Flachbild-TV wegen "flacher" Bildqualität?
Matte Test-Resultate für neue TV-Generation

35 Flachbild-Geräte auf dem "Konsument"-Prüfstand Experten raten von Kauf derzeit tendenziell noch ab

Flachbild-TV wegen "flacher" Bildqualität?
Matte Test-Resultate für neue TV-Generation © Bild: E-MEDIA

Auch wenn in HDTV ausgestrahlte Sendungen erst gegen Ende dieses Jahrzehnts einen nennenswerten Umfang erreichen werden: Bereits jetzt sind Flachbildschirme, die eine höhere Auflösung ermöglichen, gefragt. Der jüngste "Konsument"-Test von 35 Flachbild-Geräten zeigt allerdings, dass es im Verlauf des letzten Jahres nur einen relativ geringen Preisverfall gegeben hat und auch die Bildqualität weiterhin meist unbefriedigend ist.

Nicht einmal jedes fünfte Gerät erzielte daher im Test ein "gutes" Ergebnis. Als jeweilige Sieger ihrer Kategorien schnitten die getesteten Modelle von Panasonic und JVC mit einem "gut" ab.

Teure Boni
Das Interesse für technische Neuheiten, ein starkes Bewusstsein für Design oder aber auch Platzersparnis sind durchaus nachvollziehbare Gründe für die Anschaffung eines Flachbild-Fernsehers. Allerdings ist ein solcher Bonus meist teuer erkauft, stehen dem doch oft relativ hohe Kosten gegenüber. So fiel der Durchschnittspreis für ein solches Gerät seit dem letzten Test im Mai 2006 zwar um rund 200 Euro. Das günstigste "gute" Modell, das zugleich Testsieger in der Größenklasse 40 und 42 Zoll ist ("Panasonic TH-42PX600EN"), kommt aber immerhin noch auf stolze 1650 Euro. Etwas billiger sind Geräte in der Kategorie 32 und 37 Zoll zu haben: Die beiden Erstplatzierten "JVC LT-32R71BU" und "Panasonic TX32LE60F" sind bereits um 950 bzw. 970 Euro erhältlich.

Achillesferse Bildqualität?
Ungeachtet der hohen Anschaffungskosten haben Konsumenten aber auch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: der Bildqualität. Denn diese steht aufgrund des noch gebräuchlichen PAL-Formates deutlich hinter den herkömmlichen Röhrengeräten zurück. Hier konnten lediglich vier von 35 Geräten "gute" Ergebnisse erzielen. Dazu kommen aufgrund des 16:9-Formates weitere Einschränkungen in der Bildübertragung, da zahlreiche Fernsehsendungen noch im 4:3-Format ausgestrahlt werden. Auf den Punkt gebracht bedeutet das, dass man mit den derzeit ausgestrahlten Programmen mit LCD- oder Plasma-TV-Geräten kaum mehr Bild und auch keine bessere Bildqualität bekommt. Positiv schnitt allerdings die DVD-Wiedergabe ab, da hier das Signal bereits digital auf der Scheibe vorliegt und nicht erst "umgerechnet" werden muss. Bei HDTV ist die Bildqualität deutlich besser, dieses Format ist aber derzeit nur via Satellit zu empfangen.

Abwarten und Tee trinken...
Doch wann wird der Traum von einer schönen, neuen Fernsehwelt in HDTV nun endlich umgesetzt? Vorläufigen Angaben des ORF zufolge wird das erst im Jahr 2012 der Fall sein. Wer also bereits jetzt einen Flachbildschirm erworben hat, wird dann mit zusätzlichen Kosten konfrontiert sein. Denn: Keines der geprüften Geräte verfügt über einen HDTV-Empfangsteil, auch wenn sie grundsätzlich zur hochauflösenden Darstellung geeignet sind. Tipp des "Konsument"-Experten Paul Srna: "Wenn das alte Röhrengerät noch funktioniert, lohnt sich ein Abwarten." (apa/red)