Fischbacher angelt sich Bronze: Gelungener
Auftakt bei WM in Val d'Isere für Österreich

Platz drei im Super-G der Damen. Vonn gewinnt Gold Fenninger bei Debüt als 4. knapp an Medaille vorbei

Fischbacher angelt sich Bronze: Gelungener
Auftakt bei WM in Val d'Isere für Österreich © Bild: APA/Techt

Gleich das Auftaktrennen in Val d'Isere hat Lindsey Vonn ihre erste Goldmedaille bei Alpinen Ski-Weltmeisterschaften beschert. Die Saison-Dominatorin aus den USA entschied den Super-G auf der extrem anspruchsvollen Piste "Rhone-Alpes" auf dem Berg Solaise für sich, Silber ging überraschend an die französische Lokalmatadorin Marie Marchand-Arvier, Andrea Fischbacher bescherte dem ÖSV-Team mit Bronze einen geglückten Start in die Titelkämpfe.

Für WM-Debütantin Anna Fenninger, die die WM mit Nummer 1 eröffnet hatte, blieb Rang vier und damit nur "Blech", allerdings betrug Fenningers Rückstand auf Bronze 0,88 Sekunden. Elisabeth Görgl wurde Sechste, Renate Götschl fand auch bei der WM vorerst nicht den Weg aus der Krise und schied auf der tückischen Strecke so wie u.a. auch Titelverteidigerin Anja Pärson aus Schweden aus.

Erster WM-Titel
Für die 24-jährige Vonn, die mit Nummer 21 ins Rennen startete, ging mit dem ersten WM-Titel natürlich ein sehnlicher Wunsch in Erfüllung. "Das ist einfach super. Nach den vielen Ausfällen und aufgrund meiner hohen Nummer hatte ich aber nicht gedacht, dass ich das schaffe", meinte die Wahl-Tirolerin, die auch bei der Super-G-Generalprobe in Garmisch-Partenkirchen gewonnen hatte und sich bei ihrer Fahrt an jener von Fenninger orientiert hat.

"Ich bin genau ihre Linie gefahren, weil ich wusste, dass das die richtige ist", berichtete die überlegene Leaderin im Gesamt-Weltcup. Die Bedingungen haben aber auch Vonn stark zugesetzt: "Es war extrem schlagig und wellig. Dazu war auch die Sicht sehr schlecht." 2007 bei der WM in Aare hatte sich Vonn noch mit zweimal Silber in Abfahrt und Super-G zufriedengeben müssen.

Schöner Irrtum bei Fischbacher
Fischbacher hatte sich zwar bei ihrer Fahrt "nicht richtig schnell" gefühlt, "aber Gott sei Dank habe ich mich geirrt". Denn am Ende klappte es mit ihrer ersten Medaille bei einem Großereignis. Im Weltcup hat die 23-jährige Salzburgerin bis dato einmal gewonnen, 2008 im Super-G von Sestriere. "Da runter musst du die Geräte laufen lassen und kämpfen. Das ist ein wilder Ritt", berichtete Fischbacher über die an diesem Tag gefragten Qualitäten, die sie vorzüglich präsentierte.

Alpinchef Hans Pum zeigte sich über den WM-Start aus ÖSV-Sicht sehr erfreut. "Ich bin sehr glücklich und freue mich für die gesamte Mannschaft, die geschlossen gut gefahren ist. Ich hab gewusst, dass Fischbacher auf dieser steilen und schwierigen Strecke ihre Technik ausspielen kann", erklärte Pum, der Vonn als "wirklich würdige Weltmeisterin" bezeichnete. Natürlich war auch Damen-Cheftrainer Herbert Mandl erleichtert: "Es ist immer wichtig, wenn es gut los geht, das nimmt ein bisserl die Verkrampfung."

Bei Fenninger war trotz der recht knapp verpassten Medaille, die sie mit einem Fehler im oberen Teil verspielte, nur wenig Wehmut zu sehen. "Ich habe meine Nummer 1 voll ausgenutzt und bin mit meiner Leistung voll zufrieden", so die 19-Jährige, die ihre Startnummer als große Ehre empfand. "Mit der Nummer 1 die WM zu eröffnen, davon träumt wohl jede Läuferin. Ich war schon sehr nervös." In der Nacht vor dem Rennen habe sie "ziemlich viel Blödsinn geträumt".

"So etwas sind wir vorher noch nie gefahren"
Wie die meisten Fahrerinnen berichtete auch Görgl ("Platz sechs zählt bei einer WM leider nichts") von einem "brutal schweren und riesentorlaufähnlichen" Kurs. "So etwas sind wir vorher noch nie gefahren", meinte die gebürtige Steirerin, die wusste, wo sie die mögliche Medaille liegengelassen hat. "Ich habe den Mittelteil zu rund angelegt."

Für Götschl blieb auch in Val d'Isere der erhoffte Befreiungsschlag aus, die Steirerin schied nach wenigen Sekunden aus. "Ich bin zu direkt gewesen. Besichtigungsfehler war das aber keiner, so etwas ergibt sich einfach in der Rennsituation. Solche Sachen sollten nicht passieren, aber sie passieren eben." Für Götschl ist die WM aber natürlich noch nicht zu Ende. "Mir bleibt noch die Abfahrt."

Endergebnis
1. Lindsey Vonn USA 1:20,73
2. Marie Marchand-Arvier FRA 1:21,07 +0,34
3. Andrea Fischbacher AUT 1:21,13 +0,40
4. Anna Fenninger AUT 1:22,01 +1,28
5. Tina Maze SLO 1:22,06 +1,33
6. Elisabeth Görgl AUT 1:22,27 +1,54
7. Lara Gut SUI 1:22,34 +1,61
8. Maria Riesch GER 1:22,44 +1,71
9. Nadia Fanchini ITA 1:22,75 +2,02
10. Viktoria Rebensburg GER 1:22,80 +2,07
11. Fabienne Suter SUI 1:22,90 +2,17
12. Jessica Lindell-Vikarby SWE 1:22,91 +2,18
13. Emily Brydon CAN 1:22,95 +2,22
14. Carolina Ruiz-Castillo ESP 1:23,37 +2,64
15. Sarka Zahrobska CZE 1:23,53 +2,80
16. Marion Rolland FRA 1:23,86 +3,13
17. Britt Janyk CAN 1:24,58 +3,85
18. Edith Miklos ROM 1:24,69 +3,96
19. Ingrid Jacquemod FRA 1:24,70 +3,97
20. Chemmy Alcott GBR 1:25,19 +4,46
21. Wendy Siorpaes ITA 1:25,35 +4,62
22. Stacey Cook USA 1:25,38 +4,65
23. Kelly Vanderbeek CAN 1:25,83 +5,10
24. Aurelie Revillet FRA 1:26,28 +5,55
25. Klara Krizova CZE 1:26,48 +5,75
26. Jelena Lolovic SRB 1:27,33 +6,60
27. Vanja Brodnik SLO 1:27,39 +6,66
28. Maria Kirkowa BUL 1:29,37 +8,64
29. Mireia Gutierrez AND 1:29,70 +8,97
30. Lisaweta Kusmenka BLR 1:29,92 +9,19


(apa/red)