkosten der Besatzung (Einsatzgebühren für den Flug).

Die Hercules dient sonst in erster Linie zum Transport von Soldaten und Versorgungsgütern, vor allem im Rahmen von Auslandseinsätzen des Bundesheeres. Der Flieger ist fast 30 Meter lang und knapp zwölf Meter hoch, bei einer Spannweite von über 40 Metern. Die Reisegeschwindigkeit beträgt etwa 540 km/h.

Kommentare

Bei 23 % mehr Abschiebungen, als rund ein Viertel mehr als im Vorjahr kann man erkennen, wie wenige im Vorjahr abgeschoben wurden

parteilos melden

Tatsache ist, dass man in Österreich schon eine Volksanwaltschaft gegründet hat, die sich nur mehr um Beschwerden von Asylanträgen kümmert. Für die Belange der echten Öst. hat man gar keine Zeit. Selbst am Schauplatz sieht man das Desaster das die Grünen und Roten anrichten. Zur Wahl sollten nur Steuerzahler zugelassen werden! Dann würde es gleich anders ausschauen!

parteilos melden

Schaut man in die Parks sieht man nur mehr Menschen die keiner Arbeit nachgehen. Für die arbeitenden Menschen zur Erholung geschaffen ist dies zur Herrschau mutiert..

Rumor13 melden

Ist auch nahezu unmöglich in Wien einen Park zu finden in dem noch (ein wenig) deutsch gesprochen wird.

giuseppeverdi melden

Ja warum soll man den in Wien in einem Park auch deutsch sprechen? Die maßgeblichen Politiker gehen doch in keinen Park sondern in die Prominentenheurigen und dort spricht man noch deutsch :-)))

Rumor13 melden

Besser wäre 1 x tgl. statt 1 x wöchentlich !!

Henry Knuddi
Henry Knuddi melden

hilf halt mit, vielleicht werdens dann mehr und weniger in parks und am praterstern - grunz

melden

5163 Rückführungen! Und wie viele sind im ersten Halbjahr neu eingereist!

Henry Knuddi
Henry Knuddi melden

ca 300.000 dt. staatsbürger, die den ATlern den job wegnehmen .....

giuseppeverdi melden

Wenn Dummheit weh tun würde, dann würde Knuddi Tag und Nacht schreien vor Schmerzen!

Henry Knuddi
Henry Knuddi melden

tut dir deine weh?
ich habe den zugang gelesen, da stand 300.000 dt. ausländer sind hergezogen, neben 200.000 sonstige EU-ler - entspricht der arbeitslosen

giuseppeverdi melden

Sie Dummvogel wieviel Österreicher glauben Sie haben in Deutschland Arbeit gefunden, die dafür nicht in unsere Arbeitslosenstatistik fallen? Sie haben wohl dort, wo andere das Hirn haben ein dunkles, schreckliches Loch?

Seite 1 von 1