Fliegerbombe in München von

250-Kilo-Bombe gefunden

2.500 Bewohner in Sicherheit gebracht - Sie mussten Nacht in Notunterkünften verbringen

Fliegerbombe in München - 250-Kilo-Bombe gefunden © Bild: APA/DPA/Ingo Wagner

Eine hoch explosive Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat den Münchner Stadtteil Schwabing auch einen Tag nach ihrem Fund in Atem gehalten. Erst am Dienstagabend wollte das Sprengkommando mit dem Entschärfungsversuch beginnen. Ob der erfolgreich sein würde, war allerdings unklar. Zu befürchten war auch nach Stunden noch, dass die Bombe kontrolliert gesprengt werden muss.

Am Nachmittag weiteten die Behörden die Sperrzone rund um den Fundort auf dem ehemaligen Gelände des Kultlokals "Schwabinger 7" aus. In einem Radius von einem Kilometer um den Fundort durften sich die Münchner nicht mehr draußen aufhalten, wie das Kreisverwaltungsreferat mitteilte. Anrainer in dem Bereich durften zwar in ihren Wohnungen bleiben, mussten sich aber von ihren Fenstern fernhalten. Wer weniger als 300 Meter vom Fundort entfernt wohnt, hatte seine Wohnung bereits in der Nacht verlassen müssen. Zahlreiche Straßen wurden gesperrt, ebenso wie die U-Bahn-Station Münchner Freiheit. Später wurden drei weitere Bahnhöfe gesperrt und zwei U-Bahn-Linien unterbrochen.

Die Entschärfung hatte sich immer weiter verzögert, weil Autos abgeschleppt und der Fundort so gut wie möglich abgesichert werden musste. Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes verteilten 10.000 Sandsäcke um die Bombe, um Splitterfolgen bei einer möglichen Detonation so gering wie möglich zu halten.

Bombe könnte explodieren
"Wir versuchen, die Bombe zu entschärfen. Bei dieser Entschärfung ist die Möglichkeit, dass die Bombe hochkommt, aber doch relativ groß", sagte der Leiter der Kampfmittelbeseitigung, Diethard Posorski. Darum müssten starke Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. "Wir bauen Wälle auf mit Sandsäcken und Gitterboxen." An den umliegenden Häusern wurden die Fenster und Türen mit Stroh abgesichert, um den Druck bei einer Detonation zu verringen.

Bei der Bombe, die sich etwa einen Meter tief im Erdboden befunden habe, handelt es sich nach Angaben Posorkis um eine amerikanische Fliegerbombe mit Langzeitzünder, der durch eine Glasampulle mit Aceton ausgelöst werden sollte. Die Entschärfung ist demnach deutlich schwieriger als bei einer rein mechanisch funktionierenden Bombe mit Aufschlagzünder. Nur rund zehn Prozent der Sprengbomben waren nach Expertenangaben mit derartigen Langzeitzündern ausgerüstet. Weil sie aber häufig versagten, ist ihr Anteil an den Blindgängern hoch.

Bombe in der Donau
Immer wieder tauchen explosive Kriegsrelikte auf. Erst vor kurzem ist in Wien eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Donau hochgegangen.

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