Fischer im NEWS-Talk: "Spitzengehälter
haben mit realer Leistung nichts zu tun"

Bundespräsident greift deutsche Gehaltsdebatte auf Gegen die weitere Öffnung der Einkommensschere

Fischer im NEWS-Talk: "Spitzengehälter
haben mit realer Leistung nichts zu tun"

Bundespräsident Heinz Fischer erklärt in einem Interview im aktuellen NEWS: "Ich stehe aus Überzeugung seit Jahrzehnten immer auf der Seite derer, die den Kampf gegen die Armut und gegen die weitere Öffnung der Einkommensschere zwischen den obersten und untersten zehn oder zwanzig Prozent führen. Das Größerwerden dieser Differenz zwischen Arm und Reich ist eine Entwicklung, die mir Sorgen macht."

Angesprochen darauf, dass der deutsche Bundespräsident Horst Köhler und auch Deutschlands CDU-Kanzlerin Angela Merkel sich gegen die Unverfrorenheit von Managern ausgesprochen haben und eine Einkommensobergrenze bei Managern einziehen wollen, antwortet Fischer: "Ich sehe das ähnlich. Ich glaube, wir müssen diesem Problem verstärkte Aufmerksamkeit widmen. Es geht auch um das Gerechtigkeitsgefühl. Wenn bestimmte Managergehälter explodieren und das Fünfzigfache des Gehalts einer Krankenschwester ausmachen, die ja auch harte Arbeit leistet, oder wenn für ein Unternehmen Rekordgewinne ausgewiesen werden und gleichzeitig hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten "freigesetzt" werden, wie dieser verharmlosende Ausdruck lautet, dann ist das in den Augen der Bevölkerung ein Ärgernis - und zwar zu recht."

Und Fischer weiter: "Was ich mir wünsche, ist die Frage gesunder sozialer Strukturen und die Fragen der Gerechtigkeit - auch der Leistungsgerechtigkeit - zu diskutieren und auch zu lösen. Ich bin für eine Leistungsgesellschaft, aber ich bin dagegen, dass diese aus den Fugen gerät und Spitzengehälter mit realer Leistung nichts mehr zu tun haben."

Lesen Sie das ganze Interview im NEWS Nr. 50!