Fleischskandal von

Auf Pferd folgt Schaf

Verbotenes Schaffleisch in Produkten der französischen Firma Spanghero entdeckt

Ein Schaf steht auf einer Wiese. © Bild: Thinkstock/iStockphoto

Nach dem Skandal um Pferdefleisch haben die französischen Kontrollbehörden nun auch verbotenes Lammfleisch bei der Firma Spanghero in Südfrankreich entdeckt. 57 Tonnen womöglich auch gesundheitsgefährdendes Lammfleisch aus Großbritannien seien gefunden worden, teilten die Staatsanwaltschaft in Carcassonne und die Regierung in Paris mit. Alle damit gefertigten Produkte wie Würste wurden zurückgerufen.

Die Firma stand bereits im Zentrum des europaweiten Pferdefleisch-Skandals; nun wurde bei den Ermittlungen infolge des Skandals im Februar auch das Lammfleisch bei Spanghero im südfranzösischen Castelnaudary entdeckt. Die Ermittler stießen auf "gehacktes Lamm" aus Großbritannien, das durch Verarbeitungsmethoden hergestellt wurde, die in der EU seit der Rinderseuche BSE und der Schafskrankheit Scrapie verboten sind.

Selber Lieferant wie im Pferdefleisch-Skandal

Lieferant war wie im Pferdefleisch-Skandal auch im Fall des Lammfleisches der niederländische Händler Jan Fasen und dessen Firma Draap Trading, wie das französische Landwirtschaftsministerium mitteilte. Die Firma Spanghero könnte in dem neuen Fall allerdings bewusst betrogen worden sein, denn das Fleisch war mit einem Etikett "von Nerven befreites Lammfleisch" versehen. Diese Bezeichnung verschweige aber, dass dabei eine verbotene mechanische Technik mit Abschabung des Knochens verwendet worden sei. Bei dieser Technik können kleine Knochen- oder Marksplitter ins Fleisch geraten, durch die Krankheiten wie BSE oder Scrapie übertragen werden können.

Nach Angaben des französischen Staatsministers für Lebensmittelfragen, Guillaume Garot, wurde die Justiz eingeschaltet. Es wurde erwartet, dass die Staatsanwaltschaft in Paris den Fall übernimmt, die bereits im Zusammenhang mit dem Pferdefleisch-Skandal die Geschäftspraktiken von Spanghero unter die Lupe nimmt.

Anders als beim Pferdefleisch, das von Spanghero in erster Linie zur Weiterverarbeitung für Fertiggerichte an andere Firmen geliefert worden war, geht es nun beim Lammfleisch um von Spanghero hergestellte Wurstwaren. Der Firma war der Handel mit Fleisch im Zuge des Pferdefleisch-Skandals untersagt worden, die Produktion von Fleischgerichten durfte nach einer Unterbrechung aber fortgesetzt werden. Beim Pferdefleisch hatte die Regierung in Paris dem Unternehmen vorgeworfen, wissentlich dieses Fleisch als Rindfleisch weiterverkauft zu haben.

Vorschriften für Schafsfleisch nach BSE und Scrapie verstärkt

Die Vorschriften für Schafsfleisch waren in der EU im Zuge der Rinderseuche BSE und der Schafskrankheit Scrapie, die vor allem in Großbritannien auftraten, verschärft worden. Der Staatsanwalt von Carcassonne, Antoine Leroy, hob hervor, Schafsfleisch müsse nach den europäischen Vorschriften vom Knochen abgelöst werden. Zudem müsse bestimmtes Risikomaterial entfernt werden.

Kommentare

Wie um alles in der Welt kann der Konsument prüfen ob es sich tatsächlich um das angegebene Fleisch handelt welches auf der Verpackung steht? Da müsste man ja mit jeder Packung in ein Labor um eine Untersuchung durchführen zu lassen. Es betrifft ja auch nicht immer nur Fleisch zum Aktionspreis. Man kann hier höchstens noch einem Fleischer vertrauen bei dem man sein Fleisch frisch kauft.

brauser49

Ich freue mich schon auf Meerschweinchen-Fleisch demnächst in der Lasagne !

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im Endeffekt ist der Kunde daran Schuld...auch wenn ich dir Recht gebe, dass die Firma dicht machen sollte, hat es im Endeffekt der Kunde in der Hand...aber wer von denen schaut schon weiter als bis zum Aktionspreis?
Vegan sein erspart einem diese ganzen Skandale :D

brauser49
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Hast wohl den Sojasprossen-Skandal mit TOTEN vergessen!

wintersun melden

@brauser: Was wurde da leicht aufgedeckt? Hört sich ja nicht gerade rosig an...

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würde mich auch interessieren, wann und was war da?

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waren da mehr betroffen als durch BSE?

So, jetzt reicht es aber! Dem Händler und allen an der Schweinerei Beteiligten gehört der Laden dicht gemacht. Kann doch nicht sein, dass die weiterhin im "Geschäft" bleiben dürfen! Geldstrafe allein reicht da nicht. Wenn nach solchen Machenschaften die Buden dicht gemacht werden, wird man sich wahrscheinlich 100x überlegen, die Konsumenten verarschen zu wollen!

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