Fitness-Tipp von

Hunger ist der beste Koch

Was der Hunger mit der Fußball-WM 2018 zu tun hat, erklärt Ihnen Volker Piesczek

Volker Piesczek © Bild: Matt Observe/News

Das trifft auch bei der Fußball-WM in Russland zu. Ich bin nicht sicher, ob es die besten Teams unter die letzten vier geschafft haben, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Kroatien zählten aber zu den hungrigsten. Kroatien und Belgien haben noch keine Titel, Frankreichs und Englands Erfolge sind ewig her. Wer hungrig ist, hat oft nicht so viele Erwartungen an die Küche. Hauptsache, es geht schnell und sättigt. Die Deutschen hingegen wirkten satt. Nicht alle Spieler hatten Appetit, den Titel zu verteidigen. Vielleicht wurde ihnen nach dem Erfolg 2014 in Brasilien zu viel Zucker in den Hintern geblasen.

Stichwort Zucker! Die Kicker vom Zuckerhut haben sich ein wenig überschätzt. Brasilien war vermutlich die beste Mannschaft beim Turnier, aber erst als das Ausscheiden drohte, machten die Spieler gegen Belgien den so oft zitierten Extraschritt. Da war es schon zu spät. Und die Spanier? Die Furia Roja hatte ihre Titel noch immer nicht verdaut, und mit vollem Magen Höchstleistungssport zu betreiben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Bei Argentinien und Portugal waren die Augen größer als der Magen. Selbst die besten Köche haben keine Chance auf eine Haube, wenn das Service versagt. Ähnlich ist es Messi und Ronaldo ergangen: Was die Mitspieler abgeliefert haben, war bestenfalls lauwarme Kost. Alles in allem war die WM kein "fußballerischer" Leckerbissen. Deshalb wurden nur die hungrigsten Spieler und Fans halbwegs satt.