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Flüchtlinge - Europol warnt vor Schleppungen im Motorraum von Lkw

Solche Transporte auch nach Österreich durchgeführt

Europol warnt in einem aktuellen Bericht vor für Flüchtlinge lebensgefährlichen, neuen Methoden von Schleppern. Migranten werden beispielsweise in Motorräumen von Lastwagen über Grenzen gebracht, berichtete die europäische Polizeiagentur am Freitag in einer Aussendung. In einem Fall haben Asylsuchende demnach für einen solchen Transport von der Türkei nach Österreich rund 7.000 Euro gezahlt.

Die meiste Zeit der Fahrt verbringen die Flüchtlinge beim Schlepper, erläuterte Europol. Erst kurz vor einem Grenzübertritt, müssen sich die Personen auf diese Weise verstecken. Die illegalen Migranten liegen dann zwischen Motor und Motorhaube des Fahrzeugs. Diese Methode sei extrem gefährlich und das Leben von Menschen könnte in Gefahr sein, hieß es in der Aussendung.

Weitere neu entdeckte Trends bei Schlepperaktivitäten sind eine neue Route über das Schwarze Meer - meist von der Türkei nach Rumänien - sowie eine steigende Zahl von Flüchtlingsankünften über das westliche Mittelmeer. Für Überfahrten von der Türkei nach Italien werden vermehrt unverdächtige Boote wie Segeljachten eingesetzt. Außerdem ist die EU eine beliebte Transitregion für Menschen geworden, die die USA und Kanada erreichen wollen.

Auch in luftdichten Containern oder Kleintransportern werden weiterhin Personen transportiert. Die am häufigsten entdeckte Methode ist nach wie vor die Schleppung in Lastwagen oder Vans. Überfüllung, Mangel an Atemluft und hohe Fahrtgeschwindigkeiten seien nur einige der Risiken dabei, warnte Europol. "Flüchtlingsschleppungen sind ein großes und gefährliches Geschäft in Europa geworden", betonte Europol-Direktor Rob Wainwright. Angesichts des erhöhten Drucks der Ermittlungsbehörden würden kriminelle Organisationen zu extremen Taktiken wechseln, oft mit lebensbedrohlichen Konsequenzen.

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