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"Afrikaner haben kein Recht auf Mobilität"

Diakite: In Österreich wurde ich schwarz -

"Während Europäer, die nach Afrika gehen, als Expats gelten, sind Afrikaner, die nach Europa gehen, Migranten", fasst die niederländische Europaabgeordnete Kati Piri eine Diskussionsrunde der "African Youth and Migration"-Konferenz in Kampala am Montag zusammen.

Afrikaner hätten "kein Recht auf Mobilität", beklagt auch Abi Samir, vom West African Observatory of Migration in Togo.

So würden viele Afrikaner in Europa zurückkommen wollen, doch das sei oft schwierig. So seien etwa die Kosten für die Visa so hoch und die Wiedereinreise danach fast unmöglich, sagt Samir bei der von der österreichischen NGO act.now und dem International Institute for Peace in der ugandischen Hauptstadt veranstalteten Konferenz. Dem kann Youssuf Simbo Diakitite nur zustimmen. Er hatte in Mali einen guten Job bei einer Bank. Dennoch entschloss er sich, nach Österreich zu kommen, weil er hoffte, sich weiterbilden zu können. Dort erkannte er, dass das Leben in Europa schwierig ist. In Österreich "wurde ich schwarz", meint er.

Diakite plädiert für Mobilitätsprogramme für Afrika. "Hätten wir die Möglichkeit unsere Fertigkeiten zu verbessern können", könnten Rückkehrer diese zu Hause einsetzen, ist er überzeugt. Daher gründete er mit Kollegen das African Diaspora Youth Forum in Europe (ADYFE), eine Organisation, die sich das zum Ziel gesetzt hat, die afrikanische Diaspora mit der Wirtschaft zu vernetzen, denn "zurückgehen nach Afrika ist schwierig".

Bornwell Kantande, der Vertreter des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) in Afrika, fordert indes, dass alle Beschränkungen für Flüchtlinge aufgehoben werden. "Flüchtlinge müssen möglichst in bestehende Strukturen vor Ort eingebunden werden", und die gleichen Krankenhäuser und Schulen wie die Bewohner des Gastlandes besuchen dürfen. Werden eigene Strukturen für Flüchtlinge geschaffen, von denen die Einwohner des Gastlandes ausgeschlossen seien, entstünden sonst nur Ressentiments, ist er überzeugt.

In Bibidi, dem derzeit größten Flüchtlingslager der Welt, leben zur Zeit mindestens 270.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan. Hier könnten Flüchtlinge zumindest selber Nahrungsmittel anbauen, so Kantande. "Wenn ein Flüchtling ein Stück Land erhält, muss er sein Essen nicht stehlen gehen", so Kantande. Außerdem hätten Flüchtlinge trotz der hohen Arbeitslosigkeit in Uganda das Recht zu arbeiten, das sei nicht in vielen Ländern der Fall.

"Auch die Gastgesellschaften müssen von den Flüchtlingen profitieren", fordert Natuhamya Aggrey, Vorsitzender des Distrikts Kamwenge im Westen Ugandas, wo auch das Rwamwanja Flüchtlingslager, mit über 70.000 Flüchtlingen aus dem Kongo, liegt. So würden etwa in Uganda 30 Prozent der UNO-Gelder für Flüchtlinge der Gastgesellschaft zugutekommen und 70 Prozent den Flüchtlingen.

Zuallererst müssten politische Lösungen für die vielen Krisen gefunden werden, betont Petr Pribyla, Vertreter der EU-Delegation in Uganda. Entwicklungshilfe könne ohnehin nur langfristig helfen, daher "müssen unsere Programme darauf aufbauen, was die Flüchtlinge aus ihrem Leben machen wollen." Auch müssten Flüchtlinge besser in die lokalen Märkte integriert werden. Das Ziel müsse es sein, den Flüchtlingen Möglichkeiten zur Ausbildung zu geben, damit sie in zehn bis 15 Jahren ihre Land wieder aufbauen können.

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