FK Austria Wien von

Der Kopf ist bei der Austria

Zlatko Junuzovic beschäftigt sich nur wenig mit einem möglichen Auslandstransfer

FK Austria Wien - Der Kopf ist bei der Austria © Bild: GEPA/Ort

Dass Zlatko Junuzovic länger bei der Austria bleibt, als Julian Baumgartlinger hat überrascht. Der defensive Mittelfeldspieler ging zum FSV Mainz, der Offensivgeist ist noch in Favoriten. Wie lange noch? "Ich weiß es selber nicht, wie es momentan ausschaut. Fakt ist, dass ich noch ein Jahr Vertrag habe, dann ablösefrei bin und man sehen wird, wie Austria plant und was sie macht", sagte Junuzovic im Interview mit der APA.

Er habe eigentlich nie Eile, es sei immer wieder über einen Transfer geredet worden, und es wären auch immer wieder Gerüchte dagewesen, aber bisher sei noch nie etwas Konkretes passiert. "Daher sehe ich das alles eher entspannt und konzentriere mich voll auf das erste Europa-League-Spiel", meinte der 23-Jährige vor dem Saison-Auftakt der Qualifikation.

Sportchef Thomas Parits hat Junuzovic einen neuen Drei-Jahres-Kontrakt zu verbesserten Konditionen vorgelegt. "Darüber muss man noch ein bisschen reden, weil es ist schon eine längere Zeit her. Es sind ein paar Dinge drinnen, die sich verändern würden, und von dem her muss man noch abwarten und ein paar Gespräche führen. Dann wird man sehen, was dabei herauskommt. Ich habe keinen Stress, eine vorschnelle Entscheidung zu treffen", erklärte der kleine Regisseur mit dem großen Können.

Ab in die Gruppenphase
Und so konzentriert sich Junuzovic auf das Sportliche und die Austria. "Wir wollen unbedingt in die Gruppenphase der Europa League, das haben wir in der Mannschaft intern so besprochen. Wir waren vor zwei Jahren dort, und es war ein absolut geiles Gefühl, gegen Werder Bremen oder Athletic Bilbao anzutreten. Wir glauben an uns, an unsere Qualität und denken, dass wir es wieder schaffen können." Er und seine Mitstreiter wissen sehr wohl, dass es vom ersten Spiel weg eine sehr schwierige Aufgabe werde.

Im Kampf um den heimischen Meistertitel erwartet Junuzovic ein "brutal enges" Rennen. "Die Saison wird ähnlich verlaufen wie jene 2010/11, als von den Großen jeder Meister hätte werden können", sagte der "Dribblanski", dessen Kapitän Roland Linz dem Abgang von Baumgartlinger noch ein wenig nachtrauert. "Der Wechsel war gut für 'Jules', aber bitter für die Mannschaft", sagte der Torschützenkönig, der auf Junuzovic hofft: "Der 'Sladdi' ist ja noch da. Ich hoffe, er bleibt noch länger bei uns."

Auch ohne Baumgartlinger stark
Junuzovic meinte nach dem Baumgartlinger-Abschied: "Der 'Jules' ist zwar weg, schauen wir mal, was noch so passieren wird. Aber im Grund ist der Kern noch da. Wir sind sehr gut eingespielt." Natürlich schätzt auch er die Salzburger wieder sehr hoch ein. "Sie sind jedes Jahr Titelfavorit - vom Budget und von den Spielern her. Es wird zwar nicht leicht, aber wir sind auch sehr stark, von dem her ist der Titel für uns schon drinnen", glaubt der Austria-Star, der ebenfalls zu gerne zum 100. Austria-Geburtstag einen Titel gehabt hätte. "Es waren eigentlich nur zwei, drei Wochen, in denen wir uns alles selbst versaut haben."

Karl Daxbacher macht kein Hehl daraus, dass Baumgartlinger der Austria abgehen wird, weil er sich in den zwei Jahren in Favoriten wirklich sehr gut entwickelt habe. Aus finanziellen und wirtschaftlichen Überlegungen sei sein Abgang zu erwarten gewesen. "Bei Junuzovic ist es eine ähnliche Situation. Man muss damit rechnen, dass gute Spieler weggeholt werden. Es ist unsere Aufgabe, als Trainer immer wieder mit neuen jungen Spielern zu arbeiten und sie weiterzubringen", erklärte der Austria-Coach, der glaubt, den Abgang Baumgartlingers und die Verletzung von Alex Grünwald kompensieren zu können. "Wir haben in der vorigen Saison auch sehr oft mit einem defensiven Spieler im Mittelfeld und Junuzovic im Zentrum gespielt."