Flaute verhindert Herausforderer-Runde:
Wer fordert die Alinghi im America's Cup?

Elf Yachten im Louis Vuitton Cup um den Sieg PLUS: Alle Infos zum Segel-Klassiker vor Valencia

Flaute verhindert Herausforderer-Runde:
Wer fordert die Alinghi im America's Cup?

Der Start zum Louis Vuitton Cup, den Herausforderer-Runden für den 32. America's Cup, ist verschoben werden. Vor der Küste von Valencia herrschte am Montag Flaute. Anstatt mit den benötigten sieben Knoten wehte der Mittelmeerwind Gabri nur mit drei Knoten. Die für den Auftakttag geplanten Duelle werden am Freitag nachgeholt, womit die elf Alinghi-Herausforderer einen Ruhetag verlieren.

Alles begann 1851 vor der Isle of Wight. Der Schoner "America" vom New York Yacht Club trat auf Einladung in einer Regatta gegen eine Flotte der besten britischen Segler an und reiste als Sieger nach Hause. Im Gepäck eine silberne Kanne, die den Namen America's Cup erhielt und als älteste Sporttrophäe der Welt gilt. Der Sieger des Louis Vuitton Cup hat das Recht, Titelverteidiger Alinghi im America's Cup ab 23. Juni zum Wettstreit zu bitten.

Elf Syndikate aus neun Ländern sind mit dem Ziel, die Herausforderung aussprechen zu dürfen, in die Americas's-Cup-Kampagne 2007 gestartet. Im November 2003 hatte er Club Societe Nautique de Geneve als Schauplatz für die Titelverteidigung Valencia in Spanien gewählt. Die Schweizer hatten im März zuvor vor Auckland bei ihrem ersten Antreten mit der Alinghi den wichtigsten Pokal im Segelsport erstmals in der damals 152-jährigen Geschichte nach Europa geholt, Team New Zealand wurde in seinem eigenen Gewässer in der "best-of-nine"-Finalserie mit 5:0 gedemütigt.

Drei Teams kommen wohl als Sieger in Frage
So wie die 13 Vorregatten zwischen September 2004 und April 2007 verlaufen sind, dürften drei Teams für den Sieg in der Herausforderer-Runde in Frage kommen. Die BMW Oracle Racing (USA), die Emirates Team New Zealand (Neuseeland) und die Luna Rossa Challenge (Italien). Zwischen 30 und 38 Matches haben die Yachten vor sich, bis der Herausforderer feststeht, während die Crew der Alinghi sich auf Training und Beobachten konzentrieren kann und muss.

"Sie können uns fast jeden Tag beobachten und werden sicherlich mehr über uns lernen, als wir über sie", sagt Oracle-Skipper Chris Dickson. Das Matchrace ist das Duell Boot gegen Boot, es sind jeweils nur zwei auf dem Kurs. "Es ist eine Mischung aus Schach und Boxen auf dem Wasser", erklärt Alinghis Sportdirektor und Titelverteidiger Jochen Schümann.

Kein Platz für Verlierer
Im Americas-Cup gibt es nur einen Sieger und keine Platzierten. Das musste schon Queen Victoria 1851 zur Kenntnis nehmen. "Eure Hoheit, es gibt keinen Zweiten", bekam sie nach der Niederlage der Briten zu hören. Und dass es sich, wie 1851 in der Stiftungsurkunde "Deed of Gift" festgeschrieben, um einen "freundschaftlichen Wettstreit zwischen zwei unterschiedlichen Ländern handelt", sorgt im besten Fall noch für Schmunzeln.

Mit Budgets bis 150 Millionen Euro (die Oracle des Milliardärs Larry Ellison), Hochtechnologie und Spionage-Affären, aber auch legendären Duelle wie jenes 1983 zwischen der Australia II und der Liberty, als die USA den Cup erstmals nach 132 Jahren verloren, hat der Americas' Cup einen einzigartigen Stellenwert in der Welt des Sports eingenommen. Der Schauplatz wird auch heuer dem Spektakel gerecht, Valencia hat für den Cup 2007 rund zwei Milliarden Euro in die Stadterneuerung investiert, im inneren Hafenbecken reihen sich die luxuriösen und eindrucksvollen Team-Stützpunkte in einem farbigen Halbkreis aneinander.

In der Geschichte des America's Cup hat es noch kein Österreicher als aktiver Segler auf eines der Boote geschafft; 17 Positionen gibt es an Bord, aber wegen der Doppelbesetzung arbeiten bis zu 40 Segler in einem Team. Tornado-Doppel-Olympiasieger Roman Hagara hatte Ende vergangenen Jahres ein Angebot von der von Red Bull unterstützen schwedischen Victory Challenge abgelehnt, weil er in Qingdao 2008 noch einmal auf Olympia-Gold losgeht. Danach soll aber der Umstieg ins Big Boat erfolgen.

(apa/red)