Flucht von

Warum Syrer nicht in die
reichen Golfstaaten fliehen können

Im arabischen Raum wird die Kritik an der Untätigkeit von Saudis und Co. lauter

Flüchtlinge aus Syrien sind in Serbien auf den Straßen unterwegs. © Bild: REUTERS/Marko Djurica

Millionen Syrer sind vor dem Krieg in ihrem Heimatland in die Nachbarstaaten Libanon, Türkei und Jordanien geflohen. Einige Hunderttausend haben sich nach Europa aufgemacht. Die Golfstaaten aber haben bisher kaum Flüchtlinge aufgenommen. Nun kommt auch im arabischen Raum Kritik daran auf.

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Wie die BBC berichtet, können Syrer zwar offiziell um ein Touristenvisum oder eine Arbeitserlaubnis in einem Golfstaat ansuchen. Der Prozess ist aber teuer und es sei bekannt, dass es viele Golfstaaten für Syrer in der Praxis schwierig machen, ein Visum zu bekommen. Die größte Chance hätten noch jene, die sich bereits vor Ort befinden und ihren Aufenthalt verlängern. Auch mit Familienangehörigen in einem Golfstaat gibt es mehr Aussicht auf Erfolg.

Genfer Konvention nicht anerkannt

Für ärmere Flüchtlinge wäre aber oft auch schlicht die Reise zum Golf nicht finanzierbar. Jedoch sind es nicht nur die Golfstaaten - kaum ein arabisches Land heißt Syrer zurzeit wirklich willkommen. Ohne eines der nur selten gewährten Visa dürfen syrische Staatsbürger im arabischen Raum heute nur noch nach Algerien, Mauretanien, Sudan und Jemen reisen.

Keines der sechs Länder des Golf-Kooperationsrates (Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Katar, Bahrain und Kuwait) hat bisher die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet. Die Staaten haben für syrische Flüchtlinge auch keinen einzigen Resettlement-Platz geschaffen, wie Amnesty International bereits im Dezember kritisierte.

Damit sind sie nicht alleine. Auch andere wohlhabende Länder, etwa Russland, Japan oder Südkorea, wollten sich nicht am Resettlement-Programmen beteiligen. Doch aufgrund der relativen Nähe, der gemeinsamen Sprache und der Involvierung mancher Golfstaaten in den syrischen Konflikt stehen sie aus der Sicht vieler eher in der Verantwortung.

Kritik und Empörung auf Twitter

Während diese Kritik bisher vorrangig aus Europa kam, wächst nun auch im arabischen Raum das Unverständnis über das geringe Engagement der Golfstaaten. Vor allem in den sozialen Medien wird der Status Quo hinterfragt. Der prominente saudische Islamgelehrte Aaidh ibn Abdullah al-Qarn twitterte "200 muslimische Syrer sind ertrunken, weil wir sie ignoriert haben. Sie sind im Meer ertrunken, wir in Gleichgültigkeit und Antipathie".

Der arabische Hashtag #Welcoming_Syria's_refugees_is_a_Gulf_duty wurde in der vergangenen Woche über 33.000 Mal benutzt. User posteten Fotos von ertrunkenen Menschen, über Stacheldraht getragenen Kindern und im Freien schlafenden Familien, um auf die Schicksale der syrischen Flüchtlinge aufmerksam zu machen.

Die Facebook-Seite "Syrische Gemeinschaft in Dänemark" veröffentlichte ein Video von Flüchtlingen, die die ungarisch-österreichische Grenze überqueren. Ein User fragte daraufhin: "Wie kann es sein, dass wir aus der Region unserer muslimischen Brüder fliehen, die mehr Verantwortung für uns übernehmen sollte als ein Land, das sie ungläubig nennen?". Ein anderer antwortete, es seien die Araber, die ungläubig seien.

Rasant verbreitete sich in den sozialen Medien auch ein Cartoon der saudischen Zeitung Makkah. Er zeigt einen Mann in der traditionellen Kleidung der Golfregion, der aus einer mit Stacheldraht umzäunten Tür herausschaut und auf eine zweite Tür mit EU-Flagge zeigt. "Warum lasst ihr unfreundlichen Leute sie nicht rein?", fragt er:

Doch trotz der Empörung im Internet scheint es unwahrscheinlich, dass die Golfstaaten ihre Position überdenken. Mehr und mehr greifen sie auf Arbeitsmigranten aus Südostasien und Indien zurück, insbesondere für körperliche und einfache Arbeiten. Und im besser ausgebildeten Bereich bemühen sich besonders die Regierungen von Saudi-Arabien und Kuwait, anstelle anderer Araber ihre eigenen Bürger einzustellen.

Kuwait will die Zahl ausländischer Arbeiter innerhalb von zehn Jahren sogar um eine Million reduzieren. Eine Einbürgerung ist in der Golfregion nahezu unmöglich. Auch deshalb wäre es für Syrer schwer, sich dort ein stabiles Leben aufzubauen.

Kommentare

Menschenrechte sind den Golfstaaten völlig egal. Da werden Hände angehackt und hingerichtet was das Zeug hält. Achtung vor Europa haben die schon lange nicht, da die genau wissen, dass die EU ihnen ohnehin hinten hinein kriecht. Die haben auch schon lange gemerkt, dass wir einen ordentlichen inkonsequenten Saustall haben, wo man sogar einen Gottesstaat ohen Konsequenzen fordern darf.

Superguppy melden

Die Golf-Staaten sind clever, verstehen die Mentalität und wissen, was auf sie zukommt, wenn sie sich die vielen mittellosen Flüchtlinge ins Land setzen würden. Daher bleiben die Türen zu. Nur manche der blöden EU Politiker, die denken, dass der Islam zu Europa gehört, machen die Türe weit auf. Die Rechnung zahlen wir und die nächste Generation mit den integrationsunwilligen Moslems.

manicmonday melden

wenn ich diesen absolut überflüssigen kommentar lese, würde ich sie am liebsten in einen bus setzen und nach syrien schicken!!!

Rumor13 melden

Wozu ? Dort ist es nicht anders als hier am WBHF !?

naja, die golfstaaten sind net so deppat wie europa. die wissen schon genau was da auf sie zukommen würde. die guten ins töpfchen die schlechten in die eu?......................

Warum nehem die reichen arabischen Ölstaaten nicht diese Flüchtlinge auf?

parteilos melden

Wenn man bedenkt, dass die Reichen der Erde genug Geld hätten um für Frieden und Wohlstand auch in Afrika zu sorgen und dennoch keine Cent dort hin wandert, dann frage ich mich wieso? Stattdessen, sorgt man beim kleinen Bürger für Chaos und lässt ihn diese Schmach bezahlen. Die Reichen profitieren ja von den Anteilen der Firmen die hier kräftig absahnen. Im Gegenzug wird der Durchschnittsverdiener

parteilos melden

in seiner Lebensqualität gestört und zusätzlich wird ihm auferlegt, dass ein "NEIN" schlecht wäre. Die Reichen wie auch Hirscher, dem kann es ja egal sein, der wohnt in einer reichen Wohngegend und kann sich jederzeit überall ein Haus leisten!

parteilos melden

Es ist eher bedauernswert das Regierung, die Volk gewählt wurde, nicht eingreift und diese Schmach fast zum Ausdruck bringt, dass der Österreicher an der Lage Schuld ist und jetzt zur Kasse gebeten wird. Die die wirklich davon profitieren fallen durchs Sieb!

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