Fitness-Tipp von

Ein guter Tag ist zu wenig

Volker Piesczek © Bild: Matt Observe/News

Einmal mehr liefert ein Österreicher eine absolute Weltklasseleistung ab, und die Öffentlichkeit nimmt nur wenig Notiz davon. In Großbritannien oder in den USA wäre er wohl ein Star, bei uns ist er nur Insidern bekannt. Die Rede ist vom Golfer Bernd Wiesberger. Nach seinen Siegen auf der European Tour hat der 32-Jährige erstmals bei einem Turnier der World Golf Championships einen Top-Ten-Platz erreicht. Dass er dabei große Namen wie Phil Mickelson oder die ehemalige Nummer eins der Welt, Jason Day, hinter sich lässt, juckt kaum jemanden. Golf ist bei uns halt nicht populär.

Ein Staunen gibt es hingegen, wenn ich Nichtgolfern erzähle, dass der Burgenländer in den letzten beiden Jahren knapp fünf Millionen Euro an Preisgeld gewonnen hat. Da gibt es nicht viele Celebrities in Österreich, die sich über ähnliche Eingänge am Konto freuen dürfen. Doch abseits der Summen, die Bernd verdient, beeindruckend ist vor allem seine sportliche Leistung. Für mich zählt Golf zu den wenigen Sportarten, in denen es keine Eintagsfliegen gibt, und fast nirgends ist die Dichte so groß. Beim Golfsport nützt ein guter Tag herzlich wenig. Ein Turnier geht über vier Tage, und nur wer vier Tage lang körperlich und geistig topfit ist, hat überhaupt Chancen auf den Sieg. Mehrere Tage lang sein Potenzial abzurufen, das trennt die Spreu vom Weizen. Bernd Wiesberger schafft dies nun schon seit mehreren Jahren und ist für mich auf eine Stufe mit Hirscher, Alaba und Co zu stellen.