Bewusste Ernährung von

Fleisch: Folgen des
globalen Massenkonsums

"Global 2000"-Film "Mahlzeit - the story of men and meat" rüttelt in Schulen auf

Bewusste Ernährung - Fleisch: Folgen des
globalen Massenkonsums © Bild: REUTERS/Rafael Marchante

Die globale Nachfrage nach immer mehr Fleisch hat seinen Preis: "Mahlzeit - the story of men and meat", ein Film der österreichischen Umweltschutzorganisation "Global 2000", soll nun in Österreichs Schulen aufrütteln. Weltweit steigt der Fleischverbrauch rapide an, wie die Organisation in einer Aussendung mitteilt. Sowohl in reichen Staaten wie Österreich als auch in Schwellenländern wächst die Nachfrage - und natürlich das Angebot. Mittlerweile dienen rund 80 Prozent der globalen Ackerfläche der Fleischproduktion. Das hat weitreichende Folgen: für die Bevölkerung armer Länder, die Naturreserven unseres Planeten und unsere Gesundheit.

Ab 19. November 2014 tourt "Global 2000" mit dem 30-minütigen Aufklärungsfilm und einer Multivisionsschau mindestens drei Jahre lang durch zahlreiche Schulen. Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren soll das Thema und die Problematiken näher gebracht werden, die in direktem Zusammenhang mit unserem Fleischkonsum stehen: wie Ernährungssicherheit, Futtermittel, Transport, ökologischer Fußabdruck, Klima, Regenwald, Tierhaltung, Gesundheit und Gentechnik. Unterstützt wurde die Produktion des Films von Partnern wie dem Land Oberösterreich, Schirnhofer, Donau Soja, dem Verein Soja aus Österreich und ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt.

Ein Ausschnitt aus dem "Global 2000"-Film

© Video: Global 2000

Folgen und Fakten des Massenkonsums

Der Film lässt dabei ein neues Bild der Welt entstehen: eine Welt, die nicht mehr unerschöpflich ist und in der wir auch durch die Produktion unserer Nahrungsmittel an Grenzen stoßen. Und die Multivisionsschau wartet mit interessanten Fakten auf:

  • - In den letzten 50 Jahren hat sich die Anzahl der Menschen weltweit mehr als verdoppelt, der Konsum von Fleisch zugleich aber mehr als vervierfacht . Was in den wohlhabenden Ländern begann, setzte in den Schwellenländern fort. Allein in China hat sich der Fleischkonsum in nur 40 Jahren verzehnfacht.
  • - Die Haltung und Fütterung der Nutztiere beansprucht etwa 80 % der gesamten landwirtschaftlichen Fläche der Erde. Dabei liefert sie aber weniger als ein Fünftel der Kalorien für die menschliche Ernährung. Futter für die industrielle Massentierhaltung steht damit in Flächenkonkurrenz zur menschlichen Nahrung. - Die Viehwirtschaft verursacht fast ein Viertel aller globalen Treibhausgase. Damit trägt sie etwa so viel zum Klimawandel bei wie der gesamte weltweite Verkehr.
  • - In Nord- und Süd-Amerika sind ein Großteil des angebauten Sojas gentechnisch verändert - diese Form der industriellen Landwirtschaft hat negative Effekte auf die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort. Viele Millionen Tonnen des Sojas kommen als Tierfutter nach Europa und auch nach Österreich. In der EU wird mehr als 30-mal so viel Soja verfüttert, als in Europa selbst angebaut wird.
  • - Gemessen am ökologischen Fußabdruck beansprucht die Menschheit heute schon um die Hälfte mehr, als der Planet Erde bereitstellen kann. Die Ernährung - mit allem Drum und Dran - verursacht bei einem/ durchschnittlichen Österreicher fast ein Drittel des persönlichen Fußabdrucks. Beim Ernährungsfootprint geht der größte Anteil also auf das Konto von Fleisch und tierischen Produkten.
  • - In Summe wird etwa ein Drittel aller Nahrungsmittel in Europa nie gegessen, sondern gleich zu Abfall. - Jeden Tag verlieren 180 Millionen Tiere ihr Leben, um den Fleischhunger der Menschen zu stillen.
  • - Österreicher verzehren pro Kopf durchschnittlich 65 Kilogramm Fleisch im Jahr. Fleischverzehr-Empfehlungen für den Menschen liegen zwischen 300 und 600 Gramm pro Woche. Also weniger als die Hälfte, als tatsächlich bei uns verzehrt wird.

Umsteigen auf bewussten Konsum

"Überhaupt keine Frage: Wir essen zu viel - vor allem Fleisch und Fleischprodukte. Das ist sicher nicht gesund und macht überdies 'keine gute Figur'", sagt Leonore Gewessler, Geschäftsführerin von "Global 2000". "Wir empfehlen für Nicht-Vegetarier: Zurück zum Sonntagsbraten! Hin zum bewussten Fleischkonsum, am besten mit Fleisch aus der Region und aus biologischer Landwirtschaft vom artgerecht gehaltenen Tier - das ist gut für Mensch, Tier und Umwelt."

"Global 2000" hat sich zum Ziel gesetzt, die Landwirtschaft und auch die Viehwirtschaft zunehmend in Bio-Qualität zu gestalten. Auf dem Weg in diese Richtung begrüße die Organisation auch alle Maßnahmen und Vorhaben, die unterhalb der strengen Bio-Richtlinien eine Steigerung der Qualität in der Produktion und beim Produkt bewirken.

"Ein gemeinsamer Weg zwischen NGOs und der Wirtschaft ermöglicht echte Veränderungen. Auch wir wollen zu der Lösung der Probleme bei Umwelt- und Klimathemen unseren Beitrag leisten und die Konsumenten an bewussten Fleischkonsum heranführen", teilt Firmeneigentümer Karl Schirnhofer mit.

Weiterführende Information:

Buchbar ist die insgesamt 70- bis 80-minütige Show für Schulen unter: schule@multivision.at,
die Kosten belaufen sich auf circa 4 bis 5 Euro pro Schüler.

Einige Dokumentationen haben das Thema bereits aufgegriffen, so wie die weltbekannten Filme "Food Matters" oder "Food Inc.":

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