FK Austria Wien von

Keine Angst vor Einbruch

Tabellenführer wird im Frühjahr gejagt - Austria-Coach Stöger ist nicht besorgt

FK Austria Wien © Bild: GEPA/Brem

Der FK Austria Wien ist im Frühjahrsdurchgang der Bundesliga der große Gejagte. Die Schützlinge von Chefcoach Peter Stöger haben sich in den bisherigen 20 Spielen mit 15 Siegen, drei Remis und nur zwei Niederlagen einen Sieben-Punkte-Polster auf Titelverteidiger Red Bull Salzburg erarbeitet. An diesen Erfolgslauf gilt es nun anzuschließen. "Ich habe keine Angst vor einem Einbruch, die Mannschaft ist soweit stabil, dass sie sich auch nach einem Negativerlebnis wieder fangen kann", sagte Stöger.

Das haben die Wiener auch im Herbst bewiesen, gab es doch in der zweiten Runde gleich eine 0:1-Heimniederlage gegen Sturm Graz sowie zwischen der Runde 9 und 11 eine Serie mit drei Partien ohne Erfolg und nur zwei Punkten. Danach folgten bis zur Winterpause acht Siege und ein Remis. Die Saisonunterbrechung kam den Favoritnern trotz des Positivlaufs entgegen. "Die Pause war sicher nicht schlecht, weil wir im ganzen Herbst auf einem sehr hohen Level gespielt haben. Nach dem Sturm-Spiel war die Luft draußen", resümierte Stöger. "Den Level solange zu halten ist ja gar nicht so eine körperliche Sache, sondern eine psychische Geschichte", ergänzte der Austria-Trainer.

Richtungsweisendes Derby

Sowohl körperlich als auch psychisch stark gefordert sind die Wiener gleich zum Frühjahrsauftakt am Sonntag, müssen sie doch im Derby im Hanappi-Stadion gegen Rapid bestehen. "Es ist richtungsweisend, wir können eine Situation schaffen, wo wir sehr viel Luft haben, was die Champions-League-Plätze betrifft", ist sich der 46-Jährige bewusst. Bei einer Niederlage Rapids würde der Lokalrivale die Favoritner aufgrund von dann 13 Punkten Rückstand wohl kaum mehr einholen.

Drei Punkte sind auch das erklärte Ziel der Austria, die frei nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung in jeder Partie auf Sieg spielen möchte. "Das hat uns im Herbst ausgezeichnet. Wenn wir jetzt hergehen würden und sagen 'wir wollen da und dort etwas verteidigen', dann würden wir unser Spiel und unsere Ausrichtung verändern und das wollen wir nicht", erklärte Stöger.

Favoritenrolle stört nicht

Die Austria ist jedenfalls aufgrund der Darbietungen im Herbst und des Punktepolsters im Kampf um den Titel in der Favoritenrolle. Das sieht auch der Ex-Internationale so. "Wir verstecken uns nicht, man kann ohne weiteres sagen, dass diese Mannschaft im Hinblick auf die Meisterschaft vielleicht Favorit ist", sagte der Austria-Trainer. Einen ähnlichen Erfolgslauf wie im Herbst dürfe man aber nicht erwarten. "Ich kann nicht garantieren, dass wir auf dem höchsten Level so weiterspielen. Da sind viele Faktoren dafür zuständig, auch die Gegner, mal schauen, wie sie sich auf uns einstellen", sagte Stöger.

Um schwieriger auszurechnen zu sein wurden in der Vorbereitung auch andere Spielsysteme ausprobiert. Varianten mit zwei "Sechsern" im Mittelfeld oder zwei Angreifern klappten allerdings nicht so gut, wie das im Herbst praktizierte "4-3-3-System". "Wir sind mit unserem Spiel schwer zu verteidigen, aber es kann sein, dass wir irgendwann etwas anderes brauchen, deshalb haben wir das einstudiert", sagte der Austria-Trainer.

Tempowechsel eingeübt

Von den Ergebnissen ist die Vorbereitung - abgesehen von der Generalprobe gegen Ruzomberok (4:0) - für die Wiener nicht zufriedenstellend verlaufen. "Das ist kein Problem. Wir haben nicht Wert auf die Spiele gelegt, sondern darauf, dass wir unser Trainingsprogramm durchziehen", blieb Stöger gelassen. Der Tabellenführer will in den Frühjahrsspielen noch mehr Kontrolle in den Partien haben. "Du musst einmal das Tempo ein bisschen rausnehmen, dann wieder anziehen, also mit dem Spieltempo spielen. Das haben wir noch nicht so drauf", meinte Stöger.

Sollten sich die Austrianer in diesem Bereich auch noch steigern und an die Herbstleistungen anschließen, spricht vieles für den ersten Meistertitel der Violetten seit 2006 sowie den 24. insgesamt. "Wir wollen natürlich Meister werden, aber wenn wir Zweiter werden würden, wäre es für den Verein immer noch eine Supergeschichte", erklärte Stöger. Das ist auch verständlich, waren die Wiener doch mit der Zielsetzung Europacup-Platz in die Saison gegangen. Den haben sie dank 22 Punkten Vorsprung auf den Fünften Ried schon quasi sicher.

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