Fischer mit 78,9 Prozent im Amt bestätigt:
Großer "Gewinner" ist aber der Nichtwähler

Rekordtief: Wahlbeteiligung liegt bei nur 49,2 Prozent FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz mit 15,6 Prozent<br>Christen-Kandidat Gehring kommt auf 5,4 Prozent

Fischer mit 78,9 Prozent im Amt bestätigt:
Großer "Gewinner" ist aber der Nichtwähler © Bild: APA/Fohringer

Die Bundespräsidenten-Wahl hat mit dem erwarten Triumph von Heinz Fischer geendet. Gemäß vorläufigem Endergebnis kam der Amtsinhaber auf 78,9 Prozent der Stimmen und distanzierte damit seine Herausforderer klar. Die freiheitliche Kandidatin Barbara Rosenkranz verpasste mit 15,6 Prozent ihr Wahlziel ebenso wie der Obmann der Christen-Partei, Rudolf Gehring, der 5,4 Prozent der Stimmen erhielt. Die Wahlbeteiligung rutschte auf das historische Tief von 49,2 Prozent, wird aber durch die Briefwähler noch über die 50 Prozent klettern. Ungültig stimmten gut sieben Prozent.

Der Bundespräsident wollte über das schwache Interesse an dem Urnengang gar nicht allzu viel sprechen: "Unter denen, die sich beteiligt haben, hat es eine fantastische Mehrheit gegeben." Das Ergebnis sei "wirklich wunderbar", solch eine Zustimmung hätte er sich nicht erträumt.

Fischer hatte gleich eine ganze Schar Mitjubler im Schlepptau. "Mein Herz lacht", jubilierte Kanzler Werner Faymann. Den Sieg des Präsidenten wollte der SPÖ-Chef nicht für seine Partei vereinnahmen: "Das ist sein Erfolg." Minister und Bundesgeschäftsführer verwiesen jedoch darauf, dass Fischer immerhin sozialdemokratische Werte vertrete, weshalb man auch von einem Aufwind für die SPÖ sprechen könne, wie etwa Unterrichtsministerin Claudia Schmied meinte.

Die Grünen verbuchten einen Teil des Fischer-Erfolgs für sich, hatte man dem Amtsinhaber doch eine Wahlempfehlung zukommen lassen. Vizechefin Maria Vassilakou sah im Ergebnis gar einen Auftrag, künftig mehr im Bereich Klimaschutz oder bei der Frage der zweisprachigen Kärntner Ortstafeln zu tun. Bundessprecherin Eva Glawischnig erfreute sich an einem "guten Ergebnis für Fischer und für Österreich".

Schwarz-grüner Zwist
Dass so wenige Wähler zur Urne geschritten sind, schoben die Grünen der ÖVP in die Schuhe, habe diese doch weder einen Kandidaten aufgestellt noch einen empfohlen. In die gleiche Kerbe schlug die SPÖ, Kanzler Faymann zeigte sich von der Volkspartei enttäuscht, weil sich diese nicht klarer für Fischer ausgesprochen habe. Dieser meinte ebenfalls, die Weißwahl-Überlegungen der ÖVP hätten wohl ihre Auswirkung gehabt.

VP-Klubchef Karlheinz Kopf konterte, dass die SPÖ offenbar nicht einmal mehr mobilisieren könne. Eher unbeteiligt gab sich VP-Obmann Josef Pröll: "Heinz Fischer wurde nach einem themenlosen Wahlkampf erwartungsgemäß wiedergewählt", sandte der Vizekanzler per Aussendung aus.

Strache gibt Medien die Schuld
Mehr zu sagen hatte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der seiner Kandidatin Rosenkranz ursprünglich bis zu 35 Prozent zugetraut hatte. Dass es damit nichts wurde, sieht der Obmann der Freiheitlichen in einer Medien-Kampagne rund um Rosenkranz' Äußerungen zum Verbotsgesetz begründet: "Sie hat menschlich wahnsinnig viel durchmachen müssen." Die richtige Kandidatin sei Rosenkranz aber gewesen.

Sie selbst ertrug ihr Abschneiden ungerührt, auch wenn das eigene Wahlziel von 17 Prozent recht knapp verfehlt wurde. Rosenkranz gratulierte Wahlsieger Fischer, obwohl die geringe Beteiligung beim Urnengang "demokratiepolitisch erschütternd" sei. Ihr eigenes Ergebnis sei "durchaus respektabel". Bei den neuen blauen Freunden in Kärnten reagierte man eher gleichgültig. Landeshauptmann Gerhard Dörfler meinte nüchtern: "Ich habe mir von der Wahl sowieso nichts besonderes erwartet." Immerhin war Kärnten das stärkste Rosenkranz-Land.

Gehring in Vorarlberg vor Rosenkranz
Etwas mehr erwartet als erreicht hat Christen-Kandidat Gehring, der eigentlich in eine Stichwahl gegen Fischer einziehen wollte. Trotzdem zeigte er sich "außerordentlich zufrieden". Es handle sich um ein "sehr hervorragendes Ergebnis", denn man habe bei Null begonnen, und deshalb sei jede Stimme ein Erfolg. Erstaunliches ereignet sich in Vorarlberg als einzigem Bundesland, das bei der Reihenfolge der Kandidaten ausscherte und Gehring vor Rosenkranz auf Platz zwei hob.

Wenn es nach dem BZÖ ginge, könnte man sich Wahlen dieser Art in Zukunft sparen. Obmann Josef Bucher schlug als Konsequenz aus der geringen Beteiligung die Zusammenlegung der Posten von Bundespräsident und Kanzler vor.

(apa/red)

Kommentare

Noch eine Frage an NEWS Wo sind die die von NEWS prognostizierten 82 Prozent für Fischer?

Ärmlicher Fischer Wenn sich Fischer bei 49 Prozent Wahlbeteiligung mit 78,9 Prozent der Stimmen zufrieden gibt, dann hat er seine Meßlatte sehr, sehr niedrig gelegt.

FOUNDER WO SIND SIE? Ich vermisse hier den scharfen objektiven (ha, ha, ha) Analysten Founder mit seinen scharfen Analysen. Bitte analysieren Sie!

Wie der Amtierende Wenn der Herr Bundespräsident beschließt, von der Podiumsdiskussion fern zu Bleiben, kann der Wähler das bei der Wahl ja auch. Profillosigkeit durch die Bank bei allen Akteuren motivert nicht nicht zu einer Wahl zu gehen, die von Anfang an fest stand. Leider gab es nicht die Möglichkeit, den Präsidenten einfach um 6 Jahre zu verlängern. Es hätte dem Steuerzahler viel Geld erspart und das geringste Übel währe einfach länger im Amt geblieben.

39 % haben Fischer gewählt... Das ist ein super Erfolg, meint Fischer....
Eigentlich haben ihn nur 39 % aller Wahlbeteiligten gewählt -- na wenn das so zum Feiern ist, dann verstehe ich die Welt nicht mehr....
Die Nichtwähler haben eindeutig gewonnen -- warum wohl Herr BP -- na bei dieser Auswahl kein Wunder...

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Die meisten Nichtwähler hätten sowieso den Fischer gewählt, da er aber sowieso schon als klarer Sieger feststand sinds halt nicht hingegangen...

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Re: Die meisten Nichtwähler Und die Erde ist eine Scheibe;)

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Re: Die meisten Nichtwähler Da du dich eh schon öfters als FPÖ-Fanboy geoutet hast nehm ich dich sowieso nicht ernst. Dass die blauen alle wählen gegangen sind damit ihre Babsi BP wird ist eh klar, aber warum sollten die faulen Hunde vom Rest zur Wahl gehen wenn Fischer schon als Gewinner feststeht?

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Re: Die meisten Nichtwähler Wenn oder was du ernst nimmst interessiert hier auch
keinen, aber deine Aussagen sind einfach witzig;) Sag
mal, glaubst du das echt was du da schreibst?

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Re: Die meisten Nichtwähler ups ... wen oder was natürlich;)

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Re: Die meisten Nichtwähler Freut mich,dass ich dich erheitern konnte. Ja ich glaub dass, denn ich war ca eine Stunde im Wahllokal und hab so einiges mitbekommen

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Re: Die meisten Nichtwähler Naja, wenn man keine Freunde hat und bei dem Wetter
ca. 1 Stunde im Wahllokal bleibt, dann ist das auch eine
Art Freizeitbeschäftigung;)

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Re: Die meisten Nichtwähler Weisst du was ein Wahlhelfer ist?

Wahlbeteiligung Naja, der Herr Fischer macht sich Kopfzerbrechen wegen der Wahlbeteiligung ?
Dann soll er seinen Recken mal auf die Finger klopfen und den Politikern eine Weisung erteilen, dass sie das Volk nicht belügen und betrügen sollen, die Wahlversprechen einhalten sollen !! Erst dann wird die Wahlbeteiligung wieder steigen !!
Immoment siehts doch so aus, dass sich der Wähler ja nur aussuchen kann von welcher Partei er beschissen wird

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KEINE AUSREDEN wer sein Wahlrecht nicht nützt muss schweigen und alles zur Kenntnis nehmen.

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Re: KEINE AUSREDEN So, meinen Sie Tehelrad? Ein feiner Demokrat sind Sie. Da fordert eine Staatstragende Partei wie die ÖVP auf, "weiß" zu wählen oder gar nicht zur Wahl zu gehen und Sie sagen, wer nicht wählt soll schweigen. Das Nichtwählen ist nicht strafbar und wenn es keinen Kandidaten gibt, der z.B. meine Vorstellungen umsetzen will, warum soll ich dann bei einem ein Kreuzerl machen. Nur damit ich später erkennen kann, dass dies ein Fehler war und damit ich dann öffentlich bekennen darf, dass ich diesen Fehler gemacht habe. Ein feiner Demokrat sind Sie. Heißen Sie vielleicht mit Ihrem richtigen Namen Kim IL Jong - wenn Sie überhaupt wissen wer dies ist!

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Re: KEINE AUSREDEN An sidestep. Hier muss aber sehr wohl weiß von weiß unterschieden. Verwerflich sind diejenigen die vom demokratischen Recht des Wählens aufgrund von Faulheit oder "de Woihl is eh kloar" nicht wahrnehmen (geschätzt mindesten 2/3 der Erdbevölkerung würde sich freuen ECHT DEMOKRATISCH wählen zu dürfen), oder diejenigen Weißwähler die trotzdem zur Urne gehen und ihren Unmut durch "UNGÜLTIG" zum Ausdruck bringen. Also bitte nicht generalisiern und alle Weißwähler in einen Topf werfen. In einem Punkt gebe ich ihnen Recht, dass Nichtwählen nicht strafbar ist, allerdings aus meiner Sicht demokratiepolitisch sehr bedenklich.

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@mr.sauer Bitte erklären Sie mir nur einen Unterschied: Wenn ich Ihnen ein völlig leeres und weißes Blatt Papier gebe und dann gebe ich Ihnen noch ein völlig weißes Blatt Papier vom gleichen Stapel. Wo ist dann da der Unterschied? Vielleicht ist ja mein Geist zu klein um diesen Unterschied zu erkennen! Wo ist vor allem der Unterschied zu den einzelnen Kandidaten zu erkennen? 49 % Wähler bleiben 49 % egal ob jemand an der Urne "weiß" gewählt hat oder zu Hause geblieben ist egal ob aus Faulheit oder weil er keinen für Ihn akzeptablen Kandidaten gefunden hat! Keine Stimme ist keine Stimme egal ob aus dem einen oder dem anderen Grund!

Der unter 40% Präsident :-)) Also ich und 60% aller Österreichen haben ihn nicht gewählt!

Schade um die Demokratie! Weg mit dem BP - her mit dem Kaiser!

PALFRADER, SCHAU OBA!

:-))

Wenn der Fischer weiterhin so wenig macht wie in der letzten Periode dann ist es eh egal ob es ihn gibt oder nicht. Er haltet nur den Steigbügel für Häupl und dem Witzbold von Kanzler.

Tu Felix Austria Nube!

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Thema Gehring ... Stichwahl gegen Fischer*looooool* Wie realistisch denken
Leute einer CPÖ eigentlich;) Das ist für mich der "Renner"
der BP Wahl 2010! Unschlagbare Ansage von Gehring;))))

Der kann froh sein, dass er überhaupt 5,6% von sichtlich
geistig verwirrten erhalten hat! Bitte in Zukunft nicht mehr
solche Lachnummer für wichtige Ämter antreten lassen!!!

DANKE!

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Re: Thema Gehring ... Besser der Gehring als die Rosenkranz

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