Fischbacher ist cool zur Medaille gefahren:
Alles was noch kommt, nur eine "Draufgabe"

23-Jährige: "Wenn mich wer anruft, ruf ich zurück" Ohne übermäßige Nervosität an den Start gegangen

Fischbacher ist cool zur Medaille gefahren:
Alles was noch kommt, nur eine "Draufgabe" © Bild: Reuters/Rellandini

Am Sonntag Platz 22 im Weltcup-Super-G von Garmisch-Partenkirchen, WM-Bronzemedaillengewinnerin von Val d'Isere. Hat sich die Österreicherin Andrea Fischbacher in Bayern nach eigenem Gefühl selber ein bisserl zu viel Druck gemacht und deshalb kein gutes Rennen zuwege gebracht, so hat sie sich in Frankreich wieder auf ihre Stärken besonnen. Die 23-Jährige ist nach der ersten WM-Medaille ihrer Karriere auch für die Abfahrt eine Medaillenanwärterin, sie bezeichnete alles was kommt, aber nur noch als "Draufgabe".

Sollte diese Draufgabe WM-Gold heißen, wäre natürlich auch niemand beleidigt, vor allem nicht die Eltern Ingrid und Johann, die das Rennen der Tochter dann live im WM-Ort miterleben wollen. Wahrscheinlich hatten sie, als die Salzburgerin nach der Siegerehrung bei der offiziellen Pressekonferenz im Medienzentrum saß, bereit Nachrichten auf dem Mobiltelefon der Tochter hinterlassen, die dieses aber grundsätzlich nie mit auf den Hang nimmt. "Wenn mich wer angerufen hat, ruf ich nachher zurück", muss niemand fürchten, dass seine Gratulationen nicht ankommen.

Keine Nervosität am Start
Vor dem Start ist Fischbacher prinzipiell nicht nervös ("Brutal nervös bin ich selten, und wenn, dann geht es daneben"), im Ziel beim Warten auf die Top Sieben der Welt war ihr aber doch nicht ganz wohl zumute. "Ich wusste schon, dass ich halbwegs dabei bin. Der Lauf heute war gefinkelt gesetzt, teilweise hat es ganz schön gedreht, aber es ist doch dahingegangen. Der Hang ist passend dazu sehr schwierig, da muss dann das ganze Zusammenspiel passen", erklärte die Athletin vom Skiclub Eben. Die Ausfälle habe sie nicht mitbekommen, sie wusste, sie muss nur fahren, was sie könne und sich angeschaut habe.

Der Super-G ist eine anspruchsvolle Disziplin, die Athletinnen haben nur Hangbefahrung und Besichtigung, aber keine Trainingsläufe wie in der Abfahrt. Fischbacher hat sich im "Super-Riesentorlauf" immer schon sehr wohl gefühlt, wie zwei Goldmedaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften beweisen. "Mir taugt er irrsinnig gut, man hat nur eine Besichtigung und dann muss es passen. Du bekommst keine zweite Chance, das ist eine richtige Herausforderung. Ich kann gewisse Passagen sehr gut einschätzen und mich auf mein Gefühl verlassen." Da die Geschwindigkeit oft sehr hoch sei, müsse man ans Limit gehen und auch Mut haben. "Ab und zu muss man ein Risiko eingehen, sonst wird man nicht schnell."

Während der Weltcuprennen in Cortina war Fischbacher bereits krank gewesen, anstatt sich auf Garmisch-Partenkirchen vorbereiten zu können, lag sie im Bett und kurierte sich aus. Rechtzeitig zum WM-Auftakt ist alle Kraft zurückgekehrt. Mit der Medaille ist ein Traum erfüllt, sie hat aber viele Träume, natürlich auch den von der Goldenen, wie sie preisgab. "Diese Medaille ist eine gewisse Erleichterung und natürlich irrsinnig gut für das Selbstvertrauen. Wir werden sehen, was noch kommt."
(apa/red)