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Flüchtlinge: Bahn-Kontrollstelle am Brenner in Betrieb genommen

Immer mehr Migranten kommen laut Innenminister Sobotka mit dem Zug

Die angekündigte Bahn-Kontrollstelle Seehof im Bereich Brennersee unweit der italienischen Grenze ist am Freitagnachmittag in Betrieb genommen worden. Immer mehr Migranten würden mit dem Zug nach Tirol kommen, meinte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) in einer Aussendung, der gemeinsam mit LH Günther Platter (ÖVP) und Landespolizeidirektor Helmut Tomac vor Ort war.

"Solange es keinen funktionierenden Schutz der EU-Außengrenzen gibt, sind wir auch weiterhin gezwungen, auf nationale Maßnahmen zu setzen", so Sobotka. Die Errichtung dieser Kontrollstelle für Güter- und Regional- sowie Fernverkehrszüge sei ein Signal an Schlepper sowie an Italien gegen das Durchwinken von Flüchtlingen, erklärte Platter und fügte hinzu, dass es aber auch eine Warnung an illegale Flüchtlinge sei.

Der neue Kontroll-Bahnhof soll die Bahnhöfe und die Bevölkerung von Lärm und Beleuchtung bei den bisherigen Kontrollen in Innsbruck, Matrei am Brenner und in Steinach am Brenner entlasten. Zudem könne die Polizei nun in Grenznähe zu Italien wesentlich effizientere und flexiblere Schengen-Kontrollen der Güterzüge und anlassbezogen auch der Personenzüge durchführen, meinte Tomac.

Gerade die letzten Tage mit vermehrten Aufgriffen von illegal auf Güterzügen eingereisten Personen hätten gezeigt, wie notwendig diese neue Kontrollmöglichkeit sei, sagte der Landespolizeidirektor. In dieser Woche seien 31 Flüchtlinge auf Güterzügen aufgegriffen worden. Trotzdem sei die Kontrollstelle nur die "zweitbeste Möglichkeit". "Denn die beste Möglichkeit wäre nach wie vor die gemeinsame Kontrolltätigkeit von österreichischen und italienischen Polizisten am Bahnhof Brenner", betonte Tomac.

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