Fischer auf Staatsbesuch bei Griechen: Gespräche EU-Verfassung und -Erweiterung

Präsidenten wollen Lösung für Verfassungsvertrag Papoulias zu Kosovo-Frage: "Nichts überstürzen"

Fischer auf Staatsbesuch bei Griechen: Gespräche EU-Verfassung und -Erweiterung

Österreich und Griechenland wollen dazu beitragen, dass für die offene Frage des EU-Verfassungsvertrags eine Lösung gefunden wird. Das erklärten Bundespräsident Fischer und sein griechischer Amtskollege Papoulias in Athen, wo Fischer seinen Staatsbesuch offiziell mit militärischen Ehren und einem Gespräch im Präsidentenpalast begann.

"Sie ist wichtig für die Dynamik der europäischen Fragen", sagte Papoulias zur Frage der EU-Verfassung. Fischer erklärte: "Wir hoffen beide, dass die Bemühungen der deutschen EU-Präsidentschaft die Weichen so stellen, um in der jetzigen Periode gemeinsame Lösungen zu finden, die auch für die EU-Erweiterung wichtig sein werden."

Zwar seien Österreich und Griechenland bei den "wichtigsten Fragen" einer Meinung, wie die beiden Staatsoberhäunpter erfreut feststellten, doch gibt es doch eine Bereiche mit unterschiedlichen Auffassungen. Eine davon ist die Frage der Namensgebung der Republik Mazedonien ("Former Yugoslav Republic of Macedonia").

"Wir haben diese Frage im Rahmen der EU-Perspektiven der Länder des Westbalkans angesprochen", erklärte Fischer. "Gelöst haben wir die Frage nicht. Sie kann aber auch nicht zwischen Österreich und Griechenland gelöst werden", sagte Fischer, während sich Papoulias der Aussage enthielt.

Athen und Skopje verhandeln seit zwölf Jahren über einen für beide Seiten annehmbaren Namen für die ehemalige jugoslawische Teilrepublik, die unter der vorläufigen Bezeichnung "Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien" UNO-Mitglied geworden war.

Athen widersetzt sich der von Skopje beanspruchten Staatsbezeichnung "Republik Mazedonien" mit der Begründung, dass daraus "expansionistische Bestrebungen" auf Kosten Nordgriechenlands abgeleitet werden könnten.

(apa/red)